STOCKPRESS.de

Notizen und Anmerkungen von unterwegs

Max und Louis

Max und Louis

Das vergißt man ja schnell. Welch erstklassige Jazzer Deutschland besaß! Den Max Greger zum Beispiel.

Der hatte – oder hat immer noch – eine verdammt gute Big Band. Die war in meiner Jugend das Hausorchester des ZDF und der musikalische Anker der großen Shows am Donnerstag- oder Samstagabend.

Und Max Greger hat einmal mit Louis Armstrong zusammen gespielt. Das ist die Erhebung in den musikalischen Ritterstand. Mehr geht im Jazz ja eigentlich nicht. Und das kann dem Max auch keiner nehmen.

Bei der Aufnahme mit Satchmo hört man, wie gut der Mann aus München-Giesing swingen konnte. Eigentlich hätte Max Greger ein deutscher Woody Herman werden können. Doch zu oft musste er dieses Schlager-Tralala spielen.

In Deutschland gab es viele exzellente Jazzer, die sich aber branchenfremd ein Auskommen suchen mussten. Ernst Mosch, beispielsweise, Bill Ramsey, Gitte Haenning, Hans „James“ Last. Kein Vorwurf. Nur Traurigkeit, dass solch ein Potential dem Jazz verloren ging.

Vorheriger Beitrag

B. Traven, der Mann mit den vielen Namen

Nächster Beitrag

Wie wir arm wurden…

  1. Dieter spielhagen

    Sie haben einige vergessen, die dem Jazz treu geblieben sind. Erwin Lehn, Willy Berking, Jankowski und andere.

  2. apple

    Mussten Max und die anderen Deutschen Schlager spielen? Nein, mussten Sie nicht! Es war deren Entscheidung, um Geld zu verdienen. Kurt Edelhagen und Peter Herbolzheimer entwickelte sich hin zur Bigband, zum Jazz, nahm auf seine Tourneen neue Talente mit und präsentierte sie der Welt. Beispiel: Till Brönner, der heute als Solotrompeter großen Erfolg hat und als bester deutscher Jazz-Trompeter gilt. Allerdings wird er wohl noch eine Zeit benötigen, bis er „richtig gut“ ist. Seine Auftritte bei Vox werden nicht hilfreich sein. Dennoch spielte er schon Konzerte zusammen mit mit Dave Brubeck, James Moody, Monty Alexander, Aki Takase, Joachim Kühn, Chaka Khan, Natalie Cole, Tony Bennett, Ray Brown, Johnny Griffin, Ernie Watts, Klaus Doldinger, Al Foster … Nein, der deutsche Jazz ist nicht tot, man muss ihn nur suchen! Besuchen Sie mal die kleineren Clubs in Berlin oder in Köln (auf den „Brettln“ in Minga spüilt ma sowas neet).

Schreibe einen Kommentar

Für Kommentare bitte ausrechnen: *

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén