gefunden nahe München, im Juni 2012; Photo by W. Stock
Marketing by Horror. Grauen bis zum Äußersten.
Nicht nur als altes Mütterchen kriegt man ja richtiges Muffensausen. wenn man dieses Automobil durch die Strassen stürmen sieht.
Nein Freunde, so plump möchte man dann doch nicht mit dem Tode bedroht werden. Ob solch gruseliges Werben denn seinen Zweck erfüllt, mag bezweifelt werden.
Nach vier Jahren als erster Trainer des FC Barcelona hat Josep Pep Guardiola den FC Barcelona kürzlich verlassen. 14 Titel hat er für die Katalanen errungen, darunter zweimal die Champions League. Nun sei er ausgebrannt, lässt er verlauten, er brauche ein Jahr Pause. Danach wolle er wieder voll einsteigen.
Beim FC Bayern München? Die Münchner scheinen den 42-Jährigen in Betracht zu ziehen. Pep Guardiola als Nachfolger von Jupp Heynckes? Ein Katalane in Bayern – das hat was. Oder?
Zunächst sollte angemerkt werden, dass ein solch intelligenter Trainer wie Pep Guardiola jeden Verein der Welt trainieren kann. Der Mann ist gebildet, lernfähig und hat ein paar Semester Jura studiert.
Alle Einkünfte über 40.000 Euro sollten gefälligst mit 100 Prozent besteuert werden. Nun, diese Meinung kann man vertreten. Auch Unsinn wird von einer freiheitlichen Verfassung abgedeckt. Selbst wenn ein solcher Vorschlag verfassungswidrig ist, weil er faktisch einer Enteignung gleichkommt.
Mehr als 40.000 Euro im Monat brauche niemand, so Kipping, da höre das Mehr an Lebensqualität auf. Nun finde ich es drollig, dass jemand mir als Bürger vorschreiben will, bis wann oder ab wann Lebensqualität statt zu finden hat.
Aber die politische Botschaft der Dame ist klar: Alle Dynamik, die sich jenseits der 40.000 Euro bewegt, wird in Deutschland ausradiert.
Lassen Sie uns den Vorschlag einfach mal kurz durchspielen.
Was macht Hemingways Stil aus? Ernest Hemingway gilt als der Lakoniker unter den Weltautoren. Der Amerikaner schreibt eine knappe, sachliche und schnörkellose Prosa. Kurze Sätze, wenig Adjektive, sparsame Attribute.
Hemingway zelebriert eine einfache Syntax. Hauptsatz, dann nächster Hauptsatz. Die Sätze: karg, einfach und direkt. So wird ein ganz eigener nüchterner Rhythmus mit großer Wiedererkennung erzeugt.
Durch diesen kurzen Rhythmus werden Hemingways Sätze schnell. Der Leser wird nicht eingelullt, eher im Gegenteil. Der Leser kriegt kaum Zeit zum Luftholen. Er wird von der Rasanz der Satzmelodie in den Bann gezogen, wie auf einer Achterbahnfahrt.
Dem Leser bleibt keine Zeit zum Nachdenken, zur Reflektion, zur Opposition, zur Neutralität, er liest, und liest und mag dann auch kaum hinterfragen.
Ähnlich funktioniert auch Hemingways Eisbergstil. Durch die
Die beste Zeitschrift der Welt? Schwierig! Das beste Frauenblatt auf diesem Globus? Einfacher! Ich tippe auf Cosmopolitan.
Die Lektüre für die Frau von heute zeigt sich ganz auf der Höhe der Zeit: Karrieretipps, Gesundheitsthemen, viel Beziehungskram Auch Sex, stets pikant, aber alles noch im gutbürgerlichen Rahmen.
Nicht nur in den Vereinigten Staaten hat dieses Magazin für Furore gesorgt, auch die 58 Lizenzausgaben von Finnland bis Malaysia zeugen davon, wie überzeugend die Cosmo das Lebensgefühl junger, moderner Frauen ausdrückt.
Dass Cosmo so gut ist wie sie ist, verdankt sie vornehmlich einer Frau. Helen Gurley Brown. Unglaubliche
gefunden in Wien, im Frühjahr 2012; Photo by J. Stock
Die Deutschen mit ihrem deutschen Deutsch gerieren und genieren sich häufig im sprachlichen Alltag.
Diese bemüht schickliche Sprache der Teutonen errötet leicht und schnell. Denn es soll hierzulande, bitte schön, immer ganz brav politisch und damit dann auch sprachlich korrekt zugehen.
Zwischen Flensburg und Konstanz finden sich deshalb, sprachlich doch ein wenig blasiert, dann Hunde-Toiletten, Dog Station oder sprachlich ähnlich Distinguiertes, ähem, ähnlichen Schwachsinn.
Die Österreicher, immer ein wenig näher am Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, kommen weniger auf den Hund. Da geht’s sprachlich direkter zu. Auf den Plakaten in Wien heißt es deshalb schlichtweg: Nimm ein Sackerl für mein Gackerl.
Anfang der 80er Jahre verbringe ich einige Zeit im mexikanischen Acapulco. Die ersten Monate wohne ich im Hotel Sacramento in der Calle Emiliano Carranza. Das ist ein schlichtes, vierstöckiges Hotel nahe des Hauptplatzes Zócalo.
Als ich dann Teddy Stauffer Ende 1982 in seinem Haus hoch über der Buch von Acapulco besuche, erfahre ich von dem Schweizer Musiker und Schauspieler folgende hübsche Geschichte.
Im März 1948, Teddy arbeitete als Direktor des Casablanca Hotels, kam ein Individuum ins Beachcomber, in die Hotelbar, kräftig mit Tequila abgefüllt, und fing an zu pöbeln. Die Schnapsnase war der vierschrötige Alfonso Sutter, genannt El Mocho, ein einfacher Fischer aus Acapulco.
Der stämmige El Mocho randalierte wie von Sinnen, er ließ Flaschen und Gläser zu Bruch gehen und stieß wüste Beleidigungen aus. Teddy versuchte ihn zu beruhigen, ohne Erfolg. Schließlich sprach Hotelmanager Teddy Stauffer ein Hausverbot aus.
Trotz dieses Verbots kam Alfonso Sutter am nächsten Sonntag in die Hotellobby – in Begleitung eines gedungenen Pistolero. In seiner Mannesehre schwer gekränkt, hatte der dicke Sutter ein Kopfgeld auf Teddy ausgesetzt.
Am Wochenende ein strammer Fußmarsch den Kienbach entlang nach Andechs, hoch zum Heiligen Berg. Zur Klosterschänke, dort wo die saftige Schweinshaxe mundet und das Weizenbier den Gaumen kitzelt.
Kloster Andechs – seit 1455, die Nachhilfe in Lokalgeschichte wird gleich auf jedem Bierkrug mitgeliefert. Die Benediktiner lassen hier oben Geistliches und Weltliches zur lieblichen Einheit verschmelzen.
Genuß für Leib & Seele, das Motto des Klosters schreiben die Padres auf ihre Bierkrüge. Ich staune ein wenig über diese Reihenfolge.
Wilhelm Busch, der gerne nach Andechs kam, schrieb in seiner Frommen Helene den flotten Vers: Hoch von gnadenreicher Stelle, winkt die Schänke und Kapelle. Auch beim Volksdichter die lebensnahe Reihenfolge, nicht nur des Reimes wegen.
Vor der Bierschwemme jedoch lohnt auf jeden Fall ein Besuch der glitzernden Rokoko-Kirche auf der Spitze des Heiligen Berges. Hier liegt
gefunden in Planegg, Anfang Juni 2012; Photo by W. Stock
Wenn’s was zu meckern gibt, dann bitte schön. Wirkliche Missstände sollte man anprangern. Wenn es aber nichts zu mäkeln gibt, und man es trotzdem tut, dann wird es leicht peinlich.
In diesen sonnigen Tagen ein trauriges Plakat der Bayern-SPD gesehen. Mit folgendem seltsamen Text: Wie prekär ist unser Landkreis?
Unsere sozialdemokratische Partei Deutschlands meint nicht Herne, nicht Duisburg und auch nicht Bitterfeld. Nein, nein, gemeint ist hier der Landkreis München-Land oder der Landkreis Starnberg im schönen, dummerweise von der CSU geprägten Bayern.
Oha. Lassen wir doch mal kurz die Zahlen sprechen: Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Starnberg: 2,7 Prozent. Das ist Vollbeschäftigung. GfK-Kaufkraft-Index: 179,5 Punkte (Deutschland-Schnitt 100 Punkte). Das ist Spitze in unserem Lande. Einkommensteuerkraft: 559 Euro pro Kopf (Deutschland weit 282 Euro).
Dazu: fünf hübsche Seen, großartige Schulen, innovative Firmen, eine hohe Arztdichte, eine lebendige Kultur, ein köstliches Bier. Plus diese paradiesische Landschaft.
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