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Eine Notiz von Peter F. Drucker

Eine Notiz von Peter F. Drucker
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Am Wochenende schnappe ich mir aus meiner Regalwand ein altes ECON-Buch und blättere darin. Der Autor des angejahrten Werkes ist Peter F. Drucker. Toward The Next Economics. And other Essays.

Ein dicker Band mit Aufsätzen zu Wirtschaftsthemen aus dem Jahr 1981. Dies ist sicherlich keines der wichtigeren Werke des großen austro-amerikanischen Management-Denkers, sondern eher eine Sammlung publizierter und unveröffentlichter Artikel.

Beim Lesen fällt plötzlich ein kleines weißes Notizblatt aus den Seiten. Ich nehme es in die Hand und erkenne sofort Peter Druckers Handschrift. In der Tat ist dies eine handschriftliche Notiz von Peter F. Drucker.

Toward the next economics steht auf dem Zettel. Fein unterstrichen. Dann: Sales through June 30, 1982. Und weiter eine Zahl: 19.000 copies.

Links unten auf dem kleinen Blatt findet sich die Adresse von Peter F. Drucker im kalifornischen Claremont am Wellesley Drive. Dann die Telefonnummer. Unter der handschriftlichen Notiz steht ein wenig unleserlich als Unterschrift ganz kurz: Peter.

Peter. Wunderbar! Nur Peter steht da. Das sagt viel aus über diesen Mann. So habe ich ihn kennen gelernt. Der Peter aus Wien. Und doch ein großer Denker, Management-Professor, Bestsellerautor, Regierungs-Berater. Aber letztlich doch Peter, jemand, der vollkommen uneitel im persönlichen Gespräch war.

Was mag es mit dieser kurzen Mitteilung auf sich gehabt haben? Das Buch, dem die Notiz beilag, ist die amerikanische Originalausgabe aus dem Hause Harper & Row. Ich vermute, die Notiz richtete sich wohl an seinen deutschen Verleger Erwin Barth von Wehrenalp vom ECON Verlag. Wahrscheinlich eine Vorab-Information zur deutschen Ausgaben.

Noch eines finde ich bemerkenswert an dieser Notiz. Peter Drucker benutzt, als er die Verkaufsauflage von 19.000 copies niederschreibt, die europäische Schreibweise. Mit einem Punkt als Tausendertrennung, wo ein Amerikaner das Komma gesetzt hätte. In den USA hätte man wohl 19,000 copies geschrieben.

Interessant und bezeichnend. Auch nach Jahrzehnten in Kalifornien ist der Wiener Peter Ferdinand Drucker ein Europäer geblieben. Im Schreiben, und vielleicht auch im Denken. Das macht vielleicht auch den Reiz aus. Das Beste aus zwei Welten.

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  1. Guenther Reimann

    Es freut mich, dass Sie an Peter F. Drucker erinnern. Ich habe in den 70er Jahren eine Menge aus seinen klugen Büchern gelernt. Er war weniger Volks- oder Betriebswirt, sondern eher ein Universalgelehrter alter k.u.k-Prägung. Das kann man aus jedem seiner Bücher heraus lesen. Alte Wiener Schule, Sie schreiben es richtig.
    Dr. Guenther Reimann

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