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Reisen & Begegnungen

Free, Free, Free – jetzt auch die Zeitung

freepress

Washington D.C., Ende Mai 2013;
Photo by W. Stock

Ein Abstecher nach Washington D.C. The Capital of the Free World, wie ich so schön lese. Die Hauptstadt der freien Welt. In der Tat, so ist das.

Der mächtigste Mann der Welt sitzt hier in einem Weißen Haus. Der Senat, das Kapitol, das FBI – hier in Washington bewegt sich einiges und hier wird etwas bewegt. Ein gefundenes Fressen für die Nachrichten und die Berichterstattung, will man meinen. Doch weit gefehlt.

Die Presse in der Regierungsstadt der USA gibt ein ziemlich trauriges Bild ab. Dort wo früher an den Straßenecken die Kioske standen, an denen die Washington Post oder die New York Times den Verkäufern aus den Händen gerissen wurden, da stehen heute nur noch die stummen Verkäufer und bieten in ihren Metallboxen Gedrucktes an. Doch – und dies ist ein weiterer Tiefschlag – das allermeiste wird für lau verschleudert. FREE steht riesig auf den Blechkasten und die Zeitungen kann man sich einfach aus der Box nehmen, sie werden verschenkt.

Doch selbst Traditionszeitungen wie die Washington Post oder USA Today werden für

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Rosa Mexicano für den Gaumen

RosaMexicano

Washington D.C., Ende Mai 2013;
Photo by W. Stock

Da muss einer nicht unbedingt nach Mexiko fliegen, um erstklassige mexikanische Küche zu entdecken. Auch in den USA haben die Einwanderer aus dem Süden die scharfen und schweren Speisen Mexikos den Gringos nahegebracht.

Ein Geheimtipp ist Rosa Mexicano, eine Kette, die zwischen New York und San Francisco, in über einem Dutzend Restaurants hochwertige mexikanische Küche zelebriert. In Washington D.C. ist Rosa Mexicano im Penn Quarter, an der 7th Street, nur einen Häuserblock südlich von Chinatown.

Die Spezialität des Hauses ist die am Tisch flink zubereitete Guacamole. Die Guacamole en Molcajete wird vom Koch vor den Augen des Gastes aus den Zutaten frisch angemacht. Die Avocado wird geteilt, in der Schüssel zerstampft, mit Tomatenstückchen, Zwiebelwürfel und würzigem Cilantro, dem mexikanischen Koriander, angereichert und dann

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Was die Eurokrise wirklich ist…

Tabasco

Photo by W. Stock

Wenn man einen Ausweg aus der Eurokrise aufzeigen will, muss man zuerst genau analysieren, welche Art von Krise wir im Euroraum eigentlich vorfinden. Zunächst haben wir es mit zwei unterschiedlichen Krisenfeldern zu tun:

1. Krise wegen der verschuldeten Haushalte. Seit Jahren und Jahrzehnten halten wir die Binnenkonjunktur mit wachsender Neuverschuldung am Laufen. Mittlerweile hat die Verschuldung der nationalen Haushalte jedoch ein Ausmass angenommen, das der Markt nicht mehr zu akzeptieren bereit ist. Die Kreditgeber hegen zudem Zweifel, abstrakt und konkret, an der Tilgung dieses riesigen Schuldenberges.

2. Krise wegen der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit. Europa, müde und bequem, hat dramatisch an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Auf den Weltmärkten, als auch in der Binnenwirtschaft. Die Stichworte sind schnell aufgezählt: steigende Lohnstückkosten, geringe Arbeitszeiten bei hohen Löhnen, Überregulierung der Arbeitsmärkte, zu hohe Steuern, viel zu hohe Sozialabgaben, zu expansive und zum Teil unproduktive Sozialausgaben. Die Löhne sind, insbesondere in den südlichen Peripherieländern, der Produktivität enteilt.

Beide Krisenfelder haben miteinander zu tun, sie

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New York lässt sich nicht in die Knie zwingen

Photo by W. Stock

Man hat diese Stadt schon oft abgeschrieben und auch die Journaille hat sie mehr als einmal nieder gemacht. Was hat man nicht alles hören und lesen müssen! Die Stadt sei verdreckt, sie sei schmuddelig, korrupt, zugemüllt, ein Moloch, eigentlich unregierbar.

All das Lamento hat sich als Lug und Trug herausgestellt. Heute ist New York springlebendig, fröhlich, ja geradezu heiter, und vor allem optimistisch. In diesen Tagen scheint mir die Stadt so vital wie nie, den Blick nach vorne und doch mit beiden Beinen in der Gegenwart.

Das liederliche Image von einst verbesserte sich peu à peu. Manhattan ist heute sicher und die Spitzbuben sind verschwunden. Auch ist New York so sauber wie in keinem Jahr zuvor. Selbst den Rauchern ist das Vor-die-Tür-Gehen mittlerweile zu blöd und so ist New York fast frei vom blauen Dunst.

Hier in dieser Stadt werden

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Helmut Weyhs verrücktes, phantastisches und anregendes Haus

Worpswede, Das Kreative Haus, Dezember 1990;
Wolfgang Stock, Patrick Krause, Helmut Weyh;
Photo by Hasso von Bülow

Das Kreative Haus liegt auf der Anhöhe über einer Strasse, die in Worpswede Hinterm Berg genannt wird. Helmut Weyh hat, mit Blick für das Große und auch für das Detail, dieses Kreative Haus zu einer ersten Adresse für Führungskräfte entwickelt.

Das Kreative Haus setzt dem Künstlerdorf Worpswede mit all seinen Galerien und Museen ein weiteres Glanzlicht auf. In liebevoller Arbeit haben Helmut Weyh und seine Lebensgefährtin, deren Anteil nicht gering geschätzt werden darf, hier ein verrücktes, phantastisches und anregendes Gebäude mit Leben gefüllt. Und wer einmal etwas Besonderes erleben möchte, dem sei das Vorbeischauen angeraten.

Der Bildhauer und Maler Bernhard Hoetger hat das Anwesen in den 20er Jahren im Stilmix mit rotem Ziegelstein entworfen – etwas Jugendstil, ein wenig Moderne und auch Neoklassik – und Helmut Weyh hat es erfolgreich als Top-Seminarhaus etabliert. Ein Kleinod, das Kunst, Sprache, Design und Intuition ins Bewusstsein des Menschen rückt.

Dieses Konzept von Helmut Weyh spricht die Sinne des Menschen an. Farben, Formen, Töne und Gerüche springen den Besucher im Kreativen Haus förmlich an. Kein Zimmer dieses Landhauses ist wie das andere.

Ein Raum dient einer

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Stefan von Holtzbrinck liebt den stillen Erfolg

Stefan von Holtzbrinck, Wolfgang Stock;
Photo by Daniel Biskup

Wenn Journalisten die Verlagsgruppe von Holtzbrinck in Stuttgart anrufen und nach der Presseabteilung verlangen, stellt sich ein erstes Aha-Erlebnis ein. Denn in der Zentrale des 2,2 Milliarden Euro-Konzerns gibt es seit jeher weder eine Presse- noch eine PR-Abteilung.

Dies hat nichts damit zu tun, dass man etwas zu verbergen hätte oder sein Licht unter den Scheffel stellen will, vielmehr zieht es das Stuttgarter Medienhaus vor, in unaufgeregter Stille seinen Geschäften nachzugehen. Die schlanke Struktur der Holding macht obendrein ein strategisches Führungsprinzip deutlich, das Holtzbrinck mit Erfolg vorlebt: die Dezentralisation. Die Märkte sind lokal, die Geschäfte werden vor Ort gemacht.

Auch der Verleger Stefan von Holtzbrinck ist nicht unbedingt jemand, der

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Michael Jacksons Affe

Michael Jackson

München, im Mai 2013; Photo by W. Stock

Als Michael Jackson im Jahr 2009 überraschend starb, da suchten seine Fans weltweit nach Möglichkeiten, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. In München fanden sie auf einem Grünstreifen das Denkmal des niederländischen Komponisten Orlando di Lasso am Promenadeplatz, vis à vis vom Hotel Bayerischer Hof, also in ganz edler Umgebung.

Fortan legten die Fans des Musikers ihrem toten Idol Blumen unter die Statue Di Lassos, schrieben kleine Botschaften, pinnten Fotos an das dunkelgraue Denkmal. Die Stadt – liberal wie die Münchner nun sind – duldete die Zweckentfremdung des Denkmals.

Doch nun, oh Schreck, hat sich eine Gegenbewegung gebildet. Nur ein paar Meter von Di Lasso/Michael Jackson entfernt, hat der britische Künstler David Shrigley in diesen Tagen eine Parodie hochgezogen. Fast wie ein Spiegelbild wird an diesem Denkmal nicht dem Musiker gehuldigt, sondern

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Zufällige Einreise nach Mexiko

Dies ist ein Auszug aus dem Buch von Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen:

Mexico City, im Jahr 1982

Der Eintritt in das Land gleicht einem Lotteriespiel. Nachdem die sichtlich gelangweilten Einwanderungsbeamten den länglichen, kaum lesbaren Einreisestempel in den Reisepass gedrückt haben, wird man freundlich gebeten, sich in die Menschenschlange vor der Zollkontrolle einzureihen.

Sobald man nun vor einem dicklichen Zollbeamten steht, führt dieser den Einreisenden zu einem einer Jahrmarktattraktion nicht unähnlichen Maschine. Die Apparatur besteht aus einem faustgroßen, farbigen Presskopf, auf den man kräftig drücken soll, was einer milden Variante des Hau-den-Lukas entspricht. Der Knopf wiederum löst eine Art elektrische Ampel aus, die dann nach dem Zufallsprinzip grün oder rot anzeigt. Springt die Ampel auf rot, so wird der Einreisende einer peniblen Kofferkontrolle unterzogen, bei grün wird man zum Durchgehen aufgefordert.

Ich habe mich schon Dutzende Male dieser drolligen Prozedur

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Was ist Qualitätsjournalismus?

Photo by W. Stock

Es gilt einen neuen Begriff aus der Medienwelt zu vermelden. Qualitätsjournalismus. Meinen ersten Artikel habe ich 1974 veröffentlicht, seitdem hunderte geschrieben. Ich habe mich immer um Qualität bemüht, doch Qualitätsjournalismus?

Ich kann mit dem Begriff herzlich wenig anfangen. Und wenn ich auf die Medienlandschaft schaue, dann komme ich erst recht ins Schwimmen. Ist BILD Qualitätsjournalismus? Mein schöner Garten? Frau mit Herz? Ist das Diabetes Journal Qualitätsjournalismus?

In all den Zeitungen und Zeitschriften arbeiten Kolleginnen und Kollegen, die einen prima Job machen. Das sind Fachleute, gute Schreiber, Journalisten. Aber Qualitätsjournalismus?

Sollten man bei der Berufsbezeichnung auf dem Amt zukünftig Qualitätsjournalist angeben? Sollte sich die Zeitschrift des Deutschen Journalisten Verbandes – journalist – nicht schnellstens umtaufen? Und der ganze Verband obendrein?

Meint man mit Qualitätsjournalismus einen Journalismus von

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Ernest Hemingway liebt die kubanische Meer

Für mediterrane Gefilde besaß Ernest Hemingway ein Faible. Er liebte Spanien ebenso wie Italien, und Kuba hatte er gut 20 Jahre zu seiner Wahlheimat erkoren. Er mochte diese ungezwungenen und sonnigen Tage, jene durch Bolero, Rum und Machismo geprägte Lebensart der Insulaner. Und auf Kuba schrieb er sein kleines Opus Magnum Der alte Mann und das Meer. William Faulkner meinte, mit diesem Roman und just an diesem Orte habe Hemingway Gott gefunden. Die Zukunft wird zeigen, dass dies das beste Stück Literatur ist, das beste von uns allen wohlgemerkt.

Ein spannende Frage: Wie gut war eigentlich Hemingways Spanisch? Beherrschte er die Sprache, konnte er sich verständlich machen? Oder hielt er es wie die allermeisten US-Bürger, die wie selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Welt Englisch spricht?

Nun stosse ich auf ein Film- und Tondokument, das den spanischen Hemingway zeigt. Leider ist die technische Qualität nicht gerade berauschend, aber dies ist immerhin ein seltener Filmschnippsel.

[yframe url=’http://www.youtube.com/watch?v=VXdoedQSQuo‘]

Für Der alte Mann und das Meer erhielt Ernest Hemingway 1953 den Pulitzer-Preis, ein Jahr später den Literatur-Nobelpreis. Kurz nach Verkündung der Nobel-Ehren kreuzte das kubanische Fernsehen auf Finca Vigía auf. Reporter Juan Manuel Martínez, etwas sinister mit dunkler Sonnenbrille und im gestelzten Duktus, sowie der Kameramann arbeiten für die Station CMQ, in den 50er Jahren eine große Radio- und TV-Station auf der Insel.

Der amerikanische Autor streut in sein Statement kubanisches Spanisch ein, er sei ein

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