Paul Saffo ist der Stratege des Silicon Valley
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Paul Saffo at Stanford University

Paul Saffo at Stanford University, Palo Alto, im Juli 2005; Photo by W. Stock

Wer ist heute das Hirn des Internets? Wer macht griffig klar, worum es bei diesem neuen Medium eigentlich geht?

Na, vielleicht dieser Hochschullehrer. Der Mann in Jeans und weißem Hemd betritt den Hörsaal der Stanford University und geht zuerst an die Tafel und ringelt seine E-Mail-Adresse und die URL seiner Homepage. www.saffo.com.

Professor Paul Saffo. Berufsbezeichnung: Futurist. Hochschullehrer an der Stanford University. Paul Saffo. Merken Sie sich den Namen!

Denn der Mann ist einer der hellsten Köpfe unserer Tage. Kein Hochschullehrer redet intelligenter über neue Medien als er, keiner erklärt die Chancen und die Faszination des Internets verständlicher als er. Paul Saffo gilt als das Brain des Silicon Valley.

Der Mann mit der hohen Stirn, dem buschigen Schnauzbart und mit der ein wenig zu groß geratenen Brille kann den Akademiker schwer verbergen. Er ist gut in der Analyse, in der Strategie, beim Einordnen. Ein Egghead wie er im Lehrbuch steht, kein Schimpfwort, nein, nein, vielmehr ein Mann mit klaren Gedanken.

In Stanford unterrichtet der 56-Jährige an der School of Engineering und seine Studenten gehören zu den Gründern erfolgreicher start-ups im Valley, und bei Paul Saffo haben sie das akademische Rüstzeug erhalten. Am liebsten doziert Saffo über den Technologiewandel und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Das Internet hat die Unternehmen aufgemischt, alte Erfolge zählen hier nicht. The competitors to today’s media incumbents are not the other big players, but small innovators. Ultimately, the competiton is not other media moguls, but twenty-somethings working in today’s media establishment who see what their bosses are blind to, and will not hesitate to leave and found new start-ups.

Worin liegt die zentrale Idee des Internets, die Eigenart, die das Medium so revolutionär erscheinen lässt? Das ist die Frage aller Fragen. Saffo hält die Antwort parat. Es ist die Beziehung der Kommunikation. Von one-way zum two-way.

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Photo by W. Stock

TV und Radio waren Berieselung, das Internet ermöglicht Teilhabe. The Mass Media revolution 50 years ago delivered the world to our TVs, but it was a one-way trip – all we could do was press our nose against the glass and watch. In contrast, Personal Media is two-way trip and we not only can, but also expect to be able to answer back. Blogging, chat groups and adding comments to online articles are obvious examples, but just the beginning. In the TV era, it was hard, if not impossible to participate, but now in the new world of personal media, the exact reverse it the case: it is hard to merely be a bystander.

Der Konsument ist nicht mehr Zaungast, sondern beeinflusst das Geschehen. Das Web bedeutet Partizipation. Immer und überall. Für alle und jeden. Für klein und groß. Für arm und reich. Für den Süden und für den Norden. Für JEDEN.

Mensch und Medium definieren ihre Beziehung neu. Das Internet macht den Konsumenten gleichzeitig zum Schöpfer. Darin liegt die eigentliche Revolution! Der Mensch emanzipiert sich von der Struktur. Ein neues Zeitalter beginnt.