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Reisen & Begegnungen

Flop bei Fisch Fiete

Keitum, am 23. August 2012; Photo by W. Stock

Am Vormittag eine Radtour über die Insel, von Wenningstedt nach Munkmarsch bis nach Keitum. Dort bei Hero Kind vorbei geschaut, der leider nicht zu Hause ist.

Mit dem nötigen Appetit ausgestattet, zu Fisch Fiete, dem bekannten Sylter Fischrestaurant im Weidemannweg, das uns von verschiedener Seite empfohlen wurde. Wir finden einen schönen sonnigen Platz, draußen im Strandkorb.

Freundlich frage ich die Bedienung, mit Namen Conny wie der Kassenbon später zeigen wird, was sie uns denn heute empfehlen könne. „Alles“, kommt es etwas spitz zurück. „Alles“ kann ich nicht essen, sage ich. Dann müssen Sie halt auswählen, so Conny nun ziemlich zickig.

Ich wähle einen

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Frühstück in der Sansibar

Frühstück in der Sansibar, Sylt

Frühstück in der Sansibar; Sylt, im August 2012; Photo by W. Stock

Wenn einen der Weg zur gerühmten Sansibar in den Sylter Westdünen führt, dann sei hier eine frühe Empfehlung ausgesprochen. Ein Tipp für den Vormittag, für jene Stunden, in denen dieses Kult-Restaurant dem alltäglichen Rummel noch nicht ganz anheim gefallen ist.

Zwischen 10,30 Uhr und 12 Uhr, in den frischen und ruhigen Morgenstunden, wird dem Gast ein Sansibar-Frühstück serviert. Und diese erste Mahlzeit des Tages hat es wahrlich in sich, in Menge als auch in Güte.

Man bekommt in mehr als einem Dutzend Schälchen das beste serviert, das man sich zum Brunch nur so wünschen kann. Frischer Lachs mit Meerrettich, eine Thunfischpaste mit Orange, reichlich Rührei, Brühwürstchen und Leberkäse. Dann kalter Eiersalat, knusprige Bratkartoffeln, Tomaten mit Büffel-Mozzarella. Schließlich Obstjoghurt und ein Früchtecocktail. Plus Wurst, Käse, Konfitüre, Brot, Brötchen und Croissants.

Dazu als kulinarischer Höhepunkt die

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Der Westwind weht kühle Brisen zur Insel

Westerland, im August 2012, Photo by W. Stock

Gestern Nachmittag bereits im Meer gebadet, das Wasser sauber und frisch. Die Sonne scheint kräftig und hier im weißen Pudersand brennt sie an den Füssen.

Der Westwind weht tagsüber kühle Brisen ins Inselinnere. Für morgen sagt der Wetterdienst den heißesten Tag des Jahres voraus. Am Abend dreht der Wind auf Nordwest und nun beginnen Salz und Jod aus der Luft ihre wundersame Wirkung zu entfalten.

Das Essen ist – wie immer – vorzüglich. Am liebsten ordere ich den frischen Fisch. Bei Gosch, oder noch lieber bei Blum. Das Klima macht richtig hungrig.

Und es ändert sich wie schon seit Jahren wenig, an der Physiognomie der Insel, am Klima und auch an den Geschäften, an denen wir vorbei bummeln.

Cuervo y Sobrinos findet sich als dezentes Schild beim Uhrmacher in der Strandstrasse. Herr Cuervo und seine Neffen. Hübscher Firmenname. La Habana 1882. Auf Kuba gegründet, heute in der Schweiz.

Ich mag

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Wie ein Banken-Run entsteht

Nichts fürchten Unternehmen und Politik in diesen Tagen der ziemlich verzwickten Wirtschaftskrise wie diese hochkritische Situation: einen Banken-Run. Die Menschen verlieren nach und nach die Geduld und das Vertrauen, und alle nehmen Ersparnisse und Anlagen von heute auf morgen von ihren Konten und aus den Depots. Wodurch eine Spirale nach unten los getreten wird.

Die Volkswirtschaftslehre, mit ihren Gleichungen und Modellen, hat für solch einen Banken-Run nur unzureichende Erklärungen und Vorhersagen parat. Hier sind dann andere Disziplinen, vornehmlich die Psychologie, gefragt. Nehmen wir ein neutrales Beispiel.

Stellen Sie sich vor: Restaurant A und Restaurant B, beide bis ins letzte Detail gleich, gleiche Ausstattung, gleiche Speisekarte – und beide leer, ohne einen einzigen Gast. Die zwei Restaurants stehen nebeneinander. Wie laufen nun die Besucherströme?

Der erste Gast entscheidet sich, sagen wir, für

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Von falschen Fuffzigern und Männern mit Bart

Photo by W. Stock

Geld, man sollte es nie vergessen, ist auch nur bedrucktes Papier. Die Wertaufladung des Geldes funktioniert kurioserweise nicht nach ökonomischen Prinzipien, sondern vorwiegend nach einem subjektiven Wert: Vertrauen.

Solange psychologisch das Vertrauen vorhanden ist, dass ich für Geld im Tausch ein entsprechendes Gut erhalte, solange funktioniert das mit dem Geld. Ist das Vertrauen weg, können Sie mit Papiergeld Ihre Zigarette anzünden.

Dieses Vertrauen in das Geld kann man durch verschiedene Massnahmen kaputt machen: durch mehr und mehr Staatsschulden zum Beispiel, durch Anwerfen der Druckmaschinen, durch Kaufkraftverlust und Inflation, durch Missachtung von Leistung, und natürlich durch Männer mit Bart.

Ich vertraue deshalb

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Eins und eins in Mexiko

Die Mexikaner haben vor einigen Wochen einen neuen Präsidenten gewählt und, kurzes Gedächtnis, wieder einen aufgeblasenen Populisten von der PRI. Wobei diese PRI ein ziemlich korrupter Haufen war, der jedoch merkwürdigerweise auch oppositionelle Stimmen zuließ. Eine davon war die Tageszeitung unomásuno.

Diese Tageszeitung unomásuno ist eine prächtige Publikation in Mexiko. So war das jedenfalls vor 30 Jahren. Als ich in Mexiko City lebte, gehörte sie zu meiner Tageslektüre. Neben dem Excélsior, den Novedades und El Dia. Ich habe das Blatt verschlungen, denn es war informativ, intelligent und profund. Die Meinungsfreude bei unomásuno zeigte sich stärker ausgeprägt als gemeinhin in der mexikanischen Presse.

Dieses unomásuno meint Eins-und-Eins. Das bezog sich auf die Einheit von Leser und Zeitung. Im politischen Spektrum Mexikos stand die Zeitung links. Sie wurde häufig von der akademischen Elite, von den Studenten an der UNAM und den Intellektuellen gelesen. Das mediale System in Mexiko war fein austariert und unomásuno hielt der desolaten Staatspartei PRI so die linke Flanke frei.

Manuel Becerra Acosta hatte das Blatt 1977 gegründet, als ehemalige Excélsior-Journalisten von einem neuen kritischen Journalismus träumten. Viele herausragende Schreiber publizierten

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Hartz IV klingt dreimal häßlich

Wohl kein Begriff ist so verhasst in Deutschland wie Hartz IV. An dieser Stelle soll keine Wertung erfolgen, ob die Hartz-Reformen der Regierung Schröder/Fischer nun genial, nötig, unsozial oder sonstwas gewesen sind. Trotzdem möchte ich schon die Lupe auf Hartz IV legen – allerdings rein sprachlich.

Die Hartz-Reformen sind ja bekanntlich nach dem famosen Peter Hartz benannt. Und obwohl der Name Hartz den offenen, sympathischen Vokal “a” beinhaltet, klingt er krude.

Das liegt einerseits an der klanglichen Nähe zum Wort hart. Andererseits bewirken die drei harten Konsonante am Wortende so eine gezischte Endung. Dieses “rtz” besitzt den Klang eines Peitschenhiebes, man mag gar das Fallbeil einer Guillotine hören.

Und dann kommt diese unsäglich dämliche Nummerierung. “IV”, dieses römisch VIER, da zeigt sich die schlimme Beamtensprache von Rotgrün, da sieht man eine graue Akte mit dem Stempel IV drauf. “IV” ist emotional leer, hier scheint das menschliche Schicksal zur Nummer herab gedemütigt.

Diese Nummerierung wirkt

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C.O. Paeffgen liebt die Umrandung

Paeffgen. Nicht der Bierbrauer. Der Künstler. C.O. Paeffgen. Ich mag ihn. Er hat etwas, das andere nicht haben.

Paeffgen, ein Kölner vom Jahrgang 1933, ist mit seinen Umrandungen berühmt geworden. Manch umrandetes Werk von C.O.P. wirkt wie ein ausgelassener Kinderjux. Andere sind politisch. Und dann gibt es die, bei denen die Post abgeht.

Bei seinen Umrandungen zieht Claus Otto Paeffgen mit kräftigem Filzstift Personen und Szenen aus der Zeitung nach, übermalt und überträgt das neue Werk dann auf die Leinwand. Kölsche Pop-Art.

Das ganze mag trivial anmuten, ist aber so einfach nicht. Zunächst braucht man ein gutes Motiv. Aus Zeitungen, von Postkarten, von alten Fotos. Fundstücke. Motive mit einfacher Aussage, aber irgendwie dann doch doppeldeutig. Dazu kommt die besondere Herstelltechnik. Mit Füllfeder, Filzstift oder Pinsel.

Die Bilder von C.O. Paeffgen sind

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Das Wetter in Bayern

gefunden in Diessen, im Juli 2012; Photo by C. Stock

Es gibt keine Nation, die so schön auf hohem Niveau mosern kann wie die deutsche. Wenn die Sonne scheint, ist es zu heiß. Wenn Schnee liegt zu kalt, und wenn die CDU regiert, ist es auch nicht recht.

Da lobe ich mir den altbayerischen Wetterbericht. Wenn der Stein nass ist, dann regnet’s.

Mit dieser Weisheit sollten wir das Leben nehmen. Nämlich so wie es ist.

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Im La Florida thront Hemingway über Barcelona

Foto by La Florida/Premsa

Hemingway und die Hotels. Und wieder beginnt das altbekannte Spiel, jenes literarische Namedropping um den bärtigen Nobelpreisträger aus Amerika. In welchem Hotel Barcelonas soll Ernest Hemingway nicht abgestiegen sein?

Das Colón wirbt mit ihm, im Majestic war er auch schon, im La Florida sowieso. Vielleicht sollte ein Haus einmal damit werben: In diesem Hotel hat Hemingway nie übernachtet.

Im La Florida jedenfalls hat Ernest Hemingway gerne gewohnt. Mitte der 50er Jahre, als er in Spanien auf der Suche nach Toreros, nach Corridas und den Picadores war, aber auch um dem sterbenden Pio Baroja einen Besuch abzustatten.

Und ohne Zweifel ist

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