gefunden in Westerland/Sylt im Mai 2008; Photo by W. Stock

Manchmal lohnt es sich, die Augen offen zu halten. Besonders an Tagen, wenn man einen Parkplatz sucht.

Nehmen wir einmal an, Sie fahren am Sonntag in der Früh Brötchen kaufen, befinden sich vor dem Bäckerladen und wollen Ihr Auto abstellen. Plötzlich erblicken Sie ein Schild: Bäckerei – Parken auf eigene Gefahr.

Seltsam, denken Sie, was hat das alles mit der Bäckerei zu tun? Geparkt wird doch eigentlich immer auf eigene Gefahr. Wer soll denn sonst dafür gerade stehen, wenn Sie Ihr Auto an die Mauer donnern? Ein Hotel klebt doch vor den Waschzimmerspiegel auch keinen Hinweis, Zähneputzen auf eigene Gefahr.

Denn man parkt überall auf eigene Gefahr. Ob vor dem Metzgerladen, der Apotheke oder vor dem Kirchenhaus.

Aber vielleicht liegen die Erwartungen bei der Kirche ja höher. Motorisierte Gläubige könnten mitunter den höheren Beistand selbst auf dem Parkplatz erwarten.

Ob der Gefahrenschutz nicht nur beim Parken verweigert wird, sondern im Kirchenhaus seine Fortsetzung findet? Beten. Auf eigene Gefahr?

Merkwürdig mutet auch diese Abkürzung Kath. Kirche an, dieser gepresste Hinweis auf die katholische Kirche. Hätte das neutral-ökumenische Schild Kirche – Parken auf eigene Gefahr nicht genügt? Oder meint dies, bei der evangelischen Kirche, da parkt man auf fremde Gefahr.

Wie dem auch sei. Da haben wir wieder mitten ins deutsche Leben gegriffen – und erneut eine Fussnote entdeckt aus dem Kapitel: Schilder, die eine Gefahr darstellen. Eine Gefahr, wohlgemerkt, für die deutsche Sprache.

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