Dietrich Oppenberg sichert die Presseversorgung
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Dietrich Oppenberg (re.), Düsseldorf im Mai 1991; Photo by Hasso von Bülow

Die Unabhängigkeit des Journalismus ist ein hohes Gut. Und wenn man es mit der Unabhängigkeit des Journalismus ernst nimmt, dann setzt dies in vielen Fällen auch materielle Unabhängigkeit voraus. Ich habe in meiner Zeit in Lateinamerika einfach zu viele Artikel der Firma Lob & Hudl gelesen, zu viele gekaufte Journalisten und zu viele Zeitungen gesehen, die am Tropf des Staates hingen.

Der Journalismus sollte raus aus der Hungerlohn-Ecke, aus dem kargen Künstlerdasein, er sollte sich zu einem mündigen Berufsbild mit Qualität und Selbstwertgefühl wandeln. Das mag die Vision von Dietrich Oppenberg gewesen sein, die ihn antrieb, das Versorgungswerk der Presse ein halbes Jahrhundert zu seiner Lebensaufgabe zu machen.

Die Presseversorgung, die in Deutschland die private Altersvorsorge für Medienleute bündelt, war für den überzeugten Sozialdemokraten eine Institution, in der sich Verleger und Gewerkschaften in beiderseitigem Interesse treffen sollten.

Denn Journalisten und Verleger lag daran, Produkte von hoher Qualität anzubieten. Und dies setzt auf beiden Seiten eine gewisse Auskömmlichkeit und Unabhängigkeit voraus. Dies ist ein Thema, das beide Tarifparteien eint. Nebenbei bemerkt, ebenso wie die Weiterbildung.

Ansätze einer berufsständischen Versorgung von Journalisten gab es schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die 1949 gegründete Presseversorgung hat sich mit den Jahren zu einem Giganten im Versicherungsmarkt entwickelt. Ihre Kapitalanlagen belaufen sich auf über 5 Milliarden Euro, 160.000 Verträge werden geführt. Auch wenn mit Großen der Branche wie Allianz, HDI und AXA zusammen gearbeitet wird, so profitieren die Versicherten bei der schlank aufgestellten Presseversorgung doch von niedrigen Verwaltungskosten und hohen Erträgen.

Dietrich Oppenberg, dieser bisweilen starrköpfige Verleger der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung, war zeitlebens ein glühender Verfechter der Mündigkeit von Medientätigen. Gut 50 Jahre hat er in Führungsposition die Presseversorgung gegen allerlei Einvernahme – politischer, wirtschaftlicher oder tariflicher Natur – abgesichert. Die Medienbranche wird ihm dafür immer Dank zollen müssen.