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November 2010

Die mexikanische Krankheit

Dies ist ein Auszug aus dem Buch von Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen: Wie viele seiner Landsleute hat der US-amerikanische Regisseur John Huston Mexiko zu seinem Altersruhesitz erwählt. Der gute alte Gringo John ist kein Hollywood-Mann, sondern eher ein europäisch infizierter Intellektueller, der ein paar der besten Filme aller Zeiten gedreht hat. Seit er [...]

dugdugdug, mein Hühnchen!

Man sollte sich vergegenwärtigen, so ein Firmenschild kostet eine Menge Eurones. Und, möchte man glauben, nicht zuletzt deshalb, sollte es auch gut zu lesen sein. Eine saubere, klare Schrifttype, ein Buchstabe nach dem anderen, die dann in der richtigen Reihenfolge sinnvollerweise auch ein Wort ergeben. Ein Wort, das sich unserem kleinen Hirn dann auch erschließt. [...]

Es rrrummst im New Journalism

Der New Journalism ist so etwas wie die Kulturrevolution des Schreibens. Subjektivität statt Objektivität, Nähe statt Distanz. Rrrumms statt Analyse. Die neue Reportage hat dann nur noch wenig von der vermeintlichen Sachlichkeit des traditionellen Journalismus. Diese neue Art des Schreibens wird von der Beat Generation, vor allem von Jack Kerouac, beeinflusst. Der Kerl konnte wunderbare [...]

Endlich Schnee!

Über Nacht ist der erste Schnee gefallen. Am Wochenende werden die Skier aus dem Keller geholt, gewachst und für die weiße Pracht fertig gemacht. Die Saison kann beginnen. Am liebsten fahre innerhalb der Woche, wenn keine Ferienzeit ist und die Pisten fast leer sind. Um 9 Uhr 30 stehe auf dem Berg und um 16 [...]

Chacarita, Treffpunkt der korrupten Heiligen

Buenos Aires, und das passt zu dieser Stadt, kann sich der wohl schönsten Friedhöfe der Welt rühmen. Und die Friedhöfe der argentinischen Hauptstadt sind nicht als versteckte Plätze des Verdrängten oder als penibel gestutzte Gartenanlagen angelegt. Nein, Chacarita ist ein riesiges Areal mit breiten Wegen, ein weiterer Stadtteil mit Strassen und Gassen, wenn man so [...]

Rafael Alberti, der Dichterfürst geht zum Volke

Ein alter Mann mit wallender schlohweißer Mähne betritt die knapp hergerichtete Bühne des Teatre Grec in Barcelona. Grelle Scheinwerfer strahlen den Vortragenden an. Der sonore Baß des Dichters füllt die beängstigende Atmosphäre der einfallenden Nacht. Die zahlreichen Zuhörer verharren in ehrfürchtiger Stille. Aire y Canto de la poesia a dos voces – Poetische Melodien und [...]

Der wunderschöne Moon River

Moon River ist die Filmmusik zu einer recht verrückten Hollywood-Komödie. Breakfast at Tiffany’s. Wir schreiben das Jahr 1961. Der große Truman Capote hat das Drehbuch geschrieben und Audrey Hepburn macht ganz große Rehaugen. Ein konfuser George Peppard dackelt der jungen, schlanken Hepburn hinterher. Regie führt Spassvogel Blake Edwards. Das Lied vom Moon River schrieb il [...]

Der kölsche Mensch

Nicht nur das Bier des Kölners heißt Kölsch nein, als kölsch kann man auch die Lebensphilosophie des Rheinländers bezeichnen. Der Kölner wird durch den Rhein geprägt. Seit Jahrhunderten fließt der Fluß träge in seinem Bett vor sich hin. Wohl auch deshalb ist der Kölner Fatalist. Et kütt wie et kütt. Es kommt, wie es denn [...]

Bleicher Kinski in der alten Post

Eine Szene wie aus einem alten Gemälde, ein wenig Spätromantik und ein bißchen Biedermeier. Farbenfroh, mit Liebe zum Detail, vielleicht etwas kitschig, aber irgendwie auch mythisch. Ein Notar sitzt vor dem Schreibtisch, davor eine Frau mit breitem Hut und ein Mann mit gebleichtem Wuschelhaar. Links huscht ein Bürobote durchs Bild. In der Ecke steht eine [...]

Naht hier das Ende?

An Hausfassaden mag man erhellendes lesen. Eine Jahreszahl hier, ein Werbespruch da. Oder das Haus schmückt sich mit einem Namen. Villa Kennedy, zum Beispiel. Oder Südtiroler Stuben. Dieses Haus hier auf der Insel Sylt trägt den merkwürdigen Namen Terminus. Latein. Wir haben fertig? Kam mir als erstes in den Sinn. War wohl ein schwieriges Haus. [...]