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Auftritt im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria

Auftritt im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria
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Ein wahrer Glückstag! Es gibt solche Tage. Tage, an denen es einfach läuft. Dieser 24. Mai 2005 in New York war ein solch wunderbarer Tag für mich.

Im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria als Redner auf der Bühne. Dort, im dritten Stockwerk des altehrwürdigen Hotels, auf jener Bühne, auf der schon Louis Armstrong und John F. Kennedy gestanden haben. Ein Traum für einen Vortragsredner! Und hoffentlich kein Albtraum.

FIPP, dieser 1925 von französischen und spanischen Verlegern gegründete Verband, lud zum Weltkongress, den man alle zwei Jahre zelebriert. Und über 1.000 Zeitschriftenverleger aus aller Welt folgten dem Ruf der Federation Internationale de la Presse Periodique.

Das Event war hoch professionell vorbereitet. Drei Riesen-Bildschirme über der Bühne für die Zuhörer im Saal, neben dem Pult zwei Teleprompter zum Ablesen des Vortrages, ein verdeckter Zeitmesser für den Redner. Und eine Regisseurin, die mit Headset und Ablaufplan bei der Sprechprobe am Vorabend über die Bühne sprang wie ein Feldwebel auf dem Kasernenhof.

Making Things Happen in a Digital World. Drei Panel-Statements plus Diskussion und Fragen aus dem Publikum. Ned Desmond von TIME moderierte. Das Ganze war inhaltlich nicht ohne, denn weder Statements noch Fragen waren abgesprochen – es konnte also allerhand passieren.

Die amerikanischen Redner des Vortages waren – erstaunlicherweise – schwach. Sie setzen zu sehr auf Technik. Ablesen vom Prompter, streng am Manuskript entlang hangeln. Reden statt vortragen. Mit dem Blatt kommunizieren und nicht mit dem Publikum. Steif statt spontan.

Ich versuchte aus der Not eine Tugend zu machen. Technik ignoriert. Teleprompter nicht genutzt. Sondern einfach hinstellen und eine interessante Geschichte erzählen. Mit dem Publikum sprechen. Humor. Fotos zeigen. Nicht auf Perfektion kommt es an, sondern auf Sympathie.

Nach dem Vortrag ein herzlicher Glückwunsch von FIPP-Präsident Donald Kummerfeld. Lucy Aitken schrieb daraufhin in der Zeitschrift Magazine World recht nett: When Spotlight Verlag’s Wolfgang Stock talked about ‘Making things happen in a digital world’ at the FIPP Congress in New York, the reflective German proceeded to both entertain and inform in equal measure.

The reflective German. Aha. Manchmal läuft es halt. Es gibt solche Glückstage.

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  1. apple

    … allerdings sollte man nicht so sehr auf den apple sehen, sondern lieber dem Link „Magazine World“ folgen.

  2. apple

    Gut, dass Steve Jobs damals den apple im Logo nicht gesehen hat. Der wäre ganz schön piefig geworden.

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