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Der kränkelnde Tabellenführer

Der kränkelnde Tabellenführer

Photo by W. Stock

Gestern Nachmittag in der Allianz Arena zum Spitzenspiel des FC Bayern München gegen Werder Bremen. Der Dritte gegen den Vierten. Bayern gewinnt 4 zu 1.

Da die beiden Führenden Dortmund und Mönchengladbach unentschieden spielen, schieben sich die Münchener wieder auf den ersten Tabellenplatz. Also alles wieder gut?

Mitnichten. Das peinliche Desaster in Mainz, ebenso die Niederlagen gegen Mönchengladbach, Hannover und Dortmund zeigen, dass von einer Überlegenheit des FCB in dieser Saison nicht wirklich gesprochen werden kann. Vier Niederlagen in 15 Spielen, das ist – trotz Tabellenführung – nicht souverän.

Woran liegt’s? Zum einen wird der verletzte Bastian Schweinsteiger schmerzlich vermisst. Gerade Torjäger Mario Gómez ist von den präzisen Pässen des Mittelfeldspielers abhängig. In den letzten Jahren hat sich das Spiel des FCB auf Schweinsteiger zugeschnitten, wenn der Motor ausgetauscht wird, dann stottert das ganze Getriebe.

Zum anderen spielen einige Akteure in dieser Saison auffallend glücklos. Thomas Müller, der tapfer läuft und fleißig kämpft, zeigt sich unglücklich am Ball. Holger Badstuber überrascht mit dem einen oder anderen Blackout in der Abwehr. Und: Neben Schweinsteiger hat sich noch kein zweiter Mittelfeldspieler in der Raute durchsetzen können. Nicht Luiz Gustavo, nicht Anatoliy Tymoshchuk.

Merkwürdig bleibt auch, dass Bayern Topleute kauft, diese sich aber bei den Roten nicht so recht weiterentwickeln. Toni Kroos spielt auch nicht unbedingt besser als in Leverkusen. Oder Jerome Boateng, der bisher keine deutliche Weiterentwicklung zu seiner Zeit in Hamburg zeigt. Beispiel Rafinha. Spielt er in München besser als in Schalke? Einzig der Unbekümmertheit des junge David Alaba macht’s Freude zuzusehen.

Zudem: Ein Weltklassespieler reicht nicht. Franck Ribéry ist in bestechender Form und kann zwei, drei Mann auf sich ziehen. Seine Torgefährlichkeit bleibt für jede Mannschaft ein Gewinn und für jeden Gegner ein Graus. Doch wenn man Ambition auf einen europäischen Spitzenplatz besitzt, sollte man noch ein, zwei absolute Topspieler holen.

Wie dem auch sei. Bayern spielt in dieser Saison innerhalb seiner Limitation, die Meisterschaft wird kein Selbstläufer. Der Thron wird in diesem Jahr nur über verdammt harte Arbeit zu erklimmen sein.

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  1. Kammhuber

    Sie haben recht. Die Meisterschaft wird heuer schwer. Mir gefällt vor allem nicht, dass die Mannschaft keine kompakte Einheit, kein kompaktes Mannschaftsspiel hat. Da sind Mönchengladbach oder auch Dortmund weiter.

  2. apple

    Ich dachte mir schon, dass Sie im Stadion sind. Ihre Analyse ist absolut korrekt. Man darf aber nicht vergessen, dass ein Sieg gegen den FCB für die anderen Vereine wie ein riesiger Gamsbart am Hut, für die Nordlichter – ein wunderbarer Skalp am Gürtel – ist, und sie sich gegen die Bayern besonders anstrengen.
    Aber Sie haben Recht: ein Selbstläufer wird die Meisterschaft nicht.

    Zudem gilt es zu bedenken, dass die Bayern wesentlich mehr Spiele, beispielsweise CL, bestreiten müssen und fast alle Spieler in den jeweiligen Nationalmannschaften auch noch Leistung abliefern müssen.

    Aber kaufen die Bayern hochklassige Spieler, laufen diese Gefahr, sich die Spiele von der Bank aus ansehen zu müssen. Und wer will das schon? Podolski wollte es nicht, sondern lieber zurück nach Kölle. Resultat: 9 Tore und etliche Assists.

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