Richard Stolley: 8 Tipps für Blattmacher
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Palo Alto/California, im Juli 2005; Photo by W. Stock

Drüben in den USA gilt Richard Stolley als Legende im Journalismus. Als ein Blattmacher, dessen Wort in der Branche zählt.

Stolley ist ein netter älterer Herr vom guten Jahrgang 1928, in Ehren ergraut und bedächtig in der Sprache. Aber in dem hektischen Geschäft mit Zeitschriften erfahren wie kein zweiter. Möglicherweise lässt sich weit und breit kein zweiter Publizist finden, der mehr Einblick und mehr Übung im Magazinjournalismus vorweisen kann als dieser Dick Stolley.

Dick arbeitete zwei Jahrzehnte bei der berühmten Hochglanz-Illustrierten Life. Das Wochenblatt ging in die Annalen der amerikanischen Magazinhistorie ein, weil die Zeitschrift nicht wegen Erfolglosigkeit, sondern wegen zu viel Erfolg eingestellt werden musste. Die Anzeigenpreise schossen gleich der Auflage in die Höhe und konnten von der Industrie immer weniger gezahlt werden.

Nachdem Life im Dezember 1972 ihr Erscheinen einstellte, hat Richard Stolley dann 1974 die Zeitschrift People gegründet, eines der erfolgreichsten Magazine in den USA. Bei People, dessen Name Programm ist, werden noch heute jede Woche knapp 4 Millionen Hefte verkauft.

Dick Stolley war auch lange bei TIME, der Mutter aller Nachrichtenmagazine, bei Fernsehstationen und darüber hinaus geht ihm zu Recht der Ruf voraus, ein kurzweiliger und kompetenter Dozent zu Medienthemen zu sein.

Bereits 1970 hat Dick Stolley seine Ratschläge in puncto erfolgreiche Titelthemen niedergeschrieben. Auch vier Jahrzehnte später haben diese Tipps nichts von ihrer Aktualität verloren.

Welche Cover verkaufen sich bei Zeitschriften am besten? Hier Dicks Antworten:

1. Young is better than old.
2. Pretty is better than ugly.
3. Rich is better than poor.
4. Movies are better than television.
5. Movies and television are better than music
6. Movies, TV, and music are all better than sports.
7. Anything is better than politics.
8. Nothing is better than a dead celebrity.

Auch wenn einige Hinweise der eher visuellen amerikanischen Medienrezeption geschuldet sind, man erkennt auch eigene Erfahrung wieder. Die westliche Kultur reicht über den Atlantik, das Auge von heute schaut universell. Und die USA, man kann es drehen und wenden, sind dem alten Kontinent immer noch ein paar Jahre voraus.