Reisen & Begegnungen

Monat: Juli 2012

Wie Steuern steuern sollten…

Photo by W. Stock

Unser ganzes Steuersystem ist doch ziemlich dämlich angelegt. Bei der Schaffung von Werten, also bei der Einkommensteuer beispielsweise, wird so kräftig zugelangt, dass selbst Mittelverdiener langsam die Lust verlieren.

Doch welch verschrobene Philosophie steckt hinter der progressiven Einkommensteuer!? Je mehr man arbeitet, je mehr man verdient, desto mehr wird einem weggenommen. Der fleißigste Euro, der Euro-Verdienst der Überstunde und damit der Euro des Ehrgeizes, wird also am stärksten besteuert. Richtig dämlich und ziemlich bescheuert, das Ganze!

Eigentlich müsste es doch eher umgekehrt sein. Anstatt bei der Wertschöpfung sollte der Staat lieber bei

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Chucho Valdés will kein Weltstar sein

Diesem hochgewachsenen und bulligen Musiker bin ich einige Male begegnet. Und auf der Bühne durfte ich ihn des öfteren sehen und hören, in London, in Lima oder in Den Haag. Die Rede ist von dem kubanischen Pianisten Dionisio de Jesús Valdés, den alle Welt Chucho nennt.

Der Mann, ich hänge mich mal weit aus dem Fenster, ist Amerikas bester lebender Jazz-Pianist. Ja, noch vor Dave Brubeck, Keith Jarrett oder auch vor Herbie Hancock.

Diesen Pianisten zeichnet ein überaus kraftvoller und dynamischer Anschlag aus. Gleichwohl hat sein Spiel etwas sehr poetisches und Chucho liebt die emotionale Phrasierung. Da vermag jemand den musikalischen Romantizismus in allen Nuancen auszudrücken. In der langsamen und leisen Rumba, aber auch in up-tempi mit krachendem Spiel, immer begleitet mit vitalen Latino-Rhythmen der linken Hand.

Das Talent ist

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Werner Herzog bittet um Ruhe im Regenwald

Regisseur Werner Herzog am ersten Drehtag im peruanischen Iquitos, im Januar 1981.
Foto: René Pinedo/Collection W. Stock.

Der deutsche Regisseur brüllt seinen Satz hinein in die drückende Hitze Amazoniens. Fitzcarraldo, Werner Herzog Filmproduktion, 1a, die erste, Klappe! Dieser Tag bleibt in meinem Gedächtnis, ich bin der einzige europäische Journalist vor Ort in Südamerika, warum auch immer. Der Kalender zeigt den 4. Januar 1981. Es ist ein wunderbarer Sonntagvormittag.

Kurz vor Mittag steht die Sonne hoch, bei der Massenszene am Malecón von Iquitos. Hier, mitten im Dschungel Perus, in einer Stadt, die von wucherndem Dschungel umgeben ist. Keine Strasse führt zu ihr, keine aus ihr heraus. Die Hitze mit ihrer hohen Luftfeuchtigkeit klebt am Körper als sei man in einer asiatischen Waschküche. Mehr als 1.500 Statisten kommen heute zum Einsatz. Verlegen, fast schüchtern leitet Werner Herzog die Dreharbeiten.

Der Film handelt vom Irrsinn. Fitzcarraldo, ein mittelloser Cauchero, will große italienische Oper in das Amazonaskaff bringen. Dazu muss er einen Flussdampfer über einen Berg hieven. Eine ziemlich durchgeknallte Idee im glühenden Urwald, dem Wahn und der Tollheit nahe. Oder vielleicht auch eine himmliche Träumerei. Und irgendwie ist

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