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Notizen und Anmerkungen von unterwegs

Kategorie: San Francisco

Paul Saffo ist der Stratege des Silicon Valley

Paul Saffo at Stanford University

Paul Saffo at Stanford University, Palo Alto, im Juli 2005; Photo by W. Stock

Wer ist heute das Hirn des Internets? Wer macht griffig klar, worum es bei diesem neuen Medium eigentlich geht?

Na, vielleicht dieser Hochschullehrer. Der Mann in Jeans und weißem Hemd betritt den Hörsaal der Stanford University und geht zuerst an die Tafel und ringelt seine E-Mail-Adresse und die URL seiner Homepage. www.saffo.com.

Professor Paul Saffo. Berufsbezeichnung: Futurist. Hochschullehrer an der Stanford University. Paul Saffo. Merken Sie sich den Namen!

Denn der Mann ist einer der hellsten Köpfe unserer Tage. Kein Hochschullehrer redet intelligenter über neue Medien als er, keiner erklärt die Chancen und die Faszination des Internets verständlicher als er. Paul Saffo gilt als das Brain des Silicon Valley.

Der Mann mit der

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Google – Studentenwerk am Pazifik

HQ Zentrrale Google Kalifornien Stanford Brin Page google mountainview adsense adwords.jpgWer das Privileg erhält, bei Google in Kalifornien hinein zu schnuppern, der ahnt, wie eine Firma im 21. Jahrhundert aussehen muss. Google ist die vielleicht leidenschaftlichste Firma der Welt. Von null auf Mach 1, Schallmauer durchbrochen.

Google’s Geschichte ist bekannt: In einem Dorm, dem Dormitorium, in einem der kargen Schlafräume des Escondido Village, in den Studentenwohnheimen der Stanford University, wurde Google 1998 gegründet. Von den Studenten Sergey Brin, einem gebürtigen Russen, und Larry Page aus Michigan. Beide heute vielfache Milliardäre unter kalifornischer Sonne.

Und so meint man denn auch

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Bei Facebook & Co.

Palo Alto, im Oktober 2009; Photo by W. Stock

Palo Alto, im Oktober 2009

Während New York das Selbstmitleid und die Larmoyanz Europas kultiviert, herrscht in San Francisco ein intellektueller Pioniergeist, eine Aufbruchstimmung, dieses typisch hemdsärmelige Let’s do it!, das die USA so sympathisch macht.

Fällt das doch aufs Alte und auf Europa zugeneigte New York bisweilen in unreflektierte Hektik, so zeigt sich an der Westküste eine offene, der Zukunft zugewandte Kultur und auch dieser alte, sonnige Erfindergeist wird wieder wach.

An der Westküste sitzen die coolen Firmen wie Apple, Google, Oracle, im Zentrum die Stanford University, jene intellektuelle High-Tech-Schmiede des Silicon Valley und hier sitzen die Risikokapitalgeber, die so manches Start-up zu einem Millionengeschäft befördert haben.

Der pazifische Westen der USA denkt

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Google besitzt Spirit und Leidenschaft

Photo by W. Stock

Mountain View, im Oktober 2009

Bestes Firma von Welt? Schwierige Frage, leichte Antwort.

Selten hat mich der Besuch eines Unternehmens so fasziniert und elektrisiert, wie dieser Besuch bei Google in Kalifornien unter schönstem blauen Himmel.

Die alte Industrie sieht hier noch älter aus. Nestlé, Daimler-Benz, Henkel – kenne ich auch, Spitzen-Unternehmen, auch die habe ich von innen gesehen. Alles kein Vergleich zu Google. Einen besseren Laden als die Firma aus Kalifornien gibt es nicht. Nirgends. Nicht zwischen Alaska und Argentinien, nicht zwischen Tokio und London.

Bei Google in Mountain View wie bei Tante Käthchen mal kurz zum Nachmittagskaffee vorbeizuschauen, das geht so einfach nicht. Doch den

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Exzellenz an Stanford

Stanford University, Juli 2005; Photo by W. Stock

Mit die besten Tage meines Lebens? Zwei Wochen an der Stanford University in Kalifornien.

Dort habe ich einen Sommerkurs belegt, eine Fortbildung für Manager im Medienbereich. Den Stanford Professional Publishing Course.

Was ich in Stanford gesehen, gehört und erlebt habe, das hat alles in den Schatten gestellt, was ich von europäischen Unis kenne. In Deutschland habe ich schon keine schlechte Universität absolvieren dürfen. Die RWTH Aachen liegt in der Rangliste der Exzellenz ziemlich oben in den Top Ten hierzulande.

Deutsche Universitäten sind gut. Seien wir genauer. Manche sind gut, viele sind guter Durchschnitt. Besonders in der Breite. Kein Ausreißer nach oben, keiner nach unten. In  Deutschland ist von linker Seite tragischerweise immer ein Konflikt zwischen Spitzen- und Breitenbildung konstruiert worden. Künstlich geschaffen, wegen des Dogmas. Denn einen solchen Widerspruch gibt es nicht.

Die Eliteunis gefährden eine gute Breitenbildung nicht, im Gegenteil, sie sind eine

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Die sympathische Botschaft des Guy Kawasaki

Palo Ato/California, im Juli 2005

So manchen Vortrag habe ich mir während meines Berufslebens anhören dürfen. Den einen und anderen zudem ertragen müssen. Denn die Inhalte vieler Vorträge blieben belanglos und die Redner selbst langweilig, eintönig, ohne jeden Esprit.

Geht es darum, den besten Vortrag, den ich jemals erleben durfte, zu benennen, kommt mir einer rasch in den Sinn. The Art of the Start, eine Präsentation von Guy Kawasaki an der Stanford University im Sommer 2005.

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Bei Kawasaki sieht man, was einen guten Redner ausmacht. Er redet nicht, er unterhält sich mit seinem Publikum. Dazu kommt inhaltliche Substanz, da erklärt jemand in einfachen Worten eine anspruchsvolle Strategie. Plus viel Leidenschaft. Hier scheint der richtige Mann zu sein, mit dem richtigen Thema, am richtigen Ort.

Guy Kawasaki ist ein lockerer Typ. Jeans, Polo-Shirt, jugendliche Erscheinung, verschmitztes Lächeln. Der US-Amerikaner japanischer Abstammung hat bei Apple 1984 das Marketing für den Macintosh betreut, bevor er Bücher schrieb und eigene Unternehmen gründete.

Heute arbeitet Guy Kawasaki als

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Tom Wolfe und das Silicon Valley

Tom Wolfe gilt als einer der ganz Großen der Unterhaltungsliteratur. Der schlanke und stets dandyhaft gekleidete Autor, ist der bekannteste Protagonist jener neuen Schreibart, die man New Journalism nennt. Die Fakten werden in eine packende fiktionale Erzählung eingebaut. Fortan gilt es Szenen zu beschreiben, nicht mehr so sehr Handlungen.

Im Jahr 1990 hatte ich die Ehre, ein Buch von Tom Wolfe zu verlegen: Die neue Welt des Robert NoyceEine Pioniergeschichte aus dem Silicon Valley. Ursprunglich war dies 1983 ein langer Aufsatz in Esquire unter dem Titel The Tinkerings of Robert Noyce, und mir kam die Idee, für Deutschland daraus ein kleines Buch zu machen.

Ich hatte Tom Wolfe auf der Buchmesse getroffen und der bestens verdrahtete Literaturagent Michael Meller aus München besorgte nun das Copyright beim Autor auf Long Island. Stolz hielt ich nach einigen Wochen den Lizenzvertrag mit der geschwungenen Unterschrift von Tom Wolfe in Händen.

Bei der Story geht es um die Gründerjahre im Silicon Valley, als Intel-Ingenieur Robert Noyce den integrierten Schaltkreis erfand. Im Halbleitergeschäft hatte die Forschung den Stellenwert, den das Werfen beim Baseball hat; sie macht 60 Prozent des Spiels aus. Sauber, so geht dieser Tom Wolfe an eine Geschichte heran und hält wunderbar den Spannungsbogen bis zur letzten Seite.

Genial wie Wolfe in dieser kleinen Story die knisternde Atmosphäre der Anfangsjahre in der kalifornischen Computerindustrie rund um San Francisco einfängt. Er beschreibt eine kleine, heute weitgehend vergessene Episode mit grosser Wirkung, ein Anfang, der die ganze Welt revolutionieren sollte. Wie detailgenau, kenntnisreich und anschaulich Wolfe die eigentlich trockene Materie angeht, das macht ihm so schnell keiner nach. Wer wissen möchte, welche Aufbruchstimmung und welche Begeisterungsfähigkeit die Anfänge des Silicon Valley bestimmten, der sollte sich in dieses Buch fallen lassen.

Tom Wolfe besitzt einen eleganten, sehr präzisen Stil, seine Stücke sind immer genau recherchiert und er verfügt über einen sehr gleichmäßigen Satzrhythmus. Während ein Hunter S. Thompson schreibt wie Charlie Parker sein Saxophon spielt, wild, rebellisch, ohne Konvention, so ist Tom Wolfe ein George Gershwin des Schreibens: große Symphonie, genaue Taktung, präzise, auf Effekte und Pointen zugeschnitten, ein Donnerwetter – gewaltig, krachend, aber doch immer von einer gewissen Lieblichkeit. Und, man darf es nicht vergessen, höchst unterhaltsam.

Zuck – der Mann des Jahres

In dieser Woche hat das amerikanische Nachrichtenmagazin TIME Mark Zuckerberg, den Gründer von Facebook, zur Person of the Year gewählt. Zu recht, den kein anderer hat in diesen Tagen unser Leben so revolutioniert wie der Internetpionier aus White Plains im Staate New York.

Der heute 26-Jährige hat mit Facebook ein Netzwerk erfunden, das digitales Lagerfeuer, elektronische Informationsbörse, Telefonersatz und Laufsteg der Eitelkeiten zugleich ist. Also, ein geniales Produkt. Fast 600 Millionen Menschen tauschen sich auf Facebook aus, das ist mehr als jeder zehnte Erdenbürger. In der Geschichte der Menschheit hat niemand so viele Menschen wie dieser Mark Zuckerberg zusammen gebracht und kommunizieren lassen.

Im Oktober 2009 erhielt ich die Einladung, die Firmenzentrale von Facebook in Palo Alto besuchen zu dürfen. Die Regeln für Besucher sind überaus streng. Man darf nicht fotografieren, keine Geheimnisse ausplaudern und überhaupt, man sollte nicht allzu neugierig auftreten. All das muss man dann glaubhaft, nicht zuletzt mit seiner Unterschrift unter ein Formular von etlichen Seiten, versichern.

Facebook sitzt nur ein paar Autominuten von der Stanford University entfernt, und auf dem Campus wie auch im Unternehmen denkt man amerikanisch und handelt asiatisch. Produkte, die von der Westküste kommen, werden rasant entwickelt und mit Verve vermarktet. Das Silicon Valley besitzt heute zwei, drei Jahre Vorsprung vor New York und vor Europa sowieso.

Hier am Pazifik sitzen die coolen Firmen wie Apple, Google, Oracle, im Zentrum die Stanford University, jene intellektuelle High-Tech-Schmiede des Valley, und hier sitzen auch die Risikokapitalgeber, die so manches Start-up zu einem Millionengeschäft befördert haben. So auch Facebook.

Was soll man groß über Facebook schreiben, wenn man eigentlich nichts schreiben darf? Dass hier in dem weitläufigen flachen Bürogebäude an der California Avenue 1601 viele junge Leute in riesigen Büros arbeiten? Dass in den Gängen und Ecken große Obstkörbe stehen, Teller mit Müsliriegel, Kühlschränke mit Erfrischungen? Da sind die Vorträge der Executives dann doch interessanter.

Man arbeite ständig an Verbesserungen, an neuen Produkten rund um das Netzwerk. Facebook, so hört man zwischen den Zeilen, sei nicht profitabel, eigentlich suche man noch nach dem goldenen Geschäftsmodell, getrackte Werbung vielleicht, aber zunächst setze man voll auf Wachstum.

Das Netzwerk Facebook definiert auch unseren  Umgang mit Informationen und unserer Privatsphäre neu. Der Mensch wird gläsern, nachvollziehbar,  er präsentiert sich auf dem Tablett. Ein solch offener Umgang mit dem eigenen Ego lässt sich aus der ungezwungenen Mentalität der amerikanischen Westküste erklären. Kalifornien zieht gewitzte Menschen an, mit frischen Ideen, Asiaten, Europäer und Amerikaner, hier wirkt das Denken pragmatisch und jung, hier zählt nicht die Konvention, das Gestern, sondern der Spirit, die Leidenschaft, die Zukunft. The sky is the limit.

Wenn man bei Facebook mal kurz austritt und einen vorwitzigen Blick in die akkuraten Baderäume wirft, dann sieht man, dass hier an den Waschbecken eine Menge Zahnputzbecher und Zahnbürsten stehen. In Palo Alto wird lange gearbeitet und wohl auch mal über Nacht.

Die jungen Leute schuften bis zum Umfallen, aber sie fallen nicht um. Ich frage ich eine Mitarbeiterin, wie lange denn ihr Arbeitstag dauere. So 12 bis 14 Stunden, kriege ich zur Antwort. Ich schaue wohl ein wenig skeptisch. Ich weiß, fügt sie lächelnd an, dies sei zu lang, aber es sei die beste Zeit ihres Lebens.

Nach einem Besuch bei Facebook lässt man sich von der heiteren Stimmung Kaliforniens anstecken. Man verflucht das Geburtsdatum im Reisepass, man ärgert sich, dass man so eine Durchschnittstype ist und wirft dann zumindest den BOSS-Anzug in den Koffer und packt die Jeans und das Polo-Shirt aus.

Die Stanford University schafft Studiengebühren ab – für Arme

Photo by W. Stock

Die Stanford University muss man sich in etwa so vorstellen: das innovativste und kreativste Bildungsangebot der Welt, und dies in einer Umgebung, die an das süße Leben in den Tropen erinnert. Solch ein Luxus – edukativ als auch ambiental – hat natürlich seinen Preis. Die Universität, eine halbe Stunde südlich von San Francisco bei Palo Alto gelegen, ist nicht nur eine der schönsten und besten Universitäten der Welt, sondern zugleich auch eine der teuersten.

Ein Studium an dieser kalifornischen Elite-Schmiede ist wahrlich kein billiges Vergnügen. Über den Daumen gepeilt, muss man pro Jahr mit ca. 40.000 Dollar tuition fees, den Studiengebühren, rechnen. Dazu kommen noch etwa 20.000 Dollar für Unterkunft und Verpflegung. Da addieren sich während eines Studiums locker 200.000 Dollar.

All das ist nicht billig, jedoch überaus preiswert. Denn für das Geld erhält man eine erstklassige Gegenleistung. Stanford kann einiges vorweisen: Einen wunderschönen Campus mit allen Annehmlichkeiten. Dozenten, die sich oft nur um 4 oder 5 Studenten zu kümmern haben, 16 Nobelpreisträger als Professoren und Vorlesungssäle mit modernster Technik und eigenem Techniker. Und vor allem: Ein offenes und kreatives Miteinander auf dem Campus. Firmen wie Google, Yahoo oder SUN wurden hier von Studenten gegründet. Stanford muss den chronisch unterfinanzierten deutschen Hochschulen wie ein akademisches Schlaraffenland erscheinen.

Die Aufnahmeprüfung ist knallhart. Nur 15.000 Studenten sind in Stanford eingeschrieben, auf einem weitläufigen Campus, größer als eine Kleinstadt. Durch Studiengebühren, Spenden und Zuwendungen der Alumni, der Ehemaligen, haben die amerikanischen Universitäten ein Vermögen angehäuft, das für deutsche Ohren unvorstellbar klingt. Stanford beispielsweise besitzt ein Stiftungsvermögen von 18 Milliarden Dollar, das professionell verwaltet, in guten Jahren zweistellig wächst.

Ist das Studium an Stanford deshalb nur etwas für Super-Reiche? Eine Elite-Universität nur für die Elite? Mitnichten! Die Stanford University erlässt Studenten aus armen Familien die Studiengebühren inklusive Nebenkosten für das undergraduate-Studium. Das scheint mir eine verrückte Entwicklung: Die mittelmäßigen deutschen Universitäten beginnen zaghaft Studiengebühren zu verlangen, eine amerikanische Top-Uni schafft die Studiengebühren für wenig Betuchte ab. Neben solchen Freiplätzen gibt es übrigens ein durchdachtes Stipendienprogramm sowie Studienkredite.

Mir scheint ein anderer Umstand erwähnenswert. Nämlich wie Stanford den Begriff Bedürftigkeit bei den Gratisplätzen quantitativ fasst. Bei einem jährlichen Familieneinkommen der Eltern von unter 100.000 Dollar werden fortan keine Gebühren mehr fällig. 100.000 Dollar, das sind knapp 80.000 Euro, gelten für Stanford als Armutsgrenze. Mit 80.000 Euro gehört man in Deutschland zum wohlsituierten oberen Mittelstand. Auch daran mag man erkennen, wie weit Deutschland abgerutscht ist.

Wo die Luft der Freiheit weht

Fern der Heimat erwartet mich an der Stanford University im kalifornischen Palo Alto eine faustdicke Überraschung. Die Leland Stanford Junior University, so ihr voller Name, führt ein deutsches Motto in ihrem Siegel. Die Luft der Freiheit weht, dieser Satz auf Deutsch steht deutlich über dem hohen Nadelbaum, der Palo Alto auch den Namen gibt.

Ist das schön! Die Luft der Freiheit weht geht zurück auf einen Ausspruch des Humanisten Ulrich von Hutten, der im 16. Jahrhundert ein Weggefährte des Erasmus von Rotterdam war. David Starr Jordan, der erste Präsident der Stanford Universität hat ihren Gründer, den Unternehmer und Politiker Leland Stanford, von dem Motto bereits kurz nach Gründung 1891 überzeugt.

Auch wenn die Übersetzung aus dem Lateinischen aus heutiger Sicht vielleicht mit Der Wind der Freiheit weht etwas gefälliger hätte ausfallen dürfen, so bleibt Die Luft der Freiheit weht doch ein betörender Wahlspruch.

Dass eine amerikanische Eliteuniversität ihn nutzt, adelt den deutschen Humanismus. Es zeigt, welchen Einfluß das Geistesleben Deutschlands und Preußens bei der Gründung der amerikanischen Hochschulen gehabt hat. Und es führt uns auch vor Augen, wie weit die Amerikaner uns in puncto Spitzenbildung heute abgehängt haben.

Die Luft der Freiheit weht. Ein deutscher Student würde wohl gelangweilt mit der Schulter zucken, für einen Stanford-Studenten jedoch ist dieses Motto gelebte Wirklichkeit. Dem Motto wohnt eine Verpflichtung inne. Es bedeutet Unabhängigkeit und Toleranz, es bürgt für die Freiheit von Lehre und Forschung, es meint, dass kein Ministerium in Curriculum und Berufungen hineinquatscht und es drückt aus, dass keine finanzielle Gängelung durch öffentliche Hände stattfindet.

Die Lehrveranstaltungen in Palo Alto spiegeln diesen freien Geist wider. In den Hörsälen und auf dem Campus werden Freiheit und Respekt vorgelebt. Eine Autonomie, aus der, wenn sie mit hoher Bildung zusammen kommt, eine ungeheure Kreativität erwächst. William Hewlett und David Packard, beide Stanfordianer, bringen in einer Holzgarage downtown ihre Computer-Firma Hewlett-Packard ins Leben. Die Kommilitonen David Filo und Jerry Yang gründen Yahoo. Larry Page und Sergey Brin entwickeln auf dem Campus die Suchmaschine Google und damit einen Weltkonzern. Andreas von Bechtolsheim begründet die Netzwerkfirma SUN, was vordergründig Sonne heißt, eigentlich aber auf die Abkürzung von Stanford University Network zurückgeht.

Ohne die Stanford Universität wäre das Silicon Valley nicht vorstellbar, sie ist Hirn – und wohl auch Herz – der kalifornischen Computer-Industrie. Die Stanford University zeigt, was alles möglich ist, wenn Freiheit regiert. Kreativität, Innovation, Erfolg. Wenn die Luft der Freiheit weht.

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