Neulich auf dem Lufthansa-Flug von München nach New York sitzt neben mir zufällig der amerikanische Schriftsteller Avi Perry. Wir kommen schnell ins Gespräch.

Avi Perry kann auch ein buntes Leben zurückblicken. In Israel geboren, wandert er später in die USA aus, wo er für die Technologie-Firmen Bell und Lucent arbeitet. Er geht als Professor an der Northwestern University nach Chicago, wo er lehrt und forscht. Der Perry Algorithmus, ein Software-gestütztes Optimierungsprogramm, geht auf ihn zurück.

Das Thema seines Lebens jedoch bleibt Israel. In Kolumnen, Zeitungsartikeln und Radiokommentaren tritt er als wortstarker und meinungsmutiger Botschafter seiner Sache auf. Die Gefährdung seines Volkes schmerzt ihn, der arabisch-israelische Konflikt treibt ihn um.

Neben seiner politischen Arbeit schreibt er Bücher. Wissenschaftliche Werke, aber auch Unterhaltungsliteratur. Sein Werk 72 Virgins – Countdown to a Terrror Attack on US Soil ist in mehrere Sprachen übersetzt. In diesem spannenden und zugleich informativen Thriller schildert Perry den Wettlauf von FBI und israelischem Geheimdienst, um einen terroristischen Anschlag radikaler Islamisten in den USA zu verhindern.

Die Handlung findet rund um den Globus statt, und – leicht verfremdet – auch in Bonn. 72 Virgins liest sich als packender Spannungsroman, mit viel Nervenkitzel und einer Menge Insider-Wissen aus der Welt der Geheimdienste.

Avi Perry, der ehemalige Professor und bekannte IT-Manager, kennt sich auch bei den neuen Technologien aus. Nun erfahre ich von Avi, dass von 72 Virgins mehr Verkäufe über den E-Reader Kindle getätigt wurden, denn Exemplare des gedruckten Buches abgesetzt wurden.

Da bin ich dann doch überrascht! Elektronik schlägt Papier. Zeitenwende für Verleger?