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Reisen & Begegnungen

Wenn das Seniorenschnitzel dampft…

SeniorenJoachim Müller vom Fachverlag für Computerwissen schreibt mir einen netten Werbebrief, weil er mir etwas verkaufen möchte. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Ich kaufe gerne und oft. Jedenfalls, wenn ich es brauche und wenn man mich freundlich anspricht.

Nun bin ich jedoch in der Adressdatei des Bonner Verlages in die Schublade „Senioren“ gerutscht, denn Herr Müller will mir das Loseblattwerk PC-Wissen für Senioren verkaufen. Das Werk sei prima für alte Leute und gar von der Deutschen Seniorenliga e.V. geprüft und empfohlen. Aha.

Unter Verlegern weiß man, dass Seniorenmarketing schwierig ist, weil Senioren sich nicht als Senioren sehen und so anreden lassen möchten. Und Nicht-Senioren möchten schon gar nicht als Senioren anrempeln lassen.

Nun bin ich zwar auch schon

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Patrick Hemingway und die Last des großen Namens

HemingwayMarke3Hemingways einziges Kind, das noch lebt, hat täglich mit dem Vater zu tun. Denn Patrick Hemingway verwaltet das literarische Erbe. Er verhandelt die Nachdruckrechte seines Vaters und wirft einen Blick auf alles, was weltweit auf Papier, in den Kinos, elektronisch oder sonstwie seinen Vater betrifft.

Und wenn irgendwo auf der Welt ein Füller verkauft wird, der den Namen Ernest Hemingway trägt, oder eine Schuh-Collection, wenn irgendein Staat in Zentralafrika eine Briefmarke mit Hemingway herausgibt, dann kann das nur passieren, weil Patrick Hemingway dazu genickt hat.

Patrick Hemingway, der Sohn von Ernest Hemingway und Pauline Pfeiffer, Jahrgang 1928, hat in Harvard Literatur studiert, und ihm fällt die Aufgabe zu, über den reichen Nachlass des Vaters zu wachen.

Und möglicherweise ist solch ein gewichtiges Erbe Fluch und Segen zugleich. Den Segen mag man jeden Monatsanfang auf dem Bankkonto nachlesen, der Fluch des großen Namens jedoch steht auf einem anderen Blatt. Ein Familienname, der wie eine Zentnerlast auf die Schulter drückt. Auch dies ist das Erbe des Vaters für den Sohn.

Sicher, mit einem Allerweltsnamen kann man schon mal einen zuviel über den Durst trinken oder sich

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Google – Studentenwerk am Pazifik

Ein Tech-Riese am Pazifik, Mountain View/Kalifornien, im Jahr 2009; Foto: W. Stock

Wer das Privileg erhält, bei Google in Kalifornien hinein zu schnuppern, der ahnt, wie eine Firma im 21. Jahrhundert aussehen muss. Google ist die vielleicht leidenschaftlichste Firma der Welt. Von null auf Mach 1, Schallmauer durchbrochen.

Google’s Geschichte ist bekannt: In einem Dorm, dem Dormitorium, in einem der kargen Schlafräume des Escondido Village, in den Studentenwohnheimen der Stanford University, wurde Google 1998 gegründet. Von den Studenten Sergey Brin, einem gebürtigen Russen, und Larry Page aus Michigan. Beide heute vielfache Milliardäre unter kalifornischer Sonne.

Und so meint man denn auch

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Ein Tag im Paradies

AcaBlog1082

Acapulco 1992; Photo by W. Stock

„Ich war nie ein Kind von Traurigkeit. Ich habe geschrieben, ich habe gemalt, ich habe gelebt. Und wenn eine hübsche Frau meinen Weg gekreuzt hat, dann habe ich geliebt.

Wenn manche Leute nun meinen, dies sei das Leben eines Playboys, nun ja, dann bin ich halt ein Playboy.

Ich wache hier auf, erblicke über den sanft wehenden Palmbäumen die azurblaue Bucht von Acapulco und sage jeden Morgen dann zu mir: Verdammt nochmal, heute ist

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Ist Neukölln wirklich überall?

Ein neues Buch, Neukölln ist überall, rechnet mit der falschen Integrationspolitik in Deutschland ab. Geschrieben hat das Werk Heinz Buschkowsky, ein SPD-Mann, seit elf Jahren Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. Der Mann weiß also, wie es auf Berliner Strassen aussieht.

Die Wirklichkeit Neuköllns ist nicht erst seit dem Buch von Heinz Buschkowsky bekannt: soziale Ausgrenzung, offene und latente Gewalt, eine unkontrollierte Parallelgesellschaft, wachsende Kriminalität, ein erschreckender Nicht-Respekt für staatliche Institutionen, Hartz rauf und runter, am bitteren Ende steht Armut und Ausgrenzung,

Soweit, so schlecht. Doch ist Neukölln wirklich überall? Kann man diese soziale Trostlosigkeit im ganzen Land beobachten? Sind die Probleme des Berliner Bezirks die Probleme von ganz Deutschland? Spannende Fragen.

Warum, frage ich, findet sich solch ein Elend in Berlin, jedoch nicht in

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Octavio Paz nörgelt ganz schön

Octavio Paz

Photo by W. Stock

Von Octavio Paz gibt es das Gedichtbändchen Suche nach einer Mitte, und dies mag vielleicht als Leitspruch seines Lebens gelten – weniger politisch, das auch, sondern eher philosophisch. Die Literatur ist, um einen etwas altmodischen Begriff zu verwenden, Zwiegespräch, meint er. Sie habe dem Dialog, dem Diskurs und dem Ausgleich zu dienen.

Ob man ihn als Mann der Mitte richtig beschreibe? Eigentlich schon, er suche die Balance der Extreme, den Kompromiss von Kapitalismus und Kommunismus, den Ausgleich von Vernunft und Gefühl, von Wirklichkeit und Idee. Denn die beiden vorgeblichen Paradiese, das kapitalistische wie das sozialistische, haben sich zu Höllenbildern gewandelt.

Paz sieht das Scheitern aller Revolutionen und, fügt er rasch hinzu, auch des Christentums. Wenn die Rede auf religiöse Themen kommt, greift Octavio Paz gerne zu mildem Spott. Was er denn von der Theologie der Befreiung halte? Na ja, eigentlich sei er eher für die Befreiung von der Theologie.

Im Ausland gilt Octavio Paz als eher Konservativer, doch in seiner mexikanischen Heimat gibt er die liberale und aufmüpfige Kulturzeitschrift Vuelta heraus. Eigentlich ist er ein Poet und Intellektueller mit Ecken und Kanten, jemand, der so recht in keine der üblichen Schablonen passen will, nicht links, nicht rechts. Aber die Mitte ist auch ein merkwürdiger Ort für solch einen Denker.

Jedenfalls sei er

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Adenauer 2012 – quicklebendig

gefunden in Westerland, im Sommer 2012; Photo by W. Stock

Wie misst man die Bedeutung eines deutschen Bundeskanzlers? Wer von den acht bisherigen Amtsträgern hat das Zeug zur historischen Ikone? Wer war wirklich groß, im Geschichtsbuch der Deutschen?

Willy Brandt etwa, der mutige Architekt der Aussöhnung mit dem Osten? Helmut Kohl, der Vater Europas und der deutschen Einheit? Oder gar der Reformer Gerhard Schröder mit seinem Hartz IV?

Der Allergrößte scheint wohl ein anderer zu sein. Dr. Konrad Adenauer aus Rhöndorf. Der erste Kanzler nach den schlimmen, dunklen Jahren. Kanzler von 1949 bis 1963 in Bonn. Der alte Mann, der uns Freiheit, Frieden und Wohlstand brachte.

Warum gerade er die Nummer 1 ist? Um diese Frage zu beantworten, brauche ich keine Umfrage. Es reichen offene Augen. Wie bei einem Bummel durch Westerland. Ich biege um die Ecke, und, huch, da steht Konrad Adenauer. Riesig prangt er an der Aussenfassade einer Gaststätte, die ganze Strasse sieht ihn.

Konrad Adenauer in

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Das Licht am goldenen Tore

New York, im Juni 2010; Photo by W. Stock

Wenn man mit dem Ozeandampfer in die USA einreist, so ist es das erste Monument, das einen empfängt. The Statue of Liberty. Die Freiheitsstatue. Ein wunderschönes Denkmal und wohl das prächtigste Symbol der Freiheit weltweit.

Das Monument aus Kupfer und Eisen war 1886 ein verspätetes Geschenk Frankreichs an die junge Nation USA zum hundertjährigen Unabhängigkeitstag. Die fast 50 Meter hohe Dame mit der Fackel der Freiheit in der gereckten Hand erinnert auch daran, dass liberté allen anderen Forderungen der bürgerlichen Revolution voran ging.

Freiheit – das wohl höchste Gut einer Gesellschaft. Ein Gut, das in Deutschland leider zu wenig Respekt findet. Wenn man einen Deutschen fragen würde, was ihm wichtiger sei, Wohlstand oder Freiheit, der typische Deutsche würde wohl antworten: Wohlstand. Die DDR beispielsweise ist nicht, wie manche Historiker glauben machen wollen, an zuwenig Freiheit zu Grunde gegangen, sondern an zu wenig Wohlstand.

Das obrigkeitsgläubige Deutschland hat bis heute nicht verinnerlicht, dass

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Mike Meiré, von Beruf Träumer

MeireMai91

Köln, den 28. Mai 1991, Photo by Hasso von Bülow

Das beste deutsche Wirtschaftsmagazin? Nun ja, ohne anderen Kollegen weh zu tun, ich sage mal Brand Eins. Nicht zuletzt wegen der Optik. Und Kopf, Herz und Seele dieser Optik ist ein junger Mann aus Köln. Mike Meiré steht als Art Director hinter Brand Eins, ohne ihn ist der Erfolg des Magazins nicht denkbar.

Als Meiré und Meiré noch nicht die großen Stars der Design-Szene in Deutschland waren, sondern hoffnungsvolle Newcomer, saßen ein paar junge Burschen draußen im Westen von Köln.

Im fast schon ländlichen Stadtteil Königsdorf bei Frechen, umgeben von einem üppigen Forst. Wilde Ideen wurden hier Im Klosterhof ausgeheckt, in einem weitläufigen Anwesen, das im achten Jahrhundert von Benediktinern erbaut wurde.

Doch zog durch das alte Gemäuer solch frischer Geist, der schon damals großes erahnen ließ. Die Optik der frühen Jahre von Meiré und Meiré war reduziert und knallig zugleich, modern und doch irgendwie klassisch.

Eigentlich gibt es zwei Meirés. Da ist Marc, zuständig für das eher Trockene. Für die Zahlen, die Termine, das Verhandeln, die Kontakte, das Kaufmännische. Und da ist Mike, ein kreativer Tornado. Ein Wunderkind. Ziemlich jung, damals, Jahrgang 64, ziemlich nett. Von Beruf kein Designer, würde er sagen, von Beruf

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Frank Sinatra singt More

Dieses More ist ein interessanter Song. Ursprünglich war er die Musik zu dem Film Mondo Cane, eine unsägliche Flickschusterei auf RTL 3 Niveau. Der italienische Regisseur und Produzent Gualtieri Jacopetti hat dieses Hundeleben im Jahr 1962 verfilmt, sonst bleibt kein Wort über dieses Machwerk zu verlieren.

Doch da war die Musik, komponiert von Nino Oliviero und Riz Ortalani. Ein ganz nettes Gesäusel, jedenfalls nichts, was einen vom Hocker reißt. Und dann gehen Frank Sinatra und natürlich auch Count Basie und seine Big Band im Juni 1964 in Los Angeles ins Aufnahme-Studio. Auf dem Reprise-Album It might as well be swing swingt er das mediokre Hundeleben bombastisch. Das ganze funktioniert nur, weil die wahnsinnigen Arrangements von Quincy Jones unterlegt sind.

It might as well be swing, eine Verballhornung von It might as well be spring ist die zweite Zusammenarbeit von Frank Sinatra und Count Basie. Es gilt Kennern als bestes Studio-Album Sinatras, weil hier drei, vier Weltklasse-Einspielungen drauf sind.

Und eben dieser Song More:

More than the greatest love the world has known,
This is the love I give to you alone,
More than the simple words I try to say,
I only live to love you more each day.

Basies Big Band schlägt einen tollen Takt, dazu die großmeisterlichen Arrangements eines Quincy Jones, die sich auch nach fast 50 Jahren noch jung und frisch anhören.

Sinatra & Basie vermögen, selbst

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