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Notizen und Anmerkungen von unterwegs

Ein Hammer namens Sammer

Ein Hammer namens Sammer
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Matthias Sammer, München, den 7. Juli 2012; Photo by R. Stock

Am Samstag beim Training des FC Bayern München in der Säbener Strasse. Auch wenn die EM-Spieler noch im verdienten Urlaub weilen, so sind doch viele da. Der neue zweite Torwart, Tom Starke aus Hoffenheim. David Alaba und Diego Contento trainieren, auch die hungrigen Nachwuchskräfte.

Und noch eine Person wird an diesem Morgen früh gesichtet: Matthias Sammer, der frisch berufene Sportvorstand der Bayern, der neue mächtige Mann mit Zuständigkeit für den Spielbetrieb. Rank und drahtig schaut er dem Training zu.

Und es hat sich einiges geändert beim Training der Münchner. Man geht disziplinierter und konzentrierter zur Sache. Hat sich in den letzten Jahren im Training und besonders in der Spielweise unter Hitzfeld und Heynckes langsam aber sicher ein mentaler Schlendrian breit gemacht, so ist davon heute nichts mehr zu spüren. Zügiges Warmlaufen, Arbeit an Kondition und Fitness, intensive Übungen.

Interessant sind die Schwerpunkte. Trainiert wird vor allem Kombinationsspiel, hier besonders das Passspiel im Dreieck, die Genauigkeit und dann die Schnelligkeit, und die nicht zu frühe Abgabe. Spanien und Barcelona lassen grüßen.

Dante, München, den 7. Juli 2012; Photo by R. Stock

Auch beim anschließenden Trainingsspiel auf dem Kleinfeld geht es aufmerksam zur Sache. Jedermann spürt, der neue Sportdirektor ist da, und die Tage der Ausreden und des Drumherumredens sind vorbei. Jetzt fliegt bei Bayern der Hammer, da möchte man nicht Amboss sein.

Zudem werden in diesem Jahr viele Nachwuchsspieler gesichtet. Achtzehn- oder Neunzehnjährige wie Emre Can oder Patrick Weihrauch aus der eigenen Jugend oder Mitchell Weiser, ein Großtalent vom 1. FC Köln. Unter Matthias Sammer wird, dies sei vorhergesagt, auch die Nachwuchsarbeit des FCB aufblühen und professionell gemanagt. Damit man nicht noch einmal einen Mats Hummels einfach zur gelben Konkurrenz gehen lässt, wie unter Klinsmann geschehen, dessen trauriges Wirken im Rückblick immer deutlicher ans Licht gerät.

Auch wenn kein Knaller dabei ist, scheinen sich die neuen Spieler als gute Ergänzung in die Breite einzufügen. Xherdan Shaqiri aus Basel und der brasilianische Abwehrschlaks Dante aus Mönchengladbach werden Robben beziehungsweise Boateng gehörig Druck machen. Und beide scheinen mir nicht ohne Chance, einen Stammplatz zu ergattern. Und prompt gelang dem sympathischen Xherdan im Training ein Traumtor, das von den Zuschauern kräftig bejubelt wurde.

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Nach drei Stunden ernstem Training bleibt die Erkenntnis, dass neue und alte Spieler sich auf gutem Weg in die kommende Saison befinden. Leidenschaft und Ehrgeiz scheinen wieder in die Birne der Münchner Kicker zu klettern, dieses Feuer hat in den letzten Jahren gefehlt, denn Fussball spielen können sie eh. Die beste Personalentscheidung jedoch, so viel wird heute klar, die hat der FC Bayern abseits des grünen Rasens getroffen.

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  1. Nick

    !!!APPELL AN JUPP HEYNCKES!!!

    Lass Shaqiri spielen, der Typ ist der Hammet und es wäre eine Schande diesem Typ keine „echte“ Chance.
    Macht nicht ein zweites Mal den Fehler, wie bei Hummels und vergeudet sein Talent nicht.

  2. apple

    Eine echte „Hammer-Titelzeile“! (BILD erblasst vor Neid.)

    Ich bin schon richtig neugierig auf die kommende Saison und drücke „unserem“ FC Bayern die Daumen.
    Dauerkarte gesichert?

  3. Sven

    Shaqiri wird eine tolle verstaerkung fuer den fcb auf der rechten Seite vorn. Viel druck aus dem mittelfeld in die spitze. Die neue saison geht hoffentlich bald los

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