Was macht Hemingways Stil aus? Ernest Hemingway gilt als der Lakoniker unter den Weltautoren. Der Amerikaner schreibt eine knappe, sachliche und schnörkellose Prosa. Kurze Sätze, wenig Adjektive, sparsame Attribute.
Hemingway zelebriert eine einfache Syntax. Hauptsatz, dann nächster Hauptsatz. Die Sätze: karg, einfach und direkt. So wird ein ganz eigener nüchterner Rhythmus mit großer Wiedererkennung erzeugt.
Durch diesen kurzen Rhythmus werden Hemingways Sätze schnell. Der Leser wird nicht eingelullt, eher im Gegenteil. Der Leser kriegt kaum Zeit zum Luftholen. Er wird von der Rasanz der Satzmelodie in den Bann gezogen, wie auf einer Achterbahnfahrt.
Dem Leser bleibt keine Zeit zum Nachdenken, zur Reflektion, zur Opposition, zur Neutralität, er liest, und liest und mag dann auch kaum hinterfragen.
Ähnlich funktioniert auch Hemingways Eisbergstil. Durch die
Die beste Zeitschrift der Welt? Schwierig! Das beste Frauenblatt auf diesem Globus? Einfacher! Ich tippe auf Cosmopolitan.
Die Lektüre für die Frau von heute zeigt sich ganz auf der Höhe der Zeit: Karrieretipps, Gesundheitsthemen, viel Beziehungskram Auch Sex, stets pikant, aber alles noch im gutbürgerlichen Rahmen.
Nicht nur in den Vereinigten Staaten hat dieses Magazin für Furore gesorgt, auch die 58 Lizenzausgaben von Finnland bis Malaysia zeugen davon, wie überzeugend die Cosmo das Lebensgefühl junger, moderner Frauen ausdrückt.
Dass Cosmo so gut ist wie sie ist, verdankt sie vornehmlich einer Frau. Helen Gurley Brown. Unglaubliche
gefunden in Wien, im Frühjahr 2012; Photo by J. Stock
Die Deutschen mit ihrem deutschen Deutsch gerieren und genieren sich häufig im sprachlichen Alltag.
Diese bemüht schickliche Sprache der Teutonen errötet leicht und schnell. Denn es soll hierzulande, bitte schön, immer ganz brav politisch und damit dann auch sprachlich korrekt zugehen.
Zwischen Flensburg und Konstanz finden sich deshalb, sprachlich doch ein wenig blasiert, dann Hunde-Toiletten, Dog Station oder sprachlich ähnlich Distinguiertes, ähem, ähnlichen Schwachsinn.
Die Österreicher, immer ein wenig näher am Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, kommen weniger auf den Hund. Da geht’s sprachlich direkter zu. Auf den Plakaten in Wien heißt es deshalb schlichtweg: Nimm ein Sackerl für mein Gackerl.
Anfang der 80er Jahre verbringe ich einige Zeit im mexikanischen Acapulco. Die ersten Monate wohne ich im Hotel Sacramento in der Calle Emiliano Carranza. Das ist ein schlichtes, vierstöckiges Hotel nahe des Hauptplatzes Zócalo.
Als ich dann Teddy Stauffer Ende 1982 in seinem Haus hoch über der Buch von Acapulco besuche, erfahre ich von dem Schweizer Musiker und Schauspieler folgende hübsche Geschichte.
Im März 1948, Teddy arbeitete als Direktor des Casablanca Hotels, kam ein Individuum ins Beachcomber, in die Hotelbar, kräftig mit Tequila abgefüllt, und fing an zu pöbeln. Die Schnapsnase war der vierschrötige Alfonso Sutter, genannt El Mocho, ein einfacher Fischer aus Acapulco.
Der stämmige El Mocho randalierte wie von Sinnen, er ließ Flaschen und Gläser zu Bruch gehen und stieß wüste Beleidigungen aus. Teddy versuchte ihn zu beruhigen, ohne Erfolg. Schließlich sprach Hotelmanager Teddy Stauffer ein Hausverbot aus.
Trotz dieses Verbots kam Alfonso Sutter am nächsten Sonntag in die Hotellobby – in Begleitung eines gedungenen Pistolero. In seiner Mannesehre schwer gekränkt, hatte der dicke Sutter ein Kopfgeld auf Teddy ausgesetzt.
Am Wochenende ein strammer Fußmarsch den Kienbach entlang nach Andechs, hoch zum Heiligen Berg. Zur Klosterschänke, dort wo die saftige Schweinshaxe mundet und das Weizenbier den Gaumen kitzelt.
Kloster Andechs – seit 1455, die Nachhilfe in Lokalgeschichte wird gleich auf jedem Bierkrug mitgeliefert. Die Benediktiner lassen hier oben Geistliches und Weltliches zur lieblichen Einheit verschmelzen.
Genuß für Leib & Seele, das Motto des Klosters schreiben die Padres auf ihre Bierkrüge. Ich staune ein wenig über diese Reihenfolge.
Wilhelm Busch, der gerne nach Andechs kam, schrieb in seiner Frommen Helene den flotten Vers: Hoch von gnadenreicher Stelle, winkt die Schänke und Kapelle. Auch beim Volksdichter die lebensnahe Reihenfolge, nicht nur des Reimes wegen.
Vor der Bierschwemme jedoch lohnt auf jeden Fall ein Besuch der glitzernden Rokoko-Kirche auf der Spitze des Heiligen Berges. Hier liegt
gefunden in Planegg, Anfang Juni 2012; Photo by W. Stock
Wenn’s was zu meckern gibt, dann bitte schön. Wirkliche Missstände sollte man anprangern. Wenn es aber nichts zu mäkeln gibt, und man es trotzdem tut, dann wird es leicht peinlich.
In diesen sonnigen Tagen ein trauriges Plakat der Bayern-SPD gesehen. Mit folgendem seltsamen Text: Wie prekär ist unser Landkreis?
Unsere sozialdemokratische Partei Deutschlands meint nicht Herne, nicht Duisburg und auch nicht Bitterfeld. Nein, nein, gemeint ist hier der Landkreis München-Land oder der Landkreis Starnberg im schönen, dummerweise von der CSU geprägten Bayern.
Oha. Lassen wir doch mal kurz die Zahlen sprechen: Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Starnberg: 2,7 Prozent. Das ist Vollbeschäftigung. GfK-Kaufkraft-Index: 179,5 Punkte (Deutschland-Schnitt 100 Punkte). Das ist Spitze in unserem Lande. Einkommensteuerkraft: 559 Euro pro Kopf (Deutschland weit 282 Euro).
Dazu: fünf hübsche Seen, großartige Schulen, innovative Firmen, eine hohe Arztdichte, eine lebendige Kultur, ein köstliches Bier. Plus diese paradiesische Landschaft.
Bei Facebook in Palo Alto, Kalifornien, im Oktober 2009; Photo by W. Stock
Während New York das Selbstmitleid und die Larmoyanz Europas kultiviert, herrscht in San Francisco ein intellektueller Pioniergeist, eine Aufbruchstimmung, dieses typisch hemdsärmelige Let’s do it!, das die USA so sympathisch macht.
Fällt das doch aufs Alte und auf Europa zugeneigte New York bisweilen in unreflektierte Hektik, so zeigt sich an der Westküste eine offene, der Zukunft zugewandte Kultur und auch dieser alte, sonnige Erfindergeist wird wieder wach.
An der Westküste sitzen die coolen Firmen wie Apple, Google, Oracle, im Zentrum die Stanford University, jene intellektuelle High-Tech-Schmiede des Silicon Valley und hier sitzen die Risikokapitalgeber, die so manches Start-up zu einem Millionengeschäft befördert haben.
mit George Walther und seiner Frau, Frankfurt am Main 1989; Photo by Hasso von Bülow
Was macht einen richtig guten Redner aus? Die Ingredienzien eines überzeugenden Vortrages sind allgemein bekannt: eine umfassende Sachkenntnis, die griffige Botschaft, eine dem Publikum zugeneigte Rhetorik, eine unterhaltsame Kurzweiligkeit und – wichtig, wichtig – besonders viel Leidenschaft.
All dies besitzt George Walther, und das nicht zu knapp. Der Mann von der amerikanischen Westküste ist ein witziger Redner und wunderbarer Entertainer. Ein Autor mit einem populären und ansteckenden Humor. Speaking from Experience heißt sein Motto und seine Website sprudelt nur so vor Erfahrung und Ideen.
Er ist einer der besten Redner, die ich je gesehen und gehört habe. Ein Performer, wie man ihn in den USA, aber nicht hierzulande findet. Und der Mann ist eine richtige Type: begnadeter Verkäufer, guter Autor, ein Hobbypilot mit PPL-Schein, ein Liebhaber dicker Motorräder und ein aufmerksamer Weltenbummler.
Die beste Tageszeitung der Welt. In diesem luftigen und hellen Glasgebäude an der 620 Eighth Avenue in Manhattan residiert sie. Wenn in den USA der Pulitzer-Preis für herausragenden Journalismus zu vergeben ist, dann schneien die Trophäen in das NYT-Gebäude aus hellem Marmor wie bei einem Blzzard nur so herein.
In den unteren Etagen des Verlagshauses , dort wo über drei Etagen die Newsdesks der 1.200 Redakteure der New York Times stehen, herrscht allerdings eine miese Stimmung. Die Geschäfte laufen nicht wirklich gut und gerade hat der Verlag angekündigt, über 100 Schreiber vor die Tür zu setzen.
Im obersten Stockwerk, in der 28. Etage, hingegen sprüht die Kreativität. Fast in Wohnzimmer-Atmosphäre hat hier die
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