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Leo Messi, der Floh, der immerzu ins Tor hüpfen will

Leo Messi, Barcelona im März 2011; Photo by R. Stock

Der Wahnsinn hat drei Buchstaben: Leo. So wird Lionel Andrés Messi, der argentinische Ballkünstler in Diensten des FC Barcelona, auch genannt. Weltfussballer 2009, Weltfussballer 2010. Und, wer zweifelt daran, Weltfussballer 2011. Die Superlative überschlagen sich.

Carles Rexach, selbst ein Großer bei Barça, hat diesen Kleinen entdeckt. Er kam aus Argentinien, weil der  Vater als Fabrikarbeiter und die Mutter als Putzfrau nicht die teuren Medikamente gegen seine Wachstumsstörung bezahlen konnten. Den müsst ihr nehmen, sofort zu La Masia, ordnete Rexach an. La Masia ist das Jugend-Internat, aus dem so viele Stars des FC Barcelona kommen.

Seit 2004 spielt Messi für die erste Mannschaft des FC Barcelona. Er weiß, was der Verein für ihn getan hat, und der Verein weiß, was Leo für ihn tut. Einen besseren Offensivspieler gab es seit Jahrzehnten nicht. Leo ist vielseitig, kommt mit seiner schnellen und kurzen Ballführung von rechts, auch von links, und auch im Zentrum sorgt er für Verwirrung.

Und er kommt pfeilschnell, dribbelstark, mit festem Zug zum Tor. Er ist der Einzige, der in Turbogeschwindigkeit Haken schlagen und die Richtung wechseln kann. Er kontrolliert den Ball, als sei er ein Teil seines Körpers. Ihn zeichnet eine hohe Spielintelligenz und Mannschaftsdienlichkeit aus. Seine Einzelläufe, bei denen er drei oder vier Verteidiger stehen lässt die Schulbuben, sind ein atemberaubendes Spektakel.

Weil er nur 1,69 Meter klein ist, nennen sie ihn La Pulga, den Floh. Und dieser Floh sucht hartnäckig den Weg ins Tor. Wer bei seinem gewitzten Spiel zuschaut, der merkt schnell, welch unbändigen Spass ihm das Spiel bereitet. Wenn es eine technische und spieltaktische Perfektion im Fussball gäbe, dann müsste die Masseinheit Messi lauten.

Doch die eigentliche Sensation findet abseits des grünen Rasens statt. Da ist der Beste aller Besten doch ein ganz normaler Bursche geblieben. Der Junge aus Rosario, schüchtern, uneitel und zurückhaltend. Ein feiner Charakter, eine sympathische Persönlichkeit. Keiner, der seine Freundin wechselt wie das Hemd, keiner der Disco-Türsteher verdrischt oder schwach wird, wenn ein Ölscheich-Klub mit zig Millionen winkt.

Wenn man als Fussballer alle Maßstäbe bricht und dennoch sein persönliches Maß bewahrt, das nötigt vollen Respekt ab.

Leo ist gewiefter als Ronaldo, schneller als Maradona, und das waren schon Götter. Nur Pelé ist wohl besser, noch, denn es scheint nur eine Frage der Jahre, bis Leo an dem Brasilianer vorbei dribbelt. The Best is yet to come. Der Kleine ist der Größte, der einen neuen Standard im Fussball setzt. Und das mit 23 Jahren.

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  1. Daniel Hertzog

    Di Stefano nicht vergessen. Und Zico. Aber Sie haben recht, Leo Messi ist der beste von allen.

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