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	<description>Notizen von unterwegs</description>
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		<title>New York lässt sich nicht in die Knie zwingen</title>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 00:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[U.S.A.]]></category>

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		<description><![CDATA[Man hat diese Stadt schon oft abgeschrieben und auch die Journaille hat sie mehr als einmal nieder gemacht. Was hat man nicht alles hören und lesen müssen! Die Stadt sei verdreckt, sie sei schmuddelig, korrupt, zugemüllt, ein Moloch, eigentlich unregierbar. All das Lamento hat sich als Lug und Trug herausgestellt. Heute ist New York springlebendig, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14922" class="wp-caption alignleft" style="width: 357px"><a href="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/Manhattan.jpg"><img class="wp-image-14922    " title="Manhattan New York" alt="" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/Manhattan.jpg" width="347" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">Photo by W. Stock</p></div>
<p>Man hat diese Stadt schon oft abgeschrieben und auch die Journaille hat sie mehr als einmal nieder gemacht. Was hat man nicht alles hören und lesen müssen! Die Stadt sei verdreckt, sie sei schmuddelig, korrupt, zugemüllt, ein Moloch, eigentlich unregierbar.</p>
<p>All das Lamento hat sich als Lug und Trug herausgestellt. Heute ist New York springlebendig, fröhlich, ja geradezu heiter, und vor allem optimistisch. In diesen Tagen scheint mir die Stadt so vital wie nie, den Blick nach vorne und doch mit beiden Beinen in der Gegenwart.</p>
<p>Das liederliche Image von einst verbesserte sich peu à peu. Manhattan ist heute sicher und die Spitzbuben sind verschwunden. Auch ist New York so sauber wie in keinem Jahr zuvor. Selbst den Rauchern ist das Vor-die-Tür-Gehen mittlerweile zu blöd und so ist New York fast frei vom blauen Dunst.</p>
<p>Hier in dieser Stadt werden <span id="more-11873"></span>die Ideen entworfen und umgesetzt, hier zeichnen sich neue Trends und Lebensgewohnheiten ab. Die Läden sind hip, ebenso wie Kunst, Musik, Malerei, Literatur. Alles hüpft, alles sprudelt, wie frischer Champagner in einem alten Glas. In Manhattan wird vorgelebt, was mit einigen Jahren Verzögerung auch zu uns kommt.</p>
<p>New York bleibt die Stadt der Immigranten, eines <em>melting pot</em> aus Kulturen, Religionen und Traditionen, der anderswo schon längst zerborsten wäre. Die Menschen, die hierhin kommen, wissen, auf sie wartet keine einfache Herausforderung. Jedoch spüren sie auch, dass sie es schaffen können, mit Fleiß, mit Elan und mit Kreativität. <em>If you can make it there, you’ll make it anywhere.</em></p>
<p>Nichts, aber auch wirklich gar nichts, hat New York in die Knie zwingen können: Nicht eine stümperhafte Verwaltung, nicht die Mafia, nicht dilettantische Politiker, nicht das Verkehrschaos auf den Strassen, und auch nicht die Finanz- und Bankenkrise der letzten Jahre.</p>
<p>Selbst 9/11, ein Bombenanschlag auf das offene Herz, hat diese Stadt weggesteckt. Diese Stadt ist resistent gegen den Hass, gegen den Pessimismus, gegen Widrigkeiten aller Art und gegen jede Miesepetrigkeit. Andere wären an diesem Anschlag verzweifelt, hätten wer weiß was getan oder wären dem Schwermut verfallen. Nicht diese Stadt, nicht diese Menschen.</p>
<p>Es bedurfte ein paar fähiger Politiker, einiger Unternehmer, die an das Große dachten, ein paar Leute mit Mumm in den Knochen und vor allen bedurfte es einer kühnen Vision. Jener Vision, die lebendigste Stadt der Welt sein zu wollen. Komme, was wolle. Whatever will come.</p>
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		<title>Helmut Weyhs verrücktes, phantastisches und anregendes Haus</title>
		<link>http://stockpress.de/2013/05/20/helmut-weyhs-verrucktes-phantastisches-und-anregendes-haus/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 00:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denker]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Kreative Haus liegt auf der Anhöhe über einer Strasse, die in Worpswede Hinterm Berg genannt wird. Helmut Weyh hat, mit Blick für das Große und auch für das Detail, dieses Kreative Haus zu einer ersten Adresse für Führungskräfte entwickelt. Das Kreative Haus setzt dem Künstlerdorf Worpswede mit all seinen Galerien und Museen ein weiteres [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 354px"><img class="thumbnail    " style="max-width: 100%;" title="das kreative Haus" alt="" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/05/Kreatives-Haus-Dez.-1990-1024x712.jpg" width="344" height="239" /><p class="wp-caption-text">Worpswede, Das Kreative Haus, Dezember 1990;<br />Wolfgang Stock, Patrick Krause, Helmut Weyh;<br />Photo by Hasso von Bülow</p></div>
<p>Das Kreative Haus liegt auf der Anhöhe über einer Strasse, die in Worpswede <em>Hinterm Berg</em> genannt wird. Helmut Weyh hat, mit Blick für das Große und auch für das Detail, dieses Kreative Haus zu einer ersten Adresse für Führungskräfte entwickelt.</p>
<p>Das Kreative Haus setzt dem Künstlerdorf Worpswede mit all seinen Galerien und Museen ein weiteres Glanzlicht auf. In liebevoller Arbeit haben Helmut Weyh und seine Lebensgefährtin, deren Anteil nicht gering geschätzt werden darf, hier ein verrücktes, phantastisches und anregendes Gebäude mit Leben gefüllt. Und wer einmal etwas Besonderes erleben möchte, dem sei das Vorbeischauen angeraten.</p>
<p>Der Bildhauer und Maler Bernhard Hoetger hat das Anwesen in den 20er Jahren im Stilmix mit rotem Ziegelstein entworfen &#8211; etwas Jugendstil, ein wenig Moderne und auch Neoklassik &#8211; und Helmut Weyh hat es erfolgreich als Top-Seminarhaus etabliert. Ein Kleinod, das Kunst, Sprache, Design und Intuition ins Bewusstsein des Menschen rückt.</p>
<p>Dieses Konzept von <a href="http://www.helmutweyh.de/">Helmut Weyh</a> spricht die Sinne des Menschen an. Farben, Formen, Töne und Gerüche springen den Besucher im Kreativen Haus förmlich an. Kein Zimmer dieses Landhauses ist wie das andere.</p>
<p>Ein Raum dient einer <span id="more-9270"></span>multi-visuellen Phantasiereise an schönem Strande. In einem anderen &#8211; voller bunter Stoffkissen &#8211; kann man sich mit den selben wie in Kindertagen bewerfen, was dann meist in einer wilden Kissenschlacht ausartet. Sich Kissen um die Ohren zu hauen, stellt für gestresste Manager ja keine so schlechte Übung dar.</p>
<p>Mit Helmut Weyh, Patrick Krause und den Meirés habe ich 1990 bei ECON das herrliche Werk <em>Kreativität &#8211; Ein Spielbuch für Manager</em> gemacht. Das ist ein kurzweiliges und bemerkenswertes Buch, eine Phantasie-Reise für Manager, und selbst nach fast einem Vierteljahrhundert bleibt es ein junges Buch.</p>
<p>Helmut Weyh ist kein großer Theoretiker, kein Dogmatiker, sondern ein sympathischer Netzwerker, der im Kreativen Haus regelmäßig Manager, Wissenschaftler, Werbeleute und Autoren zusammenbringt. Er selbst frönt der Numerologie, was manche für einen ziemlichen Humbug halten, vielleicht ist es das ja auch, aber immerhin, es ist ein kurzweiliger Humbug. Und in den meisten Fällen dann auch noch zutreffend.</p>
<p>An guten Tagen wird im Kreativen Haus eine Küche zelebriert und ein Essen aufgefahren, nach dem man sich noch nach Jahren die Finger schleckt. Ein Mahl, das dem Auge gefällt und den Gaumen streichelt.</p>
<p>Helmut Weyh, Jahrgang 1934, scheint irgendwie immer jung geblieben, besonders unter der Schädeldecke. Dieser Endsiebziger ist ein launiger Lausbub, manchmal ein richtiger Quatschkopf, aber immer inspirierend, immer erfrischend und &#8211; vor allem &#8211; nie langweilig.</p>
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		<title>Stefan von Holtzbrinck liebt den stillen Erfolg</title>
		<link>http://stockpress.de/2013/05/15/stefan-von-holtzbrinck-liebt-den-stillen-erfolg/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 00:50:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Journalisten die Verlagsgruppe von Holtzbrinck in Stuttgart anrufen und nach der Presseabteilung verlangen, stellt sich ein erstes Aha-Erlebnis ein. Denn in der Zentrale des 2,2 Milliarden Euro-Konzerns gibt es seit jeher weder eine Presse- noch eine PR-Abteilung. Dies hat nichts damit zu tun, dass man etwas zu verbergen hat oder sein Licht unter den [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 341px"><img class="   " title="Stefan von Holtzbrinck" alt="" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/03/GvH8-1024x603.jpg" width="331" height="195" /><p class="wp-caption-text">Stefan von Holtzbrinck, Wolfgang Stock;<br />Photo by Daniel Biskup</p></div>
<p>Wenn Journalisten die Verlagsgruppe von Holtzbrinck in Stuttgart anrufen und nach der Presseabteilung verlangen, stellt sich ein erstes Aha-Erlebnis ein. Denn in der Zentrale des 2,2 Milliarden Euro-Konzerns gibt es seit jeher weder eine Presse- noch eine PR-Abteilung.</p>
<p>Dies hat nichts damit zu tun, dass man etwas zu verbergen hat oder sein Licht unter den Scheffel stellen will, vielmehr zieht es das Stuttgarter Medienhaus vor, in unaufgeregter Stille seinen Geschäften nachzugehen. Die schlanke Struktur der Holding macht obendrein ein strategisches Führungsprinzip deutlich, das Holtzbrinck mit Erfolg vorlebt: die Dezentralisation. Die Märkte sind lokal, die Geschäfte werden vor Ort gemacht.</p>
<p>Auch der Verleger Stefan von Holtzbrinck ist nicht unbedingt jemand, der <span id="more-14747"></span>vor jedes Mikrophon drängt. Ähnliches gilt auch für die Unternehmenskultur der Verlagsgruppe: kein Macho-Gehabe, keine Besäufnisse bis zum Abwinken, keine Presse-Hype wie andernorts. Stattdessen der gediegene und vornehme schwäbische Arbeitsethos: Fleiß im Alltag, Respekt im Umgang, edel in den Inhalten.</p>
<p>Die Verlagsgruppe hat sich nie für die schnelle Mark interessiert und nur in Hochqualität investiert. Bei den Holtzbrincks findet man keinen Boulevard, keine yellow press und auch keine Nackedeis. Stattdessen mit <em>nature</em> und <em>Scientific American</em> angesehene naturwissenschaftliche Periodika, die länger bestehen als zwei, drei Menschengenerationen.</p>
<p>Mit dem Frankfurter <em>S. Fischer Verlag</em> oder <em>Rowohlt</em> in Hamburg zählt der Olymp der Buchverlage zum Reich der Stuttgarter. Der New Yorker Verlag <em>Farrar, Straus and Giroux</em>, wo T.S. Eliot, Susan Sontag oder Jonathan Franzen erscheinen, gilt unter Literaten in etwa das, was Brasilien für Fussball zählt. In Deutschland gehört Stefan von Holtzbrinck die Wochenzeitung <em>Die Zeit</em>, zusammen mit seinem älteren Bruder Dieter, der wiederum mit dem <em>Handelsblatt</em> und der<em> WirtschaftsWoche</em> die Notabeln der Wirtschaftspresse verlegt.</p>
<p>Stefan von Holtzbrinck hat in den letzten Jahren behutsam aber entschlossen den Verlag in Richtung Digital und International entwickelt. Online-Prachstücke wie <em>Parship</em>, <em>My-Hammer</em> oder <em>zalando</em> gehören ihm ganz oder teilweise. Mit <em>Holtzbrinck Ventures</em> hat die Verlagsgruppe über 100 start-ups finanziert. Und mit dem Londoner Traditionsverlag Macmillan und dem Thema Sprachbildung deckt er die halbe Welt ab. Die Strategie in Stuttgarts Gänsheide ist stimmig, die Zahlen stimmen, was man &#8211; low profile &#8211; nicht auf jedem Jahrmarkt der Eitelkeit herausschreien muss.</p>
<p>Der hochgewachsene Stefan von Holtzbrinck &#8211; Jura und Germanistik in Tübingen, ein Doktor an der LMU in München &#8211; ist ein gebildeter und kosmopolitischer Verleger. Im persönlichen Umgang zeigt er sich offen, uneitel und mit einem feinen Humor ausgestattet. Als Citoyen setzt er sich für vielerlei Belange seiner Stadt Stuttgart ein. Ein junger Verleger, der zu den innovativsten und doch traditionsreichsten weit und breit gehört. Jung im Kopf, beim Geburtsdatum im Personalausweis wird&#8217;s langsam knifflig. An diesem 15. Mai vollendet Stefan von Holtzbrinck sein fünfzigstes Lebensjahr.</p>
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		<title>Michael Jacksons Affe</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 00:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Art]]></category>
		<category><![CDATA[Auwei!]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz & andere Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Michael Jackson im Jahr 2009 überraschend starb, da suchten seine Fans weltweit nach Möglichkeiten, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. In München fanden sie auf einem Grünstreifen das Denkmal des niederländischen Komponisten Orlando di Lasso am Promenadeplatz, vis à vis vom Hotel Bayerischer Hof, also in ganz edler Umgebung. Fortan legten die Fans des Musikers [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14954" class="wp-caption alignleft" style="width: 317px"><a href="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/05/Jackson.jpg"><img class=" wp-image-14954" alt="Michael Jackson" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/05/Jackson.jpg" width="307" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">München, im Mai 2013; Photo by W. Stock</p></div>
<p>Als Michael Jackson im Jahr 2009 überraschend starb, da suchten seine Fans weltweit nach Möglichkeiten, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. In München fanden sie auf einem Grünstreifen das Denkmal des niederländischen Komponisten Orlando di Lasso am Promenadeplatz, vis à vis vom <em>Hotel Bayerischer Hof</em>, also in ganz edler Umgebung.</p>
<p>Fortan legten die Fans des Musikers ihrem toten Idol Blumen unter die Statue Di Lassos, schrieben kleine Botschaften, pinnten Fotos an das dunkelgraue Denkmal. Die Stadt &#8211; liberal wie die Münchner nun sind &#8211; duldete die Zweckentfremdung des Denkmals.</p>
<p>Doch nun, oh Schreck, hat sich eine Gegenbewegung gebildet. Nur ein paar Meter von Di Lasso/Michael Jackson entfernt, hat der britische Künstler David Shrigley in diesen Tagen eine Parodie hochgezogen. Fast wie ein Spiegelbild wird an diesem Denkmal nicht dem Musiker gehuldigt, sondern <span id="more-14953"></span>seinem Affen <em>Bubbles</em>.</p>
<div id="attachment_14955" class="wp-caption alignright" style="width: 317px"><a href="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/05/Affe.jpg"><img class=" wp-image-14955 " title="Bubbles Michael Jackon" alt="Affe" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/05/Affe.jpg" width="307" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Photo by W. Stock</p></div>
<p>Die Verehrung von <em>Bubbles</em> entspricht dem <span class="st">Reliquienschrein</span> des Originals. Nur werden hier kleine Stoffaffen, bunte Affenbildchen und schräge Affengedichte unter freiem Himmel ausgestellt.</p>
<p>Parodie oder Provokation? Der Michael Jackson-Fanclub jedenfalls hat mit der Ironie und der Brechung der Heldenverehrung so seine Probleme. Kunst oder Kitsch? Oder gar feine Ironie? Die Jackson-Jünger jedenfalls mögen solch einen Humor nicht. Ihre Trauer, so der Vorwurf, werde <span class="st">verhohnepiepelt.</span></p>
<p>So wie der Jackson-Fanclub das Di Lasso-Denkmal gekapert hätte, verteidigt sich David Shrigley, so habe er doch nur dasselbe getan. Die Fronten sind verhärtet.</p>
<p>Ein Gutes hat das ganze Affentheater. Es rückt das Schicksal von <em>Bubbles</em> für einen Moment ins Bewußtsein. Denn der arme Affe fristet sein Dasein fern allen Rummels in einem Künstler-Tierheim in Florida.</p>
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		<title>Zufällige Einreise nach Mexiko</title>
		<link>http://stockpress.de/2013/05/06/zufallige-einreise-nach-mexiko/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 00:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mexiko]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist ein Auszug aus dem Buch von Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen: Mexico City, im Jahr 1982 Der Eintritt in das Land gleicht einem Lotteriespiel. Nachdem die sichtlich gelangweilten Einwanderungsbeamten den länglichen, kaum lesbaren Einreisestempel in den Reisepass gedrückt haben, wird man freundlich gebeten, sich in die Menschenschlange vor der Zollkontrolle einzureihen. Sobald [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stockpress.de/?attachment_id=11018" rel="attachment wp-att-11018"><img class="alignleft" title="9783833438301_cover159" alt="" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2012/03/9783833438301_cover159.jpg" width="159" height="254" /></a>Dies ist ein Auszug aus dem Buch von Wolfgang Stock <a href="http://www.amazon.de/Schneefall-den-Tropen-Reportagen-Lateinamerika/dp/3833438304/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1255286184&amp;sr=8-2">Schneefall in den Tropen</a>:</p>
<p>Mexico City, im Jahr 1982</p>
<p>Der Eintritt in das Land gleicht einem Lotteriespiel. Nachdem die sichtlich gelangweilten Einwanderungsbeamten den länglichen, kaum lesbaren Einreisestempel in den Reisepass gedrückt haben, wird man freundlich gebeten, sich in die Menschenschlange vor der Zollkontrolle einzureihen.</p>
<p>Sobald man nun vor einem dicklichen Zollbeamten steht, führt dieser den Einreisenden zu einem einer Jahrmarktattraktion nicht unähnlichen Maschine. Die Apparatur besteht aus einem faustgroßen, farbigen Presskopf, auf den man kräftig drücken soll, was einer milden Variante des <i>Hau-den-Lukas </i>entspricht. Der Knopf wiederum löst eine Art elektrische Ampel aus, die dann nach dem Zufallsprinzip grün oder rot anzeigt. Springt die Ampel auf rot, so wird der Einreisende einer peniblen Kofferkontrolle unterzogen, bei grün wird man zum Durchgehen aufgefordert.</p>
<p>Ich habe mich schon Dutzende Male dieser drolligen Prozedur <span id="more-14771"></span>unterzogen, wobei die Ampel stets in saftigem Grün blinkte. Und ein jedes Mal bin ich von neuem amüsiert, mit welcher Nonchalance die Mexikaner bei der Einreise an Stelle des Verdachts den Zufall treten lassen.</p>
<p>Nach grün kommt grau. Die alte <i>Tenochtitlan</i>-Hauptstadt der Azteken ist jeden morgen verregnet. Oder &#8211; sie schaut zumindest so aus. Über den grauen Strassen mit ihren grauen Häusern liegt der Tau des kühlen Morgens und erst am späten Vormittag lugt die Sonne hervor, die dann jedoch schnell wieder verschwindet. Abends weht ein kräftiger Wind den stinkenden Industriedreck durch das Tal.</p>
<p>Der Smog klebt wie gelbgraue Spinnweben über dem nahen Himmel. Die Hochebene im Tal des <i>Anáhuac</i> ist platt wie ein Schüsselboden, auf den sich die welken Häuser wie eine dicke Schicht verhärteter Bodensatz eingebrannt haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Was ist Qualitätsjournalismus?</title>
		<link>http://stockpress.de/2013/05/02/was-ist-qualitatsjournalismus/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 00:57:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gilt einen neuen Begriff aus der Medienwelt zu vermelden. Qualitätsjournalismus. Meinen ersten Artikel habe ich 1974 veröffentlicht, seitdem hunderte geschrieben. Ich habe mich immer um Qualität bemüht, doch Qualitätsjournalismus? Ich kann mit dem Begriff herzlich wenig anfangen. Und wenn ich auf die Medienlandschaft schaue, dann komme ich erst recht ins Schwimmen. Ist BILD Qualitätsjournalismus? [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 268px"><img class="thumbnail   " style="max-width: 100%;" alt="" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/Teddyfigur.jpg" width="258" height="344" /><p class="wp-caption-text">Photo by W. Stock</p></div>
<p>Es gilt einen neuen Begriff aus der Medienwelt zu vermelden. <em>Qualitätsjournalismus</em>. Meinen ersten Artikel habe ich 1974 veröffentlicht, seitdem hunderte geschrieben. Ich habe mich immer um Qualität bemüht, doch Qualitätsjournalismus?</p>
<p>Ich kann mit dem Begriff herzlich wenig anfangen. Und wenn ich auf die Medienlandschaft schaue, dann komme ich erst recht ins Schwimmen. Ist <em>BILD</em> Qualitätsjournalismus? <em>Mein schöner Garten</em>? <em>Frau mit Herz</em>? Ist das <em>Diabetes Journal</em> Qualitätsjournalismus?</p>
<p>In all den Zeitungen und Zeitschriften arbeiten Kolleginnen und Kollegen, die einen prima Job machen. Das sind Fachleute, gute Schreiber, Journalisten. Aber Qualitätsjournalismus?</p>
<p>Sollten man bei der Berufsbezeichnung auf dem Amt zukünftig <em>Qualitätsjournalist</em> angeben? Sollte sich die Zeitschrift des <em>Deutschen Journalisten Verband</em>es &#8211; <em>journalist</em> &#8211; nicht schnellstens umtaufen? Und der ganze Verband obendrein?</p>
<p>Meint man mit <em>Qualitätsjournalismus</em> einen Journalismus von <span id="more-13459"></span>Akademikern für Akademiker? Ein <em>arte</em> in Druckerschwärze? Das würde wohl nach Dünkel und Hochmut riechen. Am Inhalt oder an der Zielgruppe den <em>Qualitätsjournalismus</em> festzumachen, wäre ziemlich überheblich. Manchmal, aber wirklich nur manchmal, beschleicht mich das Gefühl, über das Thema <em>Qualitätsjournalismus</em> redet eine Handvoll Top-Journalisten aus Politik und Wirtschaft mit bangem Blick auf ihre Kontoauszüge.</p>
<p>Der Begriff ist Blödsinn. Es gibt auch keinen Qualitätssex oder Qualitätsfussball. Journalismus ist gut oder schlecht, gut gemacht oder schlecht gemacht. Beim <em>Hintertupfinger Anzeigenblatt</em> und bei der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em>. Qualitätsjournalismus ist keine Kategorie, sondern ein luftiger Kampfbegriff. Wenn wir solchen Unsinn weiterspinnen, landen wir irgendwann bei gutem oder auch schlechtem Qualitätsjournalismus. Wer täglich mit Sprache umgeht, sollte solchen Nonsens vermeiden.</p>
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		<title>Ernest Hemingway liebt die kubanische Meer</title>
		<link>http://stockpress.de/2013/04/29/ernest-hemingway-liebt-die-kubanische-meerstrassenkoter/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 00:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernest Hemingway]]></category>
		<category><![CDATA[Kuba]]></category>

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		<description><![CDATA[Für mediterrane Gefilde besaß Ernest Hemingway ein Faible. Er liebte Spanien, ebenso wie Italien und Kuba hatte er gut 20 Jahre zu seiner Wahlheimat erkoren. Er mochte diese ungezwungenen und sonnigen Tage, jene durch Bolero, Rum und Machismo geprägte Lebensart der Insulaner. Und auf Kuba schrieb er sein kleines Opus Magnum Der alte Mann und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Für mediterrane Gefilde besaß Ernest Hemingway ein Faible. Er liebte Spanien, ebenso wie Italien und Kuba hatte er gut 20 Jahre zu seiner Wahlheimat erkoren. Er mochte diese ungezwungenen und sonnigen Tage, jene durch Bolero, Rum und Machismo geprägte Lebensart der Insulaner. Und auf Kuba schrieb er sein kleines Opus Magnum <em>Der alte Mann und das Meer. </em>William Faulkner meinte, mit diesem Roman und just an diesem Orte habe Hemingway Gott gefunden. <em>Die Zukunft wird zeigen, dass dies das beste Stück Literatur ist, das beste von uns allen wohlgemerkt</em>.</p>
<p>Ein spannende Frage: Wie gut war eigentlich Hemingways Spanisch? Beherrschte er die Sprache, konnte er sich verständlich machen? Oder hielt er es wie die allermeisten US-Bürger, die wie selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Welt Englisch spricht?</p>
<p>Nun stosse ich auf ein Film- und Tondokument, das den spanischen Hemingway zeigt. Leider ist die technische Qualität nicht gerade berauschend, aber dies ist immerhin ein seltener Filmschnippsel.</p>
<iframe width="348" height="287" src="http://www.youtube.com/embed/VXdoedQSQuo" frameborder="0" type="text/html"></iframe><div style="text-align:right;"><a style="color:#aaa;font-size:9px" href="http://www.clickonf5.org/" title="IFRAME Embed for Youtube Free WordPress Plugin" target="_blank">IFRAME Embed for Youtube</a></div>
<p>Für <em>Der alte Mann und das Meer</em> erhielt Ernest Hemingway 1953 den Pulitzer-Preis, ein Jahr später den Literatur-Nobelpreis. Kurz nach Verkündung der Nobel-Ehren kreuzte das kubanische Fernsehen auf <em>Finca Vigía</em> auf. Reporter Juan Manuel Martínez, etwas sinister mit dunkler Sonnenbrille und im gestelzten Duktus, sowie der Kameramann arbeiten für die Station <em>CMQ</em>, in den 50er Jahren eine große Radio- und TV-Station auf der Insel.</p>
<p>Der amerikanische Autor streut in sein Statement kubanisches Spanisch ein, er sei ein <span id="more-14824"></span><em>cubano sato</em>, ein kubanischer Strassenköter, eine Promenadenmischung, bunt und wild. Und Cojímar, wo <em>Der alte Mann und das Meer</em> spielt, sei <em>más o menos</em> sein <em>pueblo</em>, mehr oder weniger sein Dorf oder sein Volk. Und, so macht er den Eindruck, eigentlich habe ein Kubaner den Nobelpreis bekommen.</p>
<p>Wie Kuba sein Schreiben beeinflusst habe?, fragt der Reporter. Ich wollte das Meer verstehen, sagt Ernest. <em>La Mar es la gran influencia en mi vida</em>. Das Meer habe großen Einfluss auf sein Leben. Hemingway benutzt statt <em>El Mar</em> mit <em>La Mar</em> den falschen, den weiblichen Artikel, wohl in der Logik, das herrliche Meer könne doch wohl nur feminin sein. Mit einem so einfachen, klaren und doch grammatikalisch falschen Satz kann man eine Liebeserklärung an Kuba und seine Menschen der Ewigkeit kundtun.</p>
<p>Nun kommt Hemingways Spanisch arg holprig daher, mit falscher Betonung, die Syntax der Sätze ist schief. Er scheint seinen Text irgendwo abzulesen, obwohl man dies nicht sehen kann. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte er schon 15 Jahre auf Kuba, die Sprache des Gastlandes hätte ihm schon ein weniger flüssiger über die Lippen kommen können.</p>
<p>Aber gehen wir mit Ernest Hemingway nicht zu hart ins Gericht. Er hat sich bemüht, würde in einem wohlwollenden Schulzeugnis stehen, er hat sich wirklich Mühe gegeben. Übrigens, warum man in ein Interview von 1954 Sequenzen des Revolutionärs Fidel Castro einbaut, die Revolution siegte erst 1959, bleibt schleierhaft.</p>
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		<title>Eine Demütigung, die in Wirklichkeit eine Wachablösung ist</title>
		<link>http://stockpress.de/2013/04/24/eine-demutigung-die-in-wirklichkeit-eine-wachablosung-ist/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 19:24:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>

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		<description><![CDATA[Das demütigende 4 zu 0 des FC Bayern München über den FC Barcelona in der Champions League zeigt der staunenden Fußballwelt zweierlei. Die große Zeit Barças, der bis dato besten Mannschaft der Welt, neigt sich sichtbar dem Ende zu. Ihr Kurzpass- und Dreiecksspiel hat sich nicht weiterentwickelt, es ist leicht auszurechnen, und wenn man dazu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14882" class="wp-caption alignleft" style="width: 317px"><a href="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/FCBSitze.jpg"><img class=" wp-image-14882" alt="FC Bayern München Sitze" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/FCBSitze.jpg" width="307" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Photo by W. Stock</p></div>
<p>Das demütigende 4 zu 0 des FC Bayern München über den FC Barcelona in der <em>Champions League</em> zeigt der staunenden Fußballwelt zweierlei. Die große Zeit <span class="st"><em>Barças, </em>der bis dato besten Mannschaft der Welt, neigt sich sichtbar dem Ende zu</span>.</p>
<p>Ihr Kurzpass- und Dreiecksspiel hat sich nicht weiterentwickelt, es ist leicht auszurechnen, und wenn man dazu noch Leo Messi und Xavi ausschaltet, dann geht bei Barcelona nichts mehr. Die große Zeit der Katalanen ist vorbei.</p>
<p>Und ein zweites: Der FC Bayern beginnt langsam, das Mass aller Dinge im europäischen Fussball zu werden. Die eigentliche Stärke der Münchner liegt im Mix der Systeme. Eine gesunde Mischung aus Technik und Athletik, dazu ein überaus kompaktes Mannschaftsspiel, taktische Disziplin und eine beeindruckende individuelle Klasse.</p>
<p>Die beiden wichtigsten Transfers zur neuen Saison weisen <span id="more-14881"></span>den Münchnern die Richtung. Mit Pep Guardiola kommt ein Trainer, der das schnelle Kombinationsspiel verfeinern wird, das er dann aufbaut auf dieser enormen Physis der Bayern. Beides, Technik und Kraft, wird zu einem ungeheuren Druckspiel der Bayern führen.</p>
<p>Die Verpflichtung von Mario Götze passt ebenfalls in die Strategie. Götze, ein Wunschspieler von Guardiola, wird als &#8220;falsche&#8221; 9, eine ähnliche Rolle einnehmen wie Messi in Barcelona. Als eine Mischung aus 10 und 9, als Regisseur und spielfreudiger Vollstrecker.</p>
<p>Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist der FCB von heute personell extrem gut besetzt. Jede Position kann von zwei, drei gleichwertigen Spieler ausgefüllt werden. Die Millionen &#8211; nicht zuletzt durch die satten Einnahmen aus der <em>Champions League</em> &#8211; sind da, um auf Jahre den besten Kader zu unterhalten.</p>
<p>Wenn alles einigermaßen normal läuft und wenn keine gravierenden Fehler unterlaufen, wird der FC Bayern München in der nächsten Dekade den europäischen Fussball dominieren. Von den Resultaten, aber auch von der Vision. Der neue FC Barcelona heißt FC Bayern München.</p>
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		<title>Blabla für Schwätzer</title>
		<link>http://stockpress.de/2013/04/21/blabla-fur-schwatzer/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 00:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auwei!]]></category>

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		<description><![CDATA[Nichts-Sagen ist eine hohe Kunst, denn so einfach ist das Schwätzen nicht. Denn darauf kommt es doch an: Reden, aber nichts sagen. Oder: Ein gepflegtes Blabla muss auf hohem Niveau stattfinden, sowohl privat als auch im Beruf. Schwätzen sollte einigermaßen intelligent daher kommen, damit es nicht auffällt. Deshalb nachstehend ein kleiner Survival-Guide für Ahnungslose. Was [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14855" class="wp-caption alignleft" style="width: 317px"><a href="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/Nebel.jpg"><img class=" wp-image-14855 " alt="Nebel" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/Nebel.jpg" width="307" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Photo by W. Stock</p></div>
<p>Nichts-Sagen ist eine hohe Kunst, denn so einfach ist das Schwätzen nicht. Denn darauf kommt es doch an: Reden, aber nichts sagen.</p>
<p>Oder: Ein gepflegtes Blabla muss auf hohem Niveau stattfinden, sowohl privat als auch im Beruf. Schwätzen sollte einigermaßen intelligent daher kommen, damit es nicht auffällt.</p>
<p>Deshalb nachstehend ein kleiner Survival-Guide für Ahnungslose. Was man in Diskussionen so sagen sollte, wenn man nun wirklich gar keinen blassen Schimmer hat, aber trotzdem eine gute Figur machen will:</p>
<ul>
<li>Wir sollten das <span id="more-14854"></span>jetzt nicht überstürzen!</li>
<li>Sie sollten mehr in die Tiefe gehen!</li>
<li>Wir dürfen uns da nicht zu sicher sein!</li>
<li>Ein solches Problem muss man von allen Seiten beleuchten!</li>
<li>Mir brauchen Sie das nicht zu sagen!</li>
<li>Da muss ich eine Nacht drüber schlafen!</li>
<li>Das ist aber nicht der Kern des Problems!</li>
<li>Andere kochen auch nur mit Wasser!</li>
<li>Wir müssen das Rad nicht neu erfinden!</li>
<li>Jetzt machen Sie es sich zu einfach!</li>
<li>Sie stochern nun aber ziemlich im Nebel!</li>
<li>Wir dürfen nicht Äpfel und Birnen verwechseln!</li>
<li>Ihre Argumente bleiben zu sehr an der Oberfläche!</li>
<li>Wir sollten unser Licht nicht unter den Scheffel stellen!</li>
<li>Ich bin da ziemlich zwiegespalten!</li>
<li>In den USA hat man damit keine gute Erfahrung gemacht!</li>
<li>So einfach geht das nicht!</li>
<li>Vielleicht sollten wir jetzt eine Arbeitsgruppe bilden!</li>
</ul>
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		<title>Lebensgefühl 2013: Krise. Abstieg. Panik.</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 00:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denker]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mann ist diplomierter Psychologe, Psychotherapeut obendrein.Und er hat Deutschland auf die Couch gelegt. Was bei dieser Therapiesitzung herauskam, ist nicht gerade schmeichelhaft für unser Land, aber überaus erhellend. Der Referent hält uns den Spiegel vor: Die Deutschen stehen ständig unter Dampf. Im Beruf wird immer mehr Leistung abverlangt, der Druck wird immer größer, auch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/Grünewald1.jpg"><img class="alignleft  wp-image-14818" alt="Grünewald1" src="http://stockpress.de/wp-content/uploads/2013/04/Grünewald1.jpg" width="275" height="214" /></a>Der Mann ist diplomierter Psychologe, Psychotherapeut obendrein.Und er hat Deutschland auf die Couch gelegt. Was bei dieser Therapiesitzung herauskam, ist nicht gerade schmeichelhaft für unser Land, aber überaus erhellend.</p>
<p>Der Referent hält uns den Spiegel vor: Die Deutschen stehen ständig unter Dampf. Im Beruf wird immer mehr Leistung abverlangt, der Druck wird immer größer, auch der Alltag ist mit neuen Anforderungen überfrachtet. Überall und zu jeder Zeit perfekt zu funktionieren gehört zum Bild des modernen Menschen.</p>
<p>Doch so viel und so schnell man auch strampelt, irgendwie geht es nicht vorwärts. Das deutsche Wirtschaftswunder scheint kraftlos und schlapp. Unsicherheit und das Gefühl von innerer Leere machen sich breit. Stepham Grünewald sieht unsere Gesellschaft als erschöpft, der Lebenssinn zeige sich brüchig und leer.</p>
<p>Insbesondere bei der Jugend sei diese Labilität zu beobachten. Stabile Beziehungen war gestern. Alleinerziehung, Patchwork-Familien, zu wenig Fürsorge. Doch auch bei den Erwachsenen mache sich ein Gefühl des Alleingelassen breit.</p>
<p>Das Bild des havarierten Vergnügungsschiffes <em>Costa Concordia</em> stehe <span id="more-14817"></span>sinnbildlich für die heutige Zeit. Der Dampfer unseres Wohlstandes schlage leck und kippe einfach um. Und, oha, der Kapitän gehe als einer der ersten von Bord. Gerade die Männer seien in der Gefahr, angesichts der Herausforderung, zu desertieren. Francesco Schettino, Horst Köhler, Christian Wulff, Joseph Ratzinger &#8211; die Liste ließe sich im Alltag leicht verlängern.</p>
<p>Den Frauen geht es auch nicht besser. Sie hat der Perfektionsdrang im Zangengriff: Perfekt als Mutter, erfolgreich im Beruf, eine attraktive Ehefrau zudem, dann noch Selbstverwirklichung. Mann und Frau von heute befinden sich im Hamsterrad, die Erschöpfung paare sich in der Wirtschaftskrise zudem mit Abstiegsangst.</p>
<p>Die Brüchigkeit des Erfolges münde in einer Lebens-Panik. Vielleicht führe sie aber auch zum Überdenken des eigenen Tuns. Zum Umdenken. Wofür wollen wir eigentlich leben?</p>
<p>Nach seinem Referat spinne ich mit Stephan Grünewald einen Gedanken weiter. Die ganze Hirnrissigkeit der Euro-Krise lässt sich wohl auch therapeutisch veranschaulichen. Das Erschöpfungssyndrom, dieser Perfektions-Stress, ist im calvinistischen Norden stärker ausgeprägt als im katholischen Süden. Hamburg ist stärker gefährdet als Köln oder München, Deutschland ist mehr erschöpft als Spanien. Und in der Euro-Krise sollen nun die Erschöpften die Nicht-Erschöpften retten. Willkommen im Tollhaus!</p>
<p>Doch Stephan Grünewald, der Gründer des Kölner <em>rheingold Instituts</em>, zeigt auch Wege aus der Sinnkrise. Wie man <em>Goldmarie</em> und nicht <em>Pechmarie</em> wird, ein paar einfache, aber wirksame Techniken gegen Erschöpfung und innere Unruhe. Aber diese Kniffe sollten Sie in <a href="http://www.amazon.de/Die-ersch%C3%B6pfte-Gesellschaft-Deutschland-tr%C3%A4umen/dp/3593398176/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1365943945&amp;sr=8-1&amp;keywords=Gr%C3%BCnewald">Grünewalds erstklassigem Buch</a> nachlesen.</p>
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