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Notizen und Anmerkungen von unterwegs

Wenn das Seniorenschnitzel dampft…

Wenn das Seniorenschnitzel dampft…
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SeniorenJoachim Müller vom Fachverlag für Computerwissen schreibt mir einen netten Werbebrief, weil er mir etwas verkaufen möchte. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Ich kaufe gerne und oft. Jedenfalls, wenn ich es brauche und wenn man mich freundlich anspricht.

Nun bin ich jedoch in der Adressdatei des Bonner Verlages in die Schublade „Senioren“ gerutscht, denn Herr Müller will mir das Loseblattwerk PC-Wissen für Senioren verkaufen. Das Werk sei prima für alte Leute und gar von der Deutschen Seniorenliga e.V. geprüft und empfohlen. Aha.

Unter Verlegern weiß man, dass Seniorenmarketing schwierig ist, weil Senioren sich nicht als Senioren sehen und so anreden lassen möchten. Und Nicht-Senioren möchten schon gar nicht als Senioren anrempeln lassen.

Nun bin ich zwar auch schon ein paar Semester über 50, die Rente darf aber noch zehn Jahre warten, und so fasse ich es als Schlag ins Gesicht, als oller Knabe angesprochen zu werden. Denn ich habe noch alle meine fünf Sinne beisammen, bin gut in Schuß, der Körper macht jeden Blödsinn mit und auch der Geist scheint wach. Was also soll Ihr Brief bei mir, Herr Müller?

Ich bin nicht nur altersgemäß, sondern auch fachlich in der falschen Adressdatei. Beim PC brauche ich keinen Ratgeber, weder für Senioren noch Junioren. Ich bin digital fit: Ich betreibe eine Homepage, schreibe zwei Blogs, Twitter, facebook, Skype – alles da, alles läuft. Null Problemo. Also, lieber Herr Müller, ich brauche die 432 Seiten Loseblatt nicht.

Doch was ist, wenn Joachim Müller doch recht hat? Was ist, wenn ich mich langsam umstellen muss? Schöne Aussichten! Meine neue Welt: Im Museum nach dem Seniorentarif fragen, beim Fussball die verbilligte Rentnerkarte ordern und in der Gaststätte den Seniorenteller futtern. Und mich abends von Florian Silbereisen und den Volksmusikanten zudröhnen lassen.

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  1. apple

    Sie haben aber auch wirklich Pech, lieber Dr. Stock. Und was habe ich für ein Glück, dass der lieber Herr Müller mir nicht auch die Schliche gekommen ist, dass ich noch viel senioriger bin als Sie. Aber sogar ich wäre beleidigt gewesen. Wenn ich auch nicht mehr so schnell rennen kann wie damals, so habe ich zuweilen den Eindruck, dass mir die Kraft aus der Beinmuskulatur ins Hirn gestiegen ist.

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