Frank Sinatra in Las Vegas, unkaputtbar
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sinatrasands3Wir finden uns wieder in Las Vegas, Nevada. United States of America. Der Kalender zeigt den Januar 1966. At the Sands. Frank Sinatra wurde gerade 50. The golden September of his years.

Ist dies die beste Sinatra-Platte ever? Da gibt es doch wohl keine zwei Meinungen! Sinatra. Live at the Sands. Ganz famos, denn an diesem Abend kommen einige Glücksfälle zusammen.

Frank Sinatra befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Stimmkraft, das Count Basie Orchestra sorgt für einen sehr vollen und dynamischen Sound und ein junger Kerl namens Quincy Jones sorgt für geniale Arrangements.

Auf dem Label Reprise vereinigt diese Platte die ganze Brandbreite des Sinatra-Repertoires. Feinen Vokaljazz, das American Songbook, whiskeyselige Honky-tonk-Lieder, den melancholischen Lebens-Rückblick, ein ulkiger 12 Minuten-Monolog.

Der Basie-Sound bildet einen kraftvollen Klangteppich für Sinatras Kapriolen. Der instrumentale Jazz des Count Basie Orchestra legt sich komapkt, überaus dynamisch und explosiv unter Sinatras Stimme. Einige der wunderbarsten Jazzmusiker spielen in der Band: Eddie Lockjaw Davis, Eric Dixon am Saxophon, Sonny Cohn und Wallace Davenport an der Trompete oder Al Green als Posaunist. Und Sonny Payne schlägt scharf den Takt.

Keine einzige schlechte Einspielung findet man auf dieser Platte. Und selbst wenn, wie beim hausbackenen Get me to the Church on Time rettet sie das brillante Arrangement des Quincy Jones. Und Frank Sinatra zeigt, was er kann und andere nicht können. Gut, auch andere Crooner können ein hinreißendes Timbre vorweisen, oder ein zuverlässiges Rhythmusgefühl.

Jedoch niemand sonst besitzt diese tänzelnde Phrasierung und vor allem dieses einzigartige Timing. Keiner, niemand, nur Sinatra. Kein anderer hat dieses swingende Taktgefühl mit den retardierenden Phrasen, die hier den perfekten Kontrast zur explosiven Dynamik der Basie-Leute bildetet.

Wir hören eine überaus vergnügliche Sinatra-Platte. Frank Sinatra mit tatkräftiger Unterstützung von Count Basie, Quiny Jones und ein wenig auch von Jack Daniels. Herauskommt dann ein alter Jazz, der sich auch nach fast 50 Jahren noch richtig frisch anhört.

Doch Wehmut, neben all der Freude, bleibt beim Anhören dieser Platte. Frank Sinatra gibt es nicht mehr, Count Basie auch nicht und auch das Sands steht nicht mehr in Las Vegas. Jedoch ein solches Jazz-Juwel, Sinatra at the Sands, dies bleibt. Für immer. Unkaputtbar.