Es gibt diesen typischen Shearing Sound. Man hört einen Song dieses Pianisten und weiß nach wenigen Takten bereits, wer hier spielt.

Harter Anschlag, feste Blockakkorde, betonter Rhythmus – und trotzdem eine gefällige Melodieführung.  Das zeichnet das Klavierspiel von George Shearing aus. Darüber hinaus ist er einer der wenigen weißen Musiker, die sehr früh lateinamerikanische Rhythmen für eine Combo umgesetzt haben.

Meine Lieblingsplatte aus den frühen Jahren? Latin Escape. George Shearing und sein Quintett, auf Capitol Records. Wir schreiben das Jahr 1956.  Piano, Gitarre, Vibraphon, Bass und Schlagzeug. So einfach geht Jazz.

Ein guter Rhythmus, ein hübscher Sound. Das kann man gut heraus hören bei Shearings Version von Yours.

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Der Vibraphonist ist übrigens Cal Tjader. Ein vitales und kompaktes Spiel der fünf Musiker. Das ist, das war, der Shearing Sound.
Gestern ist der Gott des Jazz-Pianos gegangen. In New York, mit 91 Jahren. Sir George Shearings Herz hat aufgehört zu schlagen.

siehe auch: Gott ist gegangen, sagt Jack Kerouac