Managing Oneself by Peter Drucker 4.38/5(87.62%) 21 votes

Peter

Peter Drucker: Managing Oneself

Peter Drucker: Managing Oneself

Da stolpere ich im Internet über eine wunderbare Mind Map zu dem immergrünen Thema, wie man sich im Beruf bestmöglich organisiert. Managing Oneself, eine Ideenskizze nach einem Artikel von Peter Drucker aus der Harvard Business Review 1999.

Und wie immer bei Peter F. Drucker, man liest und staunt, weil der Austro-Amerikaner sehr gescheite Gedanken auf den Punkt bringt. Weil Peter Drucker als Vordenker des modernen Managements gelten muss, weltweit anerkannt, braucht dieser Hochschullehrer aus Kalifornien keine unnützen Pirouetten zu drehen.

Bei ihm geht es nicht um das Theorie-Schaumschlagen oder die Produktion heißer Luft, sondern um praktisches Selbstmanagement. Und da fragt Peter Drucker dann gerade die Fragen, die unbedingt gestellt werden müssen: Welches sind meine Werte? Und darauf aufbauend: Wo liegen meine Stärken?

Erst wenn man über solche Überlegungen eine Annäherung an die eigene Persönlichkeit erreicht hat, erst dann geht es in den operativen Alltag des Managing Oneself. Hier erweisen sich Peter Druckers Ratschläge als ebenso einleuchtend wie wirksam. Nehmen Sie Verantwortung wahr, für Ihre Kommunikation, für Beziehungen!

An Peter Druckers Denkmustern gefällt mir diese

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Die Renaissance von Print 4.91/5(98.18%) 11 votes
Print macht fette Beutel

Print macht fette Beutel

Oha, wie laut hat so mancher die Totenmesse für Print schon gelesen. Print sei zwar noch nicht tot, aber es müffele doch schon gewaltig. Das Internet sei schneller, billiger, besser. Wer, zum Teufel, brauche da noch die Holzindustrie?

Aber, wer wache Augen hat und gute Ohren, der merkt, es rückt sich etwas zurecht. Dutzende von neuen Zeitschriften werden gegründet, Fachzeitschriften und Special Interest, nahe am Kunden, halten wacker ihre Auflage. Marktsegmente wie Wohn- und Food-Zeitschriften oder Gesundheits-Magazine können gar schöne Zuwächse ausweisen. Und die Kunden sind bereit für ihre Magazine mehr zu zahlen. Verleger merken, mit Print kann man noch verdammt viel Geld verdienen.

Gleichzeitig beobachten wir eine Entzauberung von verlegerischem Digital. Mit Online-Journalismus lässt sich nach wie vor kein Geschäftsmodell zimmern, E-Books kommen auf einmal an Wachstumsgrenzen, die Tablet-Träume bei Zeitschriften sind zerstoben, der Journalismus im Internet versetzt uns oft genug nicht in Entzückung sondern in Sensationsrausch. Von Augmented Reality, QR-Codes und E-Magazines, vor Jahren als Heilsbringer gepriesen, ist noch keiner reich geworden, im Gegenteil.

Und das Internet wirkt nicht als Disruption, die alles nieder macht, sondern zunächst

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DAX: 11.000 Punkte 4.53/5(90.67%) 15 votes
Bildschirmfoto 2015-02-13 um 14.59.36

Der DAX schießt in die Höhe

Auf seinem Höhenflug hat der DAX die neue Rekordmarke geknackt. 11.000 Punkte. Trotz Krise in der Ukraine, trotz Pleite-Griechen, trotz Deflation und EURO-Schwäche scheint der DAX in den letzten Wochen nur eine Richtung zu kennen. Nach Norden.

Ist das schon ein Blase oder zumindest eine ungesunde Übertreibung? Ich vermute eher nicht. Vielmehr scheint mi die aktuelle Robustheit des DAX auch im Sinneswandel des deutschen Anlegers begründet. Die Jünger der Lebensversicherungen und Festgeldkonten stellen erschreckt fest, dass ihr zur Bank gebrachtes Geld nur mickrigste Zinsen abwirft.

Alternativen sind nicht in Sicht, soweit das Auge reicht. Immobilien? Zu teuer. Deutsche Staatsanleihen? Im Nuller-Bereich. Verjubeln und versaufen? Eine Möglichkeit, zumindest.

Statt dessen scheint sich langsam so etwas wie

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Das alte Europa – quo vadis? 3.44/5(68.80%) 25 votes
WinfriedBöttcher Europa

Winfried Böttcher (Hrsg.), Klassiker des europäischen Denkens

WinfriedBöttcherEruropa Wohin steuert unser Europa? Gerade heute muss diese Frage mit Nachdruck gestellt werden, wo doch der globalisierte Wettbewerb an alten europäischen Erfolgen kratzt und das europäische Haus in eine Beletage und das Souterrain auseinander zu fallen droht.

Aber im Grunde genommen muss der Erkenntnisprozess noch ein, zwei Schritte früher ansetzen. Wo liegen die Wurzeln dieses Europa? Gibt es eigentlich so etwas wie eine Mission Europas? Und: Was hält Europa zusammen? Ein neues Buch nähert sich diesen Fragen aus kulturgeschichtlichem Blickwinkel. In einer Vielzahl von Aufsätzen machen sich Historiker, Philosophen und Sozialwissenschaftler an die Aufgabe, die DNA, den inneren Kern der europäischen Idee zu entschlüsseln.

Winfried Böttcher lässt mit seinen Ko-Autoren die Ideen und Visionen von 100 Denkern aus 14 europäischen Ländern aufleben, Gedanken, die von Pierre Dubois aus dem 13. Jahrhundert über Immanuel Kant bis zu Alcide De Gasperi und Václav Havel reichen. Jeder dieser Vordenker wird in Klassiker des europäischen Denkens kurz biographisch vorgestellt, ebenso wie seine Überlegungen zu Europas Kultur- und Friedensgeschichte.

Und vielleicht ist dieser Blick in die Vergangenheit vonnöten, um den heutigen Anspruch der alten Welt aufzufrischen und den Wertekompass für die Zukunft zu polieren. Und wie lässt sich das Ideal kurz zusammen fassen, das diese Denker für Europa entwerfen? Nun, im Kern handelt es sich um die Werte der europäischen Aufklärung: Freiheit, Toleranz und Friedfertigkeit. Freiheit und Frieden, so lautet der Zweiklang, der seit über 700 Jahren diesen doch so oft geschundenen Kontinent antreiben sollte. Aufklärung und humanistische Ideale sollten den festen Maßstab in Europa bilden, um an die Stelle von Krieg und Gewalt im Idealfall den Diskurs und die Diplomatie treten zu lassen.

Warum hat in Zeiten von Wikipedia und Informationsflut ein solches Mammutwerk wie dieses aus dem Nomos Verlag seine Berechtigung? Nun, weil die

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Online den Onlinern 4.57/5(91.35%) 37 votes
GoogleBlogsp

Google, Mountain View, Kalifornien
Photo by W. Stock

Hitzig wird in der Medienbranche diskutiert, ob die Verantwortlichkeit für Print und Online in einer Hand liegen solle. Ob beispielsweise der Chefredakteur einer Zeitung zugleich auch der Chefredakteur des Online-Auftrittes dieser Zeitung sein soll.

Meine Haltung zu dieser Kontroverse ist eindeutig: teilen, unbedingt teilen. Denn Online ist ein ganz anderes Medium als Print. Online muss weit mehr sein als die Zeitung auf dem Schirm. Online emanzipiert sich von Print: andere Darstellungsform, andere Gesetzmäßigkeiten, andere Stärken, anderer Nutzwert.

Versetzen wir uns einmal kurz ins Jahr 1930 zurück. Die Zeitung gilt als das etablierte Medium, das merkwürdige Medium Radio kommt langsam auf. Würden wir – aus heutiger Sicht – uns damit zufrieden geben, wenn man Radio als vorgelesene Zeitung definiert? Was hielten wir davon, wenn die Zeitungsredakteure nebenbei nun auch Radio machen müssen? Sollen Zeitungsleute und Radioleute in einem Büro sitzen?

Und ganz apart: Soll man mit der Verkündung einer Nachricht im Radio warten, bis sie zunächst in der Zeitung erschienen ist? Print first oder Radio first? Lächerlich, einfach lächerlich diese Fragen! Aber es sind Diskussionen, die wir heute unter anderen Vorzeichen führen.

Man muss

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Ohrenschmerzen in Havanna 4.46/5(89.23%) 13 votes

Dies ist ein Auszug aus dem Buch von Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen:

Havanna, Kuba, April 1983

Kurz vor Mitternacht plagen mich grausige Ohrenschmerzen. Rechts. Der Nachtportier des Hotels Capri schickt mich zur nächstgelegenen Hospitalambulanz und ich schlurfe die halbe Stunde durch das nächtliche Havanna.

Das Calixto-García-Krankenhaus liegt gleich neben der Universität und verarztet seine Patienten in drei Schichten rund um die Uhr. Ein etwas verschlafener HNO-Arzt diagnostiziert eine Vereiterung im Ohr und verschreibt Antibiotikum.

Als ich nach dem Preis der Behandlung frage und das Portemonnaie zücke, wehrt mein Ohrendoktor ungerührt ab. „Kostet dich nichts. In Kuba ist Krankenbehandlung umsonst.“ Duzen inbegriffen. Man dankt. Eine aparte Krankenschwester winkt mir nett nach. In der Apotheke gibt es kleine weiße Pillen.

Am nächsten Tag sind die Ohrenschmerzen weg. Und Havanna ist noch da. Die Avenida Las Americas im Botschaftsviertel Miramar ist eine prachtvolle, von leicht verfallenen Villen eskortierte Wohnallee der besseren Art. Neben dem Vedado gilt Miramar als erste Adresse am Ort. Dagegen sieht Ciudad Cienfuegos im Osten, nach der Revolution eilig hingestellte Wohnblöcke, aus wie die lieblos aufgestapelten Margarinekartons beim Aldi. Sicherlich kein ästhetischer Genuss, aber andererseits immer noch besser als die in Lateinamerika typischen Slumviertel und  Blechhütten mit ihrem zum Himmel schreienden Elend.

So wie es kein himmelschreiendes Elend gibt, so ist allerdings auch kein Wohlstand zu entdecken. Die Menschen sind einfach und ärmlich gekleidet, der Luxus eines guten Radios oder eines neuwertigen Fahrrades für die allermeisten unerreichbar. Der Besitz der vor der Revolution getürmten Oberschicht wurde nach der Machtübernahme der Bärtigen 1959 kurzerhand verstaatlicht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im einst noblen Yachtclub von

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r>g: Die neue Zauberformel? 4.50/5(90.00%) 2 votes

Dokument1Weil die Kapitalrendite größer als das Wachstum sei – r>g -, nehme die Vermögenskonzentration und die Ungleichheit in der Gesellschaft von Jahr zu Jahr zu. Diese simple Formel hat den französischen Volkswirt Thomas Piketty zu einem neuen Star der Wirtschaftswissenschaft befördert.

Da kommt aus Paris ein ziemlicher Blödsinn. Denn r>g ist keine Weltformel, kein wissenschaftliches Axiom und auch kein Naturgesetz. Eher Budenzauber. Denn externe Schocks, Wirtschaftskrisen oder Kriege können sie außer Kraft setzen. Außerdem ignoriert eine solch simple Gleichung, dass es in den Industriestaaten eine sehr breite Mittelschicht gibt, die nach dieser Formel über die Jahrzehnte ja eigentlich geschrumpft sein müsste.

Mich stört bei r>g etwas anderes. Und da sind wir bei den mind sets, den Denkmustern. Gleichheit scheint mir kein erstrebenswertes Ziel, Gerechtigkeit schon, jedoch nicht Gleichheit. Denn Ungleichheit erfüllt eine überaus nützliche Rolle. Ungleichheit wirkt segensreich, weil sie Wachstumskräfte stimuliert und Innovationen beschleunigt. Im guten Fall wirkt Ungleichheit als Anstoss zu sozialer Aufwärts-Mobilität.

China wird über r>g nur lachen. In Asien und den Schwellenstaaten zeigen sich

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Das neue Camp Nou 4.50/5(90.00%) 2 votes
Barcelona, im Mai 2014 Photo by W. Stock

Barcelona, im Mai 2014
Photo by W. Stock

Das Camp Nou, jenes neue Feld in Barcelona, ist mittlerweile ganz schön in die Jahre gekommen. Das Stadion des FC Barcelona wurde 1957 gebaut und das merkt man ihm auch an. Neues muss her. Nun also, Nou Camp Nou.

Der Rückstand zum in Europa erforderlichen Standard ist beachtlich. New Wembley in London, Etihad Stadium in Manchester oder San Mamés in Bilbao heißen die neue Ikonen de Architektur und der Ballkultur. Im alten grauen Camp Nou hingegen bröselt der Putz, fallen die Schrauben aus den Scharnieren und reißen die Wände. Parkplätze gibt es so gut wie keine, Restaurants weitgehend Fehlanzeige.

Einst war das Camp Nou das beste Stadion Europas, und mit einem Fassungsvermögen von 120.000 Zuschauern auch das größte. Mittlerweile hat man die Kapazität auf 99.400 heruntergefahren, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen.

Vor allem jedoch fehlt es an

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Weltmeister wird Brasilien oder Belgien 4.50/5(90.00%) 10 votes

KickerWM2014Nun geht es also wieder los, vier schöne Wochen internationaler Fußball. Die Weltmeisterschaft in Brasilien. Und an einem Sonntag, am 13. Juli 2014, wird in Rio de Janeiro de neue Weltmeister feststehen. Nur, wer wird es?

Und welche Qualität werden die Spiele der WM haben? Wird es wieder ein Duell des schönen Spiels (à la Brasilien oder Spanien) gegen den kargen Ergebnisfußball (à la England oder Deutschland)? Oder gelingt einer Mannschaft gar die Symbiose aus dem schönen und effektiven Spiel?

Auf jeden Fall wir dürfen uns auf interessante Tage freuen. Doch wer wird am Ende auf dem Siegertreppchen ganz oben stehen?

Meine ganz persönliche Einschätzung: Ein Team aus Südamerika. Die Klimaverhältnisse mit Spielen um die Mittagszeit werden für europäische Teams brutal sein, und auch der Heimvorteil kann nicht schaden. Deshalb, Brasilien wird Weltmeister, wenn alles normal verläuft. Aber was ist schon „normal“ im Fußball.

Es könnte sich auch ein Außenseiter nach vorne spielen. Belgien beispielsweise, die besitzen eine junge, kompakte Mannschaft mit Spielern, die in den besten Mannschaften in England, in Deutschland oder in Spanien spielen.

Deshalb gibt es für mich einen Favoritenkreis zu dem

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Lionel Messi lässt die Hose runter 4.50/5(90.00%) 2 votes
Caganer Lionel Messi Photo by W. Stock

Caganer Lionel Messi
Photo by W. Stock

Einem recht merkwürdigem Weihnachts-Brauch wird in Katalonien gefrönt. In den Weihnachts-Krippen im Norden der iberischen Halbinsel finden sich nicht nur Maria, Josef, das Christuskind und die heiligen drei Könige, sondern auch die sonderbare Figur des Caganer.

Caganer, das Wort kommt aus dem Katalanischen und heißt in klares Deutsch übersetzt nichts anderes als Scheißer. Ein solcher Caganer ist eine traditionelle Krippenfigur, die etwas abseits der heiligen Familie postiert wird, und die sich mit heruntergelassener Hose – darmbezogen – erleichtert.

Nun soll ein solcher Scheißer nicht despektierlich oder gar anti-christlich gemeint sein. Ganz im Gegenteil, er steht als Verneigung vor Gottes reicher Schöpfung.

Denn das Wirken des Caganer symbolisiert den Kreislauf der Natur. Der Caganer verehrt den Boden und die Erde, er würdigt den Acker, der ja gedüngt werden muss, um dem Menschen gute Nahrung zu liefern.

In den traditionellen Krippen wird der Caganer in Figur eines katalanischen Bauern mit seiner Schärpe und seiner langen roten Mütze dargestellt. In den letzten Jahren sind auch mehr und mehr Berühmtheiten aus Politik, Show und Sport als Caganer dargestellt worden.

Und so kommt es, wie es kommen muss: Die Numero 10 des FC Barcelona, der geniale Sturmfloh Lionel Messi, lässt die blaue Hose runter und kackt fröhlich in die Krippen und auch als Tonfigur in den Andenken-Läden rund um Barcelona.

Während bei uns in Deutschland die Figur eines solchen Scheißers als

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