Sansibar. Nicht die Inseln im Indischen Ozean. Sondern die Sansibar auf Sylt. Das Kult-Restaurant. Einzigartig in den Dünen gelegen, zwischen Rantum und Hörnum.
Das Essen, erstklassig wie immer. Die Bedienung freundlich und im Duz-Modus, das hier ist gelebte Community, noch bevor es Facebook und ähnlich virtuelle Treffpunkte existierten. Im Hintergrund zieht Marketing-Großmeister Herbert Seckler die Fäden.
Doch das beste an der Sansibar sind nicht die edlen Weine und die köstliche Fischgerichte. Das beste bekommen Sie zu sehen, if you can’t hold your water. Wenn Sie Ihr Gang zu Toilette führt, dann kriegen Sie womöglich rote Ohren.
Denn in den Toiletten der Sansibar – bei den Männern wie auch bei den Frauen – hängt Kunst. Erotische Kunst. Hocherotische Malerei. Bilder von nackten Frauen, Zeichnungen mit Männlein und Weiblein in ziemlich eindeutigen Situationen. Akte und Nackte, so im Niemandsland zwischen Sex, Erotik und Porno.
Er gehört zu Sylt wie das Krabbenbrötchen und die Wanderdüne. Der Strandkorb. Wilhelm Bartelmann erfindet das gute Stück im Jahr 1882 in Rostock.
Mehr als 50.000 Strandkörbe findet man an Deutschlands meist zugiger und herber Küste. Und hier auf Sylt, auf Deutschlands schönster Insel am Meer, sind sie schon gar nicht wegzudenken.
Den Kapriolen des Wetters trotzt dieser Hartholz-Kubus mit seinem Polyesterpolster so tapfer, dass selbst ein Wind- oder Nieseltag ohne Mühe am Strand verbracht werden kann. Ein solcher Strandkorb vereint eine Vielzahl von Vorteilen.
Zum einen beschirmt er seinen Nutzer vor Wind, der hier an der Nordsee bekanntlich ganz schön heftig ausfallen kann. Zum andern schützt er vor vorwitzigem Blick und wirkt als Signal von Privatheit am Strand, der ja in der Hand des Gemeinen liegt. So ist der Strandkorb im Grunde eine mietbare persönliche Trutzburg im öffentlichen Raume.
Und ja, man kann es sich im Strandkorb so richtig bequem machen. Man kann
Am Vormittag eine Radtour über die Insel, von Wenningstedt nach Munkmarsch bis nach Keitum. Dort bei Hero Kind vorbei geschaut, der leider nicht zu Hause ist.
Mit dem nötigen Appetit ausgestattet, zu Fisch Fiete, dem bekannten Sylter Fischrestaurant im Weidemannweg, das uns von verschiedener Seite empfohlen wurde. Wir finden einen schönen sonnigen Platz, draußen im Strandkorb.
Freundlich frage ich die Bedienung, mit Namen Conny wie der Kassenbon später zeigen wird, was sie uns denn heute empfehlen könne. „Alles“, kommt es etwas spitz zurück. „Alles“ kann ich nicht essen, sage ich. Dann müssen Sie halt auswählen, so Conny nun ziemlich zickig.
Frühstück in der Sansibar; Sylt, im August 2012; Photo by W. Stock
Wenn einen der Weg zur gerühmten Sansibar in den Sylter Westdünen führt, dann sei hier eine frühe Empfehlung ausgesprochen. Ein Tipp für den Vormittag, für jene Stunden, in denen dieses Kult-Restaurant dem alltäglichen Rummel noch nicht ganz anheim gefallen ist.
Zwischen 10,30 Uhr und 12 Uhr, in den frischen und ruhigen Morgenstunden, wird dem Gast ein Sansibar-Frühstück serviert. Und diese erste Mahlzeit des Tages hat es wahrlich in sich, in Menge als auch in Güte.
Man bekommt in mehr als einem Dutzend Schälchen das beste serviert, das man sich zum Brunch nur so wünschen kann. Frischer Lachs mit Meerrettich, eine Thunfischpaste mit Orange, reichlich Rührei, Brühwürstchen und Leberkäse. Dann kalter Eiersalat, knusprige Bratkartoffeln, Tomaten mit Büffel-Mozzarella. Schließlich Obstjoghurt und ein Früchtecocktail. Plus Wurst, Käse, Konfitüre, Brot, Brötchen und Croissants.
Gestern Nachmittag bereits im Meer gebadet, das Wasser sauber und frisch. Die Sonne scheint kräftig und hier im weißen Pudersand brennt sie an den Füssen.
Der Westwind weht tagsüber kühle Brisen ins Inselinnere. Für morgen sagt der Wetterdienst den heißesten Tag des Jahres voraus. Am Abend dreht der Wind auf Nordwest und nun beginnen Salz und Jod aus der Luft ihre wundersame Wirkung zu entfalten.
Das Essen ist – wie immer – vorzüglich. Am liebsten ordere ich den frischen Fisch. Bei Gosch, oder noch lieber bei Blum. Das Klima macht richtig hungrig.
Und es ändert sich wie schon seit Jahren wenig, an der Physiognomie der Insel, am Klima und auch an den Geschäften, an denen wir vorbei bummeln.
Cuervo y Sobrinos findet sich als dezentes Schild beim Uhrmacher in der Strandstrasse. Herr Cuervo und seine Neffen. Hübscher Firmenname. La Habana 1882. Auf Kuba gegründet, heute in der Schweiz.
Nichts fürchten Unternehmen und Politik in diesen Tagen der ziemlich verzwickten Wirtschaftskrise wie diese hochkritische Situation: einen Banken-Run. Die Menschen verlieren nach und nach die Geduld und das Vertrauen, und alle nehmen Ersparnisse und Anlagen von heute auf morgen von ihren Konten und aus den Depots. Wodurch eine Spirale nach unten los getreten wird.
Die Volkswirtschaftslehre, mit ihren Gleichungen und Modellen, hat für solch einen Banken-Run nur unzureichende Erklärungen und Vorhersagen parat. Hier sind dann andere Disziplinen, vornehmlich die Psychologie, gefragt. Nehmen wir ein neutrales Beispiel.
Stellen Sie sich vor: Restaurant A und Restaurant B, beide bis ins letzte Detail gleich, gleiche Ausstattung, gleiche Speisekarte – und beide leer, ohne einen einzigen Gast. Die zwei Restaurants stehen nebeneinander. Wie laufen nun die Besucherströme?
Geld, man sollte es nie vergessen, ist auch nur bedrucktes Papier. Die Wertaufladung des Geldes funktioniert kurioserweise nicht nach ökonomischen Prinzipien, sondern vorwiegend nach einem subjektiven Wert: Vertrauen.
Solange psychologisch das Vertrauen vorhanden ist, dass ich für Geld im Tausch ein entsprechendes Gut erhalte, solange funktioniert das mit dem Geld. Ist das Vertrauen weg, können Sie mit Papiergeld Ihre Zigarette anzünden.
Dieses Vertrauen in das Geld kann man durch verschiedene Massnahmen kaputt machen: durch mehr und mehr Staatsschulden zum Beispiel, durch Anwerfen der Druckmaschinen, durch Kaufkraftverlust und Inflation, durch Missachtung von Leistung, und natürlich durch Männer mit Bart.
Die Mexikaner haben vor einigen Wochen einen neuen Präsidenten gewählt und, kurzes Gedächtnis, wieder einen aufgeblasenen Populisten von der PRI. Wobei diese PRI ein ziemlich korrupter Haufen war, der jedoch merkwürdigerweise auch oppositionelle Stimmen zuließ. Eine davon war die Tageszeitung unomásuno.
Diese Tageszeitung unomásuno ist eine prächtige Publikation in Mexiko. So war das jedenfalls vor 30 Jahren. Als ich in Mexiko City lebte, gehörte sie zu meiner Tageslektüre. Neben dem Excélsior, den Novedades und El Dia. Ich habe das Blatt verschlungen, denn es war informativ, intelligent und profund. Die Meinungsfreude bei unomásuno zeigte sich stärker ausgeprägt als gemeinhin in der mexikanischen Presse.
Dieses unomásuno meint Eins-und-Eins. Das bezog sich auf die Einheit von Leser und Zeitung. Im politischen Spektrum Mexikos stand die Zeitung links. Sie wurde häufig von der akademischen Elite, von den Studenten an der UNAM und den Intellektuellen gelesen. Das mediale System in Mexiko war fein austariert und unomásuno hielt der desolaten Staatspartei PRI so die linke Flanke frei.
Manuel Becerra Acosta hatte das Blatt 1977 gegründet, als ehemalige Excélsior-Journalisten von einem neuen kritischen Journalismus träumten. Viele herausragende Schreiber publizierten
Wohl kein Begriff ist so verhasst in Deutschland wie Hartz IV. An dieser Stelle soll keine Wertung erfolgen, ob die Hartz-Reformen der Regierung Schröder/Fischer nun genial, nötig, unsozial oder sonstwas gewesen sind. Trotzdem möchte ich schon die Lupe auf Hartz IV legen – allerdings rein sprachlich.
Die Hartz-Reformen sind ja bekanntlich nach dem famosen Peter Hartz benannt. Und obwohl der Name Hartz den offenen, sympathischen Vokal “a” beinhaltet, klingt er krude.
Das liegt einerseits an der klanglichen Nähe zum Wort hart. Andererseits bewirken die drei harten Konsonante am Wortende so eine gezischte Endung. Dieses “rtz” besitzt den Klang eines Peitschenhiebes, man mag gar das Fallbeil einer Guillotine hören.
Und dann kommt diese unsäglich dämliche Nummerierung. “IV”, dieses römisch VIER, da zeigt sich die schlimme Beamtensprache von Rotgrün, da sieht man eine graue Akte mit dem Stempel IV drauf. “IV” ist emotional leer, hier scheint das menschliche Schicksal zur Nummer herab gedemütigt.
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