All good books have one thing in common – they are truer than if they had really happened.
Alle guten Bücher haben eines gemeinsam: Sie enthalten mehr Wahrheit als wenn sie wirklich geschehen wären.
Ernest Hemingway
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San Pablo/Peru, im Dezember 1985
Für einen solchen Trip würden wir keinen verlässlichen Schiffsführer finden, meint der Bootsverleiher zu uns, dahin würde uns keiner fahren. Wir sollen uns diese Schnapsidee schleunigst aus dem Kopf schlagen, wir seien ja nicht ganz dicht. Tagelang laufen wir von einem Schiffsverleih zum anderen auf der Suche nach einem Boot. Am dritten Tag schließlich finden wir einen Eigner, der uns sein Boot überlassen würde, claro, bei dem Ziel allerdings doppelter Preis – und nur, wenn der Schiffsführer mitspiele. Der junge Asunción, ein 18-jähriger Indio mit stoischen Gesicht, hört sich unser Vorhaben an und er nickt nur kurz als er das Wort Lepra hört.
Kurz vor 6 Uhr, mit dem ersten Licht des Morgens, legen wir ab. Das kleine Motorboot ist vollgestopft mit Proviant und im Heck mit zwei wuchtigen Benzinfässern mit dem Reservesprit. In Asunción haben wir einen Glücksgriff getan, der junge Amazonas-Indio kennt sich in der Region und auf dem Fluss aus wie kein zweiter. Er wird uns zur Kolonie bringen.
Am späten Nachmittag legt unser kleines Schiff in der unberührten Bucht unterhalb der Leprakolonie San Pablo an. Im Nu umringt uns ein Dutzend lärmender Kinder, ein älterer Mann kommt den Abhang herunter und heißt uns Willkommen. Der Empfang in der Leprakolonie ist herzlich. Wir, die Journalisten aus Alemania, werden bestaunt wie Außerirdische. Nun, meint der Franziskanermönch, der die Kolonie leitet und uns am Boot abholt, man freue sich über jeden Besuch, aber offen gesagt, man sei nicht auf ihn eingestellt. In der Kolonie sei schon seit Monaten niemand mehr vorbei gekommen. Und er reicht mir seine Hand zum Gruß.
Eine Leprakolonie hat natürlich kein Hotel und so bietet man uns ein Zimmer im kargen Hospital an. Eigentlich sind das bessere Holzverschläge, ebenso wie die Toilette. Die Nacht in der Leprakolonie endet abrupt. Punkt 5 Uhr 30 tönt eine sonore männliche Stimme aus den zahlreichen Lautsprechern, die, auf langen Holzstangen befestigt, über die ganze Kolonie verteilt sind: “Guten Morgen, hier spricht Manuel Rodriguez. Ich wünsche allen Bewohnern von San Pablo einen wunderschönen Tag. Und jetzt alle raus aus den Betten, Ihr Faulpelze!“
Don Manuel ist der Entertainer der Lepragemeinde. Zuerst dankt er Gott, anschließend verkündet er die Lokalnachrichten, die Preise für Fisch und Obst, die Todesfälle. Die Radiostimme des Lepradorfes gehört einem geachteten Mann, und Manuel Rodriguez ist nicht nur wegen seiner launigen Moderationen respektiert. Denn im Hauptberuf verwaltet der 50-jährige das Geld der Leprakranken. Die Krankheitsbilanz des Bankdirektors: ein Bein weg, der andere Fuß, die Finger. Aber an der Schreibmaschine sei er flink wie ein junger Hüpfer, doch leider, den Banküberfall damals, den habe er nicht verhindern können.
Seit 5 Jahren sind die Doctora Carmen Orts und ihre Kollegin Pilar Bandrés in San Pablo. Ihr Missionsorden hat die beiden Spanierinnen in den tiefen Urwald geschickt. „Vor uns war lange Zeit kein Arzt hier“, klagt die 32-jährige Carmen, „kein peruanischer Arzt will den Job übernehmen.“ Wegen der miserablen Bezahlung. Und früher, da hätten die Ärzte ihre Patienten nicht einmal anzupacken gewagt. Vielen Leprakranken werden Hände oder Füße amputiert, um den Vormarsch des Leprabazillus zu stoppen. Denn der Erreger dringt durch die Haut in die Nervenenden ein und tötet sie ab. Von Füßen und Händen aus wandert er hinauf zu Kopf und Gehirnnerven. Im Gesicht bilden sich im Endstadium poröse Hautknoten, die Haare fallen aus, ganze Körperpartien verfaulen.
Und auch jeden Abend ertönt aus den Lautsprechern eine romantische Melodie und danach die vertraute Stimme des Bankdirektors. Don Manuel dankt Gott für den herrlichen Tag und fängt an, die Abendnachrichten zu verlesen. Der Licht-Generator hat für heute seine Schuldigkeit getan, das monotone Surren der Maschine geht über in die friedvolle Stille der Natur.
Es wird dunkel und aus dem Dschungelgestrüpp ertönt das Quaken der Frösche und das Zirpen der Zikaden. Eine neue Nacht legt sich bedächtig über das kleine Lepradorf.
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Das sind Stunden, die man sich nicht wünschen kann im Leben: Am 2. Juni im Jahr 1996, es ist ein Sonntagabend, ist Hero Kind in seinem Düsseldorfer Wohnzimmer umgefallen. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Schlaganfall. Nach ein paar Tagen zwischen Leben und Tod und drei Wochen künstlichem Koma hat sich der ehemalige ECON-Verleger mit Disziplin und eisernem Willen in diese Welt zurück gekämpft.
Das war vor 14 Jahren. Heute lebt Hero Kind auf Sylt, wo er in Keitum ein schönes altes Friesenhaus am Wattmeer besitzt. Gesundheitlich geht es Hero Kind gut, den Umständen entsprechend, wie man so sagt. Noch immer haben Nachwirkungen der Krankheit sich nicht vertreiben lassen. Da sind vor allem noch die lästigen Lähmungserscheinungen in Bein und Arm.
Aber im Kopf, und das ist die gute Nachricht, da ist er hellwach. Er weiß Bescheid, was so vor sich geht in der Welt und in der Buchbranche. Wie früher sprudeln die Ideen aus ihm heraus, er hat kreative Geistesblitze auf der Höhe der Zeit, er entwirft neue Produkte, er hat pfiffige Marketing-Einfälle.
Und er erinnert sich noch an so vieles und an so viele aus seinen ECON– und Metropolitan-Tagen. Er kennt Namen, die ich schon längst vergessen habe und weiß um Autoren, die vor einem Vierteljahrhundert den Verlag besucht haben. Und – das ist das Schönste – er hat sich nach wie vor seinen trockenen Humor und seine Selbstironie erhalten.
Am Leben nimmt Hero Kind, ein Jurist des Jahrgangs 1944, rege teil. Er ist Nachrücker im Kirchenvorstand von Keitum, einmal die Woche geht es zum therapeutischen Reiten. Er liest viel, jeden Tag die Financial Times Deutschland, jede Woche Die Zeit und auch das Buchgeschehen verfolgt er aufmerksam. Manche Verlagshäuser schicken ihm Vorschauen. Einen Verlag wie den von Antje Kunstmann bewundert er, der entspricht seiner Philosophie: außergewöhnliche Autoren, anregende Themen, schöne Ausstattung.
Der Buchhändler Schwarz aus Keitum, der einen kleinen und schönen Laden am südlichen Kliff besitzt, kommt jeden Geburtstag bei ihm vorbei. Und ab und an rufen Kollegen an oder sagen Guten Tag, wenn sie auf der Insel sind. Das freut ihn, da lebt er auf, denn er möchte dieser sympathischen Buchbranche und seinen Menschen noch so viel mitteilen.
Hero Kind kann sich in Haus und Garten bedächtig, aber selbstständig bewegen, für Strecken im Ort nutzt er den Rollstuhl. Auch längere Reisen sind möglich, ein Mallorca-Urlaub zum Beispiel oder der Trip nach Berlin.
An seiner Seite seine Frau Simone, der Hero Kind verdankt, dass seine Genesung so kräftige Fortschritte gemacht hat. Die beiden Kinder, Juristen ebenfalls, kommen oft zu Besuch. Bei seiner Familie findet Hero Kind den Rückhalt, den er braucht, um jeden Tag ein wenig mehr zu genesen. Und auch die Ruhe und das Heilklima von Sylt tun das ihre dazu.
siehe auch: Hero Kind, der letzte ECON-Verleger
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Den Haag, den 15. Juli 1984
Miles, Sie sehen gesund aus..
Ja, das ist so. Mein Körper ist ausgeglichen. Wenn man sich gut fühlt, kann man auch gut spielen. Wenn dir dein Körper sagt, das stehst du durch, dann kannst du es schaffen.
Sie wenden sich bei Ihren Auftritten dem Publikum nicht mehr ab, kehren ihm nicht mehr den Rücken, so wie früher…
Ich weiß nicht, was ich auf der Bühne tue. Die Bühne ist ein weites Feld. Und von jedem Punkt klingt der Sound anders. Ich blase meine Trompete und vergesse alles um mich herum.
Warum spielen Sie?
Das ist wie eine Sucht: Ein Drang tief in mir. Das muss einfach raus.
Und was bedeutet Jazz?
Keine Ahnung.
Und was bedeutet Ihnen das Wort Jazz?
Jazz bedeutet schwarz. Schwarze Musik. Nein, Unsinn, ich mag dieses Wort, schwarz, nicht. Nigger. Nigger-Musik. Jawohl, Jazz ist Nigger-Musik.
Glauben Sie, dass der Jazz das Business des weißen Mannes ist?
Genau das!
Warum reizt es Sie, mit jungen Musikern zu spielen?
Jung, alt? Was zum Teufel hat das zu bedeuten?!
Das frage ich Sie…
Das spielt keine Rolle. Alter ist unwichtig.
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Buenos Aires, im Januar 1988
Der Gott der Porteños ist schon lange tot. Genauer gesagt, seit 1935, als er bei einem Flugzeugabsturz in Medellín ums Leben kam. Und doch scheint dieser Tote lebendiger zu sein als so mancher in dieser Stadt.
Man kann ihn nicht übersehen in Buenos Aires. Sein Foto baumelt wie eine Duftkerze in den Taxis, er klebt als Postkarte in der Kante des Friseurspiegels oder man betritt eine U-Bahn-Station, die seinen Namen trägt.
Und das riesige weiße Mausoleum des Tangosängers auf dem Chacarita-Friedhof ist eine Pilgerstätte, die mit allerlei Devotionalien der Ehrerbietung bestückt ist und stets von Bewunderern umlagert wird. Cada dia canta mejor, wohl wahr, mit jedem Tag singt er besser, steht als Losung auf einem goldenen Schild.
Carlos Gardel gilt in Buenos Aires als Gott des Tangos, was wahrscheinlich aber untertrieben ist. Denn eher ist er Gott, Jesus und Moses in einer Person. Wen sollte man hier sonst verehren? Die Politiker? Korrupt bis auf die Knochen. Manager? Schmierig und gierig. Schauspieler? Ziemlich bedeutungslos. Nein, nein, der Tango, diese traurige und doch irgendwie trotzige Musik eignet sich wunderbar, die unaufhörlich platzenden Träume des argentinischen Bürgers zu beklagen.
Der Tango, der um die Wende zum 20. Jahrhundert in den Matrosenkaschemmen des La Boca-Hafenviertels entstanden ist, beschreibt die melancholische, teils resignative, aber auch stolze Haltung der sozial Benachteiligten. Im Tango klagt der kleine Mann über seine Not und das Schicksal, das es nicht gerade gut mit ihm gemeint hat. Der Tango jammert über das fehlende Geld und den verbleichenden Glanz der Schönheit, über den Krach mit einer Frau, die Bitternis einer nicht erhörten Liebe.
Auf die Kernbotschaft verdichtet, beschreibt der Tango das erschreckte Aufwachen aus einem schönen Traum. Wie das Erwachen aus dem Traum vom Reichtum, der Illusion von Liebe und dem Traum, der zwischen Geburt und Tod liegt. Der bekannte Gardel-Tango Adios Muchachos ist so eine typische wehmütige und bockige Abrechnung mit dem hiesigen Leben, in der Botschaft ähnlich wie Frank Sinatra My Way singt. Und bei beiden könnte es auch heißen: Lebt wohl, Ihr Scheißkerle, ich mach mich davon, und Ihr dürft mich mal alle mal kräftig!
Sicherlich ist der Tango ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann. Noch mehr ist er aber ein stummer Dialog zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen Mann und Frau, zwischen Nähe und Fremdheit. Für die Argentinier als Nation drückt der Tango den kollektiven Wunsch nach Geborgenheit und Heimat aus, eine Träumerei, die von der Wirklichkeit so schändlich hintertrieben wird. Und es ist der tote Carlitos, der von dieser Utopie singt. Mit jedem Tag besser.
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Um diese Tatsache wird auf stockpress.de kein großes Geheimnis gemacht. Der geneigte Leser dieses Blogs wird rasch merken, der Autor mag Acapulco. Sunny Acapulco. You can’t get that out of the boy! Acapulco de Juárez, die launige Perle am stillen Ozean, ewiger Hochsommer, blauer Himmel, schrille Parties, ein lässiger Lebensstil.
Lesen Sie doch einfach einmal alle Artikel zur Kategorie Acapulco auf stockpress.de. Da reiht sich eine Liebeserklärung an die nächste.
In jungen Jahren hat der Verfasser viele schöne Monate dort gelebt. Aber lang ist es her, und nun versucht er sich daran zu erinnern, wo zum Teufel sich die Stadt Acapulco denn nun befindet. Wo auf diesem runden Globus liegt nun dieses Acapulco?
Dreißig Jahre ist es mittlerweile her, doch so langsam kommt die Erinnerung. Ja, Acapulco liegt 400 Kilometer westlich der Hauptstadt, direkt am Pazifik, und das Land heißt, ja, wie heißt das Land denn gleich?
Richtig, das wunderschöne Land trägt den Namen Mexiko. Aber vielleicht ist der Verfasser schon leicht im Geiste angekalkt und Acapulco liegt möglicherweise nicht an der mexikanischen Küste, sondern in Wirklichkeit befindet sich Acapulco in Europa, in Italien, sagen wir an der sonnigen Adria. Ja, Acapulco findet sich unter Italiens Sonne. Und Palermo liegt am Panama-Kanal, Rom in der Wüste Atacama und Triest in der Steppe Feuerlands. Und ein gewisser Silvio regiert in Argentinien.
Jetzt bin ich bald wirklich ganz balla-balla. Nur weil Acapulco in Italien liegt – jedenfalls in Frankfurt.
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Mick Jagger und Mario Adorf bei den Dreharbeiten zum Film Fitzcarraldo in Peru; Photo by René Pinedo/Collection W. Stock
Iquitos, im Januar 1981
Zu unserem Lieblingsrestaurant in Iquitos wird die Casa Cohen am Jirón Próspero. Das ist ein einfaches, aber hübsches Ecklokal im Zentrum, das nach zwei Seiten zur Strasse offen ist. Die Fassade wurde mit glanzvollen blauen Reliefkacheln geschmückt, die sich hier, im peruanischen Amazonasdschungel, ein wenig surreal ausnehmen.
Als wir in dieser Nachmittagsstunde die Casa Cohen betreten, sitzt nur ein stattlicher Herr mittleren Alters mit Dreitagebart vor seinem kühlen Bier. Irgendwie kommt uns der Mann bekannt vor. Ein deutscher Schauspieler?
Sind Sie nicht Mario Adorf, fragen wir ihn auf Deutsch. Ja, lautet freundlich die Antwort, er drehe hier den Film Fitzcarraldo von Regisseur Werner Herzog. Wir setzen uns an seinen Tisch und Adorf plaudert voller Begeisterung über das Filmprojekt. Ein Film mit Mick Jagger, großartig, da freue er sich drauf wie ein Schulbub, meint der Wahl-Römer.
Am nächsten Tag beobachten wir Mario Adorf am Set. Er spielt den Kapitän der Molly Aida, eines Amazonas-Dampfers, mit dem Fitzcarraldo aufbrechen wird zu den Kautschukfelder im Norden. Adorf steht auf der Reling, neben ihm mit blankem Oberkörper und Strohhut Mick Jagger, der den Wilbur spielt. Fotograf René Pinedo schießt einige Fotos. Sie werden Seltenheitswert erlangen, weil der Film, die erste Fitzcarraldo-Fassung, nicht fertig gedreht werden sollte.
Adorf gibt – in blauen Hosenträgern – einen wunderbar brummeligen Amazonas-Kapitän ab. Die Truppe bricht auf, den breiten Amazonas hinab zu fahren. Kapitän Mario Adorf läutet die Schiffsglocke zur Abfährt. Und im Übermut läutet er die Glocke nochmals. Lauter und lauter. Adorf hat sichtlich Spass an seiner Rolle. Schließlich legt das Schiff unter dem musikalischen Getöse einer kreolischen Musikkapelle ab.
Als wir Mario Adorf das nächste Mal treffen, hat sich seine Begeisterung gelegt. Vielleicht hat er unterschätzt, dass Herzog kein Studio-Regisseur ist, sondern jemand, der seinen Filmen, seinen Schauspielern und sich selber einiges abverlangt. Jemand, der bis an die Grenze geht. In Fitzcarraldo fließt nicht nur Schweiß, sondern auch Blut. Es ereignen sich Unfälle, man zählt Verletzte und Verwundete.
Fitzcarraldo, in diesem Film wird ein Schiff über einen Berg gezogen, kann auch als Hymne an die Willenskraft gesehen werden. Der Film wirkt auf melancholische Art kraftstrotzend und körperlich. Mario Adorf und Werner Herzog funken nicht auf gleicher Wellenlänge. Adorf nennt Herzogs Umgang mit seinen Schauspielern respektlos und Herzogs cineastische Waghalsigkeit bezeichnet er als Menschenschinderei.
Und der ganze Film steht unter keinem guten Stern. Die erste Fassung bleibt, weil Hauptdarsteller Jason Robards schwer erkrankt und aussteigt, unvollendet. Adorfs Rolle spielt in der zweiten Fassung dann ein anderer. Diesen Part übernimmt dann Paul Hittscher, der deutsche Besitzer eines kleines Restaurants außerhalb der Stadt. Jener Paul Hittscher, mit dem ich einmal kräftig aneinander gerasselt bin. Aber das ist eine andere Geschichte.
siehe auch: Wie ich einmal mit Fitzcarraldos Kapitän aneinander gerasselt bin
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Europa kann nicht gerade viele gute Pop- und Jazz-Sänger vorweisen. Die meisten kommen noch immer aus den Vereinigten Staaten, wo Tradition und Infrastruktur um einiges besser sind als in der alten Welt. Aber wenn man heute nach dem besten seiner Zunft fragen würde, dann würde wohl nicht ein Amerikaner, sondern der Brite Tom Jones ziemlich weit oben auf der Liste stehen.
Dieser Sänger ist ein Phänomen. Dies zeigt das Youtube-Video eindrucksvoll. Denn zwischen beiden Aufführungen von Fly me to the moon liegen, man mag es kaum glauben, schlappe 38 Jahre. 1969 in seiner Fernsehshow This is Tom Jones und 2007 im chilenischen Viña del Mar.
Aber auch der alte Tom Jones ist ein Junger. Noch immer hat der Waliser Tom Jones eine kraftvolle, klare Stimme. Was ihn auszeichnet: Er kann Bariton als auch Tenorstimme singen und seine Stimmumfang deckt sicherlich drei Oktaven ab.
Tom Jones ist einer der wenigen Crooner, die auch heute noch im gut Geschäft sind. Er überzeugt übrigens auch als jemand, der sich dem Neuen immer geöffnet hat, siehe Kiss oder Sexbomb, wo er HipHop-Elemente einbaut. Kein Zweifel, Tom Jones ist – gestern wie heute – einer der ganz Großen.
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