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Notizen und Anmerkungen von unterwegs

…und wie wir wieder reich werden

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Als erstes müssen wir aufhören, auf Pump zu leben. Ausgeglichene Haushalte müssen sowohl beim Bund, in den Ländern und den Gemeinden die Regel werden. Und – als Zeichen guten Willens – sollte endlich auch getilgt werden.

Im Bundeshaus gilt es, eine Lücke von 26 Milliarden Euro zu schließen. Bei einem Ausgabenvolumen von 306 Milliarden Euro dürfte dies machbar sein. Die Ausgaben des Bundes sind in keinem Jahr gesunken, sondern immer gestiegen. Ein Sparwille war bisher nicht auszumachen. Sich auf höhere Einnahmen zu verlassen oder diese zu fordern, ist fahrlässig. Spätestens beim nächsten Konjunkturabschwung bricht diese Strategie in sich zusammen.

Für den Bund gilt, was auch für ein Unternehmen gilt, Haushalte werden über Kosten gesteuert. Alles andere wäre kaufmännisch riskant. Zusätzliche Einnahmen bleiben willkommen und dienen dann der Tilgung.

Was makroökonomisch richtig ist, das trifft auch für den Mikrokosmos des Einzelnen zu. Es muss mehr erwirtschaftet werden und auch weniger ausgegeben werden. Aber eigentlich rede ich lieber von einer Umschichtung der Ausgaben: Weniger Ausgaben in den Konsum und mehr in die Investition.

Was sich zunächst wie ein Manual für Betriebe anhört, trifft eben auch den Privatmann: Investition würde er es natürlich nicht nennen, aber Ausgaben für Bildung, Geld für Gesundheit und für die Altersvorsorge sind ökonomisch gesehen Investitionen.

Statt in unsinnige Subventionen muss in diesem Land viel mehr Geld in die Bildung fließen. In eine bessere Frühförderung, in mehr Lehrer, in kleinere Klassen, in besser ausgestattete Hochschulen. Mehr in den zweiten Bildungsweg, mehr in Qualifizierung und Weiterbildung, mehr in lebenslanges Lernen.

Mit einem anderen Terminus muss der Privatmensch Freundschaft schließen, auch wenn er ihn nicht mag. Wettbewerbsfähigkeit. Eigentlich sind Bildungsausgaben Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit, in die Wettbewerbsfähigkeit einer Ökonomie und auch eines Individuums.

Eines muss ebenfalls klar sein. Es muss wieder mehr gearbeitet werden. 35 Wochen in der Stunde, das schaffen unsere Konkurrenten von Montag bis Mittwoch. Den Qualitätsvorsprung, der in früheren Jahrzehnten die niedrige Arbeitszeit ausglich, den gibt es nimmer. Die anderen haben aufgeholt.

Traditionelle Tugenden wie Fleiß, Anstrengung und Ehrgeiz werden zu neuer Blüte kommen. Neue Tugenden müssen hinzu kommen: Kreativität, Flexibilität und Offenheit. Das Turbozeitalter mit seinem rasanten technologischen Fortschritt hängt uns sonst ab. Neues probieren, lateral denken, Risiken eingehen. Weg von der sozialdemokratischen Vollkasko-Mentalität, die zu oft in Überregulierung und Bequemlichkeit mündet.

Der Einzelne wird mehr Verantwortung für sein Leben und das der Gemeinschaft übernehmen müssen. Als Ziel steht ein selbst bestimmtes Leben, in Freiheit und mit Gestaltungskraft. Selbst gut gemeinte staatliche Obhut und Fürsorge enden oft in Abhängigkeit und in Entmündigung.

Jedoch sollen wir über all das Kritische nicht die Vorzüge unseres Landes vergessen. Gut ausgebildete, strebsame Menschen, eine funktionierende Infrastruktur, eine solide industrielle Fertigungsbasis, eine geographisch ideale Lage im Herzen Europas, um Handel zu treiben. Das sind gute Wettbewerbsvorteile, wir müssen sie nur wieder mit Leben füllen.

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  1. Derin

    Hmm… Wenn wir uns doch nur daran halten könnten. Ist gar nicht so einfach:)

  2. apple

    Ist doch ein ganz klares ökonomisches Gesetz:
    weniger ausgeben als einnehmen führt automatisch zu mehr Guthaben!

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