Hemingway und die Hotels. Und wieder beginnt das altbekannte Spiel, jenes literarische Namedropping um den bärtigen Nobelpreisträger aus Amerika. In welchem Hotel Barcelonas soll Ernest Hemingway nicht abgestiegen sein?
Das Colón wirbt mit ihm, im Majestic war er auch schon, im La Florida sowieso. Vielleicht sollte ein Haus einmal damit werben: In diesem Hotel hat Hemingway nie übernachtet.
Im La Florida jedenfalls hat Ernest Hemingway gerne gewohnt. Mitte der 50er Jahre, als er in Spanien auf der Suche nach Toreros, nach Corridas und den Picadores war, aber auch um dem sterbenden Pio Baroja einen Besuch abzustatten.
Zunächst ein Geständnis: Diese Zeitschrift war mir über zahlreiche Jahre ein geschätzter Begleiter, ein guter Freund. Und sicher auch ein Vorbild. Newsweek. Das Wochenmagazin aus New York für die Welt.
Als ich in den 70ern und 80ern viel in der Weltgeschichte herumschwirrte, von Mexiko bis Argentinien, von Indien bis Hongkong reiste, da blieb dieses Magazin ein Anker. Kurz und knapp, doch mit der nötigen Tiefenschärfe, hat es jenes reportiert, was in der Woche an Bemerkenswertem vorgefallen war. Stets blieb das Wochenblatt um Ausgewogenheit und Unabhängigkeit bemüht, was ich in Anbetracht der oft gegängelten oder gleichgeschalteten Presse meiner Gastländer zu schätzen wusste.
Noch heute kann ich mich an die Starschreiber damaliger Tage erinnern. An Edward Behr, zum Beispiel, der in Paris einfühlsam über die Kultur Europas berichtete. An George Will, den konservativen Chronisten der Reagan-Jahre, oder an Robert Samuelson, der so anschaulich über Wirtschaft schreiben konnte.
Seit 1933 gibt es Newsweek und die Zeitschrift war
gefunden in München, im Juli 2012; Photo by W. Stock
Verleger sein ist ein schöner Beruf. Verwechslungen nicht ausgeschlossen. Denn der Verleger eines Verlages ist nicht zu verwechseln mit dem anderen Verleger. Jenen mit den Fliesen.
Interessant ist, woher der Begriff Verleger in seiner Wortbedeutung kommt. Er leitet sich nämlich vom Wort vorlegen ab. Gemeint ist damit das Geld, das ein Verleger vorlegen muss.
Ein Verleger tritt in materielle Vorlage. Das Autorenhonorar, der Lektor, Satz und Litho, Papier und Druck, Marketing, der Außendienst. Zunächst sieht der Verleger kein Geld, er muss kräftig welches mitbringen.
gefunden in München, im Juli 2012; Photo by W. Stock
Explosiv! Um die Gefährlichkeit der Schulden wissen wir mittlerweile. Die nun schon seit Monaten anhaltende Krise hat dies überdeutlich gemacht. Europas Wohlstand ist auf Schulden erbaut.
Die allermeisten Haushalte in der EU sind schwer in den Miesen. Nicht nur vorübergehend, sondern seit Jahren strukturell. Das heißt, die sogenannte Eurokrise ist im Grunde eine Krise des expansiven europäischen Wohlfahrtsstaates.
Doch nicht genug damit. Ein anderes Defizit ist genauso tückisch. Das Leistungbilanz-Defizit. Wir importieren mehr als wir exportieren. Bei Lichte betrachtet heißt dies, wir konsumieren mehr als wir produzieren. Die Leistungsbilanz – nomen est omen – sagt viel über die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft aus.
Zum Glück gilt dieses ungute Leistungsbilanzdefizit nicht für Deutschland. Dank einer starken Exportwirtschaft – Automobil, Maschinenbau, Chemie – kann unser Land hier einen stabilen positiven Saldo vorweisen.
In Poona fährt mich ein Fahrer mit seiner Rikscha die drei Kilometer hinaus in die feine Villengegend um den Koregaon Park, wo ich dem berühmten Ashram des so Gescholtenen einen Besuch abstatten möchte.
Shree Rajneesh Ashram. Dessen Mission nehmen die Inder nicht für voll. Sondern sehen sie eher als eine Art Ferienklub-Animation für den reichen westlichen Bürgerstand. Sozio-demographisch sind des Bhagwans Jünger schnell beschrieben: männlich, 30 Jahre alt, Europäer oder US-Amerikaner, wohlhabend.
Im November 1982 hatte ich Freude und Ehre, Teddy Stauffer in Acapulco zu besuchen. In seinem spektakulären Turmhaus, hoch über dem Hotelkomplex der Villa Vera, haben wir uns lange über sein Leben und seine Musik unterhalten.
Teddy ist der King of Swing gewesen in den 1930er Jahren in Berlin. Er war damals der beste und bekannteste Jazzer in Deutschland. Keiner hat ihm das Wasser reichen können. Sein Konzept bestand darin, sich an die US-Bands anzulehnen, die Arrangements kamen frisch aus Übersee. Was ihn als Zeitzeugen so wertvoll macht: Der Schweizer hat den ganzen Nazi-Irrsinn hautnah erleben und erleiden müssen.
Dabei ist Teddy kein politischer Mensch. Er will einfach Musik machen und den Leuten Freude bereiten. Auf einmal jedoch war der Mann vom Murtensee mitten drin im braunen Wahnsinn. Lange hat man ihn mehr oder weniger in Ruhe gelassen, als Schweizer genoß er zudem etwas mehr Schutz als die Kollegen. Doch irgendwann eskalierte die Situation.
Es gab also viel zu bereden bei unserer Begegnung. Das Geschehen aus erster Hand zu erfahren, ist für einen Journalisten ein Glücksmoment. Und so blieb es nicht nur bei einer Zusammenkunft.
In beim ersten Treffen aufgenommenen Tondokument spricht der nach Mexiko emigrierte Schweizer Musiker voller Stolz über seinen Jazz:
Ich kann heute spielen für amerikanische Jazzmusiker eine Platte, die wir haben, die müssen Sie hören. Die ist jetzt raus gekommen auf einer „Elite“-Langspielplatte.
Da heißt eine Nummer, die hat mein Pianist Buddy Bertinat, der ist ja gestorben, ein Pianist und Arrangeur, der hat das geschrieben. Das heißt „Möni Stomp“. Möni. (Monika). Möni war seine Geliebte. Da hat er „Möni Stomp“ gemacht.
Wenn Sie das heute spielen auf einer guten Anlage, da fällt ein amerikanischer Musiker um, da fallen amerikanische Musiker um. Solch ein Sax-Quartett hat es nie gegeben und gibt es nie mehr wieder! Vier Saxophone. Da war der Höllerhagen und der Eddie Brunner dabei.
Um meinen Lieblings-Pfarrer zu treffen, muss man verdammt weit reisen. Seine Kirchengemeinde liegt etwas abseits der Metropolen, ehrlich gesagt, sie liegt am Arsch der Welt. Aber, das sei auch gesagt, an einem ziemlich hübschen. In Iquitos, mitten im grünen Amazonas-Dschungel.
Mit Pastoren einen normalen Umgang zu pflegen, gestaltet sich mitunter zäh. Oft erscheinen sie einfach dieser Welt zuweit entrückt und, kein Vorwurf, zu nahe an Gott.
Der Kirchenherr von Iquitos, Pater Joaquin García Sánchez, hingegen ist ein Mann, der mit beiden Beinen und vor allem mit ganzem Herzen im Diesseits lebt. In dieser gewaltigen Urnatur mitten im peruanischen Dschungel braucht es auch keinen Priester, der von Paradies oder Hölle schwadroniert, wo doch das Paradies draußen vor der Tür zu finden ist, und die Hölle nur zwei Straßenecken weiter.
Kein Zweifel, Joaquin García, dieser Hirte im testamentarischen Sinn des Wortes, passt zu dieser Stadt. Zu dieser Stadt fernab des oberflächlichen Rummels und des großkotzigen Konsums. Zu diesem entlegenen Flecken im Urwald, den man nur mit dem Flugzeug oder über den Amazonasfluss erreichen kann.
Die Franzosen haben das Renteneintrittsalter gerade auf 60 Jahre herunter gesetzt. Und auch hierzulande tut man sich immer noch schwer mit der Rente mit 67, die SPD-Minister Franz Müntefering vor ein paar Jahren eingeführt hat.
Dabei ist die Sache doch ziemlich einfach. Denn je länger die Lebenserwartung der Menschen wird, desto später muss selbstverständlich der Rentenbeginn liegen, um die Produktivkraft zu nutzen und das Rentensystem nicht zu überfordern.
Trotzdem trauern viele der Rente mit 65 oder gar 63 Jahren nach. Aber wenn ich es mir recht überlege, dann ist die Rente mit 63 in der nostalgischen Logik zu kurz gesprungen. Ich möchte mich in diesen Zeilen für die „Rente mit 50“ starkmachen.
Die Finanzierung der Rente mit 50 folgt jener hübschen Argumentation der Nostalgiker. Finanzierung? Kein Problem. Denn es gäbe
In den Jahren, als man begann, nicht mehr gar so blöd zu sein, also so mit Mitte zwanzig, tritt ein Philosoph in mein Leben, der mein Denken und mein Handeln fortan bestimmen sollte.
Die Rede ist von dem Österreicher Karl Raimund Popper, einem kleinen Mann mit einem großen Geist. Er begründete die Denkrichtung, die die Wissenschaft als Kritischen Rationalismus, manchmal auch als Neopositivismus, bezeichnet.
Durch unser Wissen unterscheiden wir Menschen uns nur wenig, in unserer grenzenlosen Unwissenheit aber sind wir alle gleich. Das menschliche Wissen, so Karl Popper, sei mehr ein kritisches Raten, ein Netz von Hypothesen, eine Ansammlung von Vermutungen.
Poppers Denkansatz kennt folglich auch keinen Absolutheitsanspruch. Eine endgültige Wahrheit gebe es nicht. Es gibt nur Annahmen, wie er es nannte, Annahmen über die Wirklichkeit. Diese Annahmen gelten als
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