Sauce hollandaise
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François Hollande, ein Jurist aus Rouen, heißt der Kandidat der Parti Socialiste für die Präsidentschaftswahl im April 2012. Zunächst ein Verlegenheitskandidat, Favorit Dominque Strauss-Kahn war aus bekannten Gründen nicht abkömmlich, stehen die Chancen von Monsieur Hollande gut, nächster Präsident der Grande Nation zu werden.

In den Umfragen jedenfalls führt er vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Mit dem Mann ist also zu rechnen. Nun hat Hollande einen Heißluftballon steigen lassen.

Er will als Präsident den Spitzensteuersatz seines Landes auf 75 Prozent anheben, für Einkommen über eine Million Euro. 75 Prozent. Kann man machen. Wäre nur 100 Prozent Blödheit. Alles Quatsch mit Soße.

Aber es wäre nicht nur eine Dummheit, es wäre fatal. Denn ein Spitzensteuersatz von 75 Prozent würde jeden unternehmerischen Ehrgeiz und damit jede wirtschaftliche Dynamik von Grund auf zerstören.

Ein Beispiel aus einem Bereich, in dem ich mich ein wenig auskenne. Ein Fussballstar wie Franck Ribéry wäre in Frankreich nicht mehr möglich. Der Stürmer soll im letzten Jahr über 11 Millionen Euro verdient haben, die Millionen seien ihm gegönnt. Jedoch, auch das ist menschlich, wenn man ihm das allermeiste wegbesteuert, wird der Mann wohl keinen französischen Rasenplatz mehr betreten.

Und nicht nur er, auf Jahre würde in der französischen Liga kein Spitzenfussballer mehr kicken wollen. Alle wären sie im Ausland.

Nicht nur Fussballstars würden das Weite suchen. Das gleiche gilt für Unternehmer, für Topmanager, für gut verdienende Freiberufler, für Filmregisseure, für Schauspieler und für Schriftsteller. Sie alle, wenn sie Erfolg haben und spitze verdienen, würden Reißaus nehmen.

Frankreich würde seine gut verdienende Elite außer Landes zwingen. Dieses großartige Land wäre ärmer und würde – nicht nur im Fussball – auf Mittelmaß schrumpfen und ökonomisch in die zweite Liga absteigen.

Wir Deutsche wissen, was passiert, wenn man Ehrgeiz und Tatkraft Grenzen setzt. Solche Forderungen mögen bei Wenigverdienern vielleicht populär sein, doch letztlich schadet ein solcher fiskalischer Irrsinn gerade den Wenig- und Normalverdienern, weil die ganze Nationalökonomie ins Straucheln gerät.

Insofern ist das Programm des François Hollande eine Konjunkturspritze – nicht für seine Heimat, sondern für die Schweiz, für die USA und meinetwegen auch für Deutschland.

Diese Sauce hollandaise ist nach einem Rezept aus der Mottenkiste des ollen Karl Marx gemixt. Ein Rezept, das geradewegs in den wirtschaftlichen Niedergang führt und den Verlust von Wohlstand und Reichtum bedeutet. Ob das Monsieur Hollande bedacht hat? Ob dies die Franzosen goutieren?