Die Präsidenten des FC Barcelona

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Presidents del Futbol Club Barcelona steht als Überschrift auf der langen Granittafel wie in der Kathedrale. In drei Spalten werden alle Präsidenten des FC Barcelona verewigt. Angefangen mit dem Gründer Joan Gamper bis zu Joan Laporte, dem heutigen Präsidenten.

Zu meiner Korrespondentenzeit in Barcelona standen beim FCB 1978 Präsidentenwahlen an, was in der katalanischen Metropole ein größeres Ereignis ist, wie wenn der Bürgermeister gewählt wird.

Gewonnen hat schließlich der millionenschwere Bauunternehmer Josep Nunez, ein ziemlich unsympathischer Zeitgenosse, der seinen Reichtum wie ein Monstranz vor sich hertrug. Man konnte konnte seinen Namen man an jeder Strassenecke von Barcelona erblicken. Nunez i Navarro, prangte von den Baustellen unzähliger Hochhäuser, die im einsetzenden Boom zu bauen waren. Nunez, das war er, Navarro, das war seine Frau.

Dieser Präsident war nie geliebt, höchstens respektiert, wahrscheinlich selbst dies aber nicht. Vize-Präsident wurde der Veteran Nicolas Casaus, einer der alten Garde. Mit ihm habe ich öfter geredet. Ein vornehmer Bourgeois, dicke Zigarre, massige Erscheinung, nicht unsympathisch.

Ich stand damals in guter Beziehung zu dem anderen Vizepräsidenten Joan Casals i de Villar, der als Kandidat der jungen, liberalen Fraktion antrat. Joan Casals war ein überaus offener und charmanter Mann, er gehörte zu den Erneuerern, die den Verein vom Muff, der Vetternwirtschaft und dem Klientelismus befreien wollten.

Die Tage von Günstlingswirtschaft und Selbstherrlichkeit bei Barça gehören der Vergangenheit an. Heute wird der FC Barcelona wie ein modernes Unternehmen geführt, mit guten Managern, kompetenten Stabsabteilungen und einem intelligenten Finanzmanagement, vielleicht mit ein wenig zu viel Kreditfinanzierung.

Aber wir wollen kein Spielverderber sein, wir reden von Spitzenfussball, und der kostet nun mal Geld. Geld ist das eine, doch da ist mehr.  Über dem FC Barcelona schwebt eine sympathische und einfache Vision. Fussball mit Herz und Leidenschaft zu spielen, Fussball als Kunst zu zelebrieren.