Online den Onlinern
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Hitzig wird in der Medienbranche diskutiert, ob die Verantwortlichkeit für Print und Online in einer Hand liegen solle. Ob beispielsweise der Chefredakteur einer Zeitung zugleich auch der Chefredakteur des Online-Auftrittes dieser Zeitung sein soll.

Meine Haltung zu dieser Kontroverse ist eindeutig: teilen, unbedingt teilen. Denn Online ist ein ganz anderes Medium als Print. Online muss weit mehr sein als die Zeitung auf dem Schirm. Online emanzipiert sich von Print: andere Darstellungsform, andere Gesetzmäßigkeiten, andere Stärken, anderer Nutzwert.

Versetzen wir uns einmal kurz ins Jahr 1930 zurück. Die Zeitung gilt als das etablierte Medium, das merkwürdige Medium Radio kommt langsam auf. Würden wir – aus heutiger Sicht – uns damit zufrieden geben, wenn man Radio als vorgelesene Zeitung definiert? Was hielten wir davon, wenn die Zeitungsredakteure nebenbei nun auch Radio machen müssen? Sollen Zeitungsleute und Radioleute in einem Büro sitzen?

Und ganz apart: Soll man mit der Verkündung einer Nachricht im Radio warten, bis sie zunächst in der Zeitung erschienen ist? Print first oder Radio first? Lächerlich, einfach lächerlich diese Fragen! Aber es sind Diskussionen, die wir heute unter anderen Vorzeichen führen.

Man muss Online von Online her denken. Denn wenn man Online von Print her denkt, dann bleibt man unter den Möglichkeiten. Unter den Möglichkeiten und Chancen, die das neue Medium bietet. Die Botschaft klingt simpel: Online ist ein eigenständiges Medium.

Was würde man aus heutiger Sicht sagen, wenn die Radiomacher dann in den 50er Jahren auch noch Fernsehen machen müssten. Peinlich und töricht. Denn jedes Medium braucht seine Leute. Experten, Fans, Verrückte, Besessene.

Ein letztes, wer noch nicht überzeugt ist. Leidenschaft. Anstatt seine Leidenschaft zu teilen, sollte man seine Leidenschaft konzentrieren.