London, im Sommer 1976

Wo liegt Karl Marx, frage ich den Friedhofswärter, der gerade am Eingang mit einem Rechen Laub fegt. Go ahead, deutet er gelangweilt nach Osten in die Ecke nahe dem Waldstück.

Man muss schon eine gute Stunde aus dem Zentrum herausfahren, um zum Highgate Cemetery zu gelangen. Hier im Norden der englischen Hauptstadt liegt der Trierer Karl Marx und findet – wie man so sagt – seine letzte Ruhe.

Das Grabmal besteht aus einer überdimensionalen dunklen Büste, die auf einem hohen und hellen Granitblock steht. Auf dem Grabblock liest man die Inschrift Workers of all lands, unite. Darunter auf einer Marmorplatte seinen Namen, den seiner Frau Jenny von Westphalen und seiner Kinder. Und dann in güldnen Versalien: The Philosophers have only interpreted the world in various ways, the point however is to change it.

Solches aus dem Spruchbeutel des Philosophen hat einen Jugendlichen damals natürlich mächtig impressioniert. An der schwarzen Mosel bin ich zur Schule gegangen und unser streng katholisches Gymnasium war nach dem anderen großen Denken von der Mosel benannt. Nicolaus von Cusanus.

Ich war damals natürlich

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