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Reisen & Begegnungen

Henry Kissinger: Die Macht verschiebt sich vom Atlantik zum Pazifik

Photo by W. Stock

Berlin, den 17. November 2011

Eine kurze, aber prägnante Rede von Henry Kissinger gestern Abend auf der Publishers‘ Night des VDZ. Die eine oder andere unangenehme Wahrheit sagte der von den Nazis vertriebene Heinz Alfred Kissinger aus Fürth seinen Zuhörern denn auch auf Deutsch.

Zunächst machte der ehemalige amerikanische Außenminister deutlich, wie brüchig es um das europäische Haus bestellt ist. Der Grundwiderspruch unserer Tage: Die Wirtschaft funktioniere heute nach globalen Regeln, während der Westen noch in den Denkmustern der Nationalstaaten verharre. Die EU sei ein technokratischer Torso.

Dies gehe einher mit einem Souveränitätsverlust der Staaten und der Politik. Deshalb seien andere davon gezogen, es mache keinen Sinn, sich über die Spielregeln zu beschweren. Die Gewinner des Wettbewerbes amüsiere dies nur.

Der Friedensnobelpreisträger von 1973 wies auf den Paradigmenwechsel hin: In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sei es um Sicherheit gegangen, hochgerüstete Weltmächte standen sich damals gegenüber.

Heute gebe es glücklicherweise kein Feindbild mehr. Die Herausforderung liege auf wirtschaftlichen Gebiet. Nun komme es darauf an, die Globalisierung zu einem

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Die putzmuntere Verzweiflung des Tango

Grafik by Fernando Tejeda

Buenos Aires, im Dezember 1987

In den Jugendstil-Cafés, die in den Querstrassen der Calle Lavalle zu finden sind, glaubt man sich in die Wiener Kaffeehäuser mit ihrer ornamentierten Wandmalerei um 1900 zurück versetzt. An den kleinen dunklen Holztischen trinken jung und alt gemächlich ihren café cortado und erörtern die Lage im allgemeinen und besonderen.

Trotz aller Krisen haben sich die Argentinier die Lust am lebhaften Diskurs bewahrt und können stundenlang in ihre Tageszeitungen Clarín und La Nación hineinschauen, die zu den besten des Kontinents gehören. Wenn jedoch der Barbesitzer die richtige Tangoplatte auflegt, springen einige ältere Herren auf, legen ihren Arm um die auch nicht mehr taufrische Partnerin und tänzeln leichtfüßig zwischen den Tischen die filigranen und ruckartigen Bewegungen des Tango.

Es sind fast immer die älteren Ehepaare, die auf diese Bühne der kleinen Alltagsfreude stürmen, und so die Erinnerung an die goldene Zeit wach zu halten versuchen. Tango, so sagt man, sei ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann. Doch noch mehr ist er

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Art Laffer und seine buckelige Kurve

Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der Monetaristen und Neoliberalen. Deren Credo lautete kurz gefasst: Der gierige Staat sollte sich das der Wirtschaft heraushalten. Gefräßig zeigte sich der damalige Staat besonders bei den Steuersätzen. Spitzensteuersätze über 50 Prozent waren nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Lehrmeinung der Politikermeinung bis hinein in die 80er Jahre war: je höher ein Steuersatz, desto höher auch das Steueraufkommen. Der Steuerertrag der Einkommensteuer wurde über Jahrzehnte als linear angesehen. Man brauche nur am Steuersatz drehen, und schon würde die Steuerquelle mehr und mehr sprudeln.

Zwei Männer haben diesen Irrglauben immer höherer Steuersätze verblüffend einfach widerlegt. Arthur Laffer und Ronald Reagan.

Der erste mit einem simplen Diagramm. An zwei Stellen ist das Steueraufkommen gleich null. Bei einem Steuersatz von

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Noch ein Schild, das Rätsel aufgibt

gefunden in Peking, Anfang November 2011; Photo by W. Stock

Achtung, Achtung. Please Attention.

Natürlich, wir sollen acht geben. Ein kluger Ratschlag.

Die Frage bleibt nur: vor was?

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Großer Vogel schwebt

Peking, Anfang November 2011; Photo by W. Stock

Lufthansa 721, PEK – FRA. Die Maschine von Peking nach Frankfurt ist ein A380. Der neue Supervogel. Wie fliegt es sich in diesem Jet der Megaklasse? Wie ist es in diesem neuen Flieger?

Nach neun Stunden in diesem größten Passagierflugzeug der Welt mag man einen Eindruck bekommen. Zunächst überrascht, wie schnell und zügig das Boarding von statten ging. Jedenfalls um einiges schneller als bei anderen Flugzeugen auf Transatlantik-Strecken. Es wird über drei Eingänge geboarded, was das Einsteigen der maximal 525 Passagiere schneller macht.

Ein großer Vorteil liegt auch in der

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Mao: ferner Großvater und neuer Popstar

Photo by W. Stock

Peking, Anfang November 2011

Der große Vorsitzende Mao Zedong zeigt sich immer noch präsent in Peking. Auf dem Tiananmen Platz natürlich in seinem Mausoleum, in einem Glassarg. Nicht tot, dafür aber überlebensgroß am Tor des himmlischen Friedens, der Kopf überlebensgroß, noch in Hunderten Metern sichtbar.

Mao prangt auf Geldscheinen, Gemälde mit seinem Konterfei finden sich in den Straßen, Zeichnungen in den Shops. In den Buchläden ist sein rotes Spruchbeutel-Büchlein noch immer im Stapel ausgelegt. Die weisen Worte des großen Vorsitzenden. Mao-Bibel haben wir sie früher genannt. Fotos, Poster, Statuen, groß, klein, mittel. Oben, unten. Der Chairman Mao ist überall.

Doch wie sieht das heutige moderne China diesen Mann? Ich frage nach, und bekomme meist die gleiche Antwort. Mao sei der Vater der Unabhängigkeit, der Einheit Chinas, man möge ihn, man verehre ihn.

Insbesondere in der Generation der 60- bis 80-Jährigen scheint Mao populär. Er wirkt als Katalysator. Für alle, denen die neue Zeit nicht ganz geheuer ist, die mit dem Tempo der Reformen so ihre Schwierigkeiten haben, für all die, bleibt Mao die fixe Größe, der Anker, das Stetige.

Der Mythos Mao steht so für

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Ein Schild, das uns Rätsel gibt

gefunden in Peking, im November 2011; Photo by W. Stock

My father is in the room. Ach so.

Wir verstehen die Worte, auch ohne vergessenes Verb, aber wir verstehen nicht so recht die Botschaft. Sei’s drum, mein Vater ist im Raum.

Bleibt jedoch die wichtige Frage: Where is your mother?

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Great Wall in the Mist

Photo by W. Stock

Mutianyu, Anfang November 2011

Als ich vor elf Jahren zum ersten Mal die Große Mauer besuchte, genau an dieser Stelle bei Mutianyu, da hatten wir dieses riesige Bauwerk noch ganz für uns. Vielleicht ein Dutzend anderer Touristen verirrten sich entlang des vier Meter breiten Weges oben auf der Mauer.

In diesen Tagen, da in Badaling restauriert wird, bevölkern jeden Tag hunderte, ja tausende Besucher das Mauerstück bei Mutianyu. Der Rummel in der Talstation mit den Händlern und den Touristenfallen ist mittlerweile unerträglich geworden.

In diesen Tagen klebt jedoch ein Nebel auf Peking und Umgebung, der sich zudem mit dem Smog der Metropole mischt. Wie eine Milchglasscheibe heftet sich die Nebelwand über die Stadt, und selbst die Mauer, 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, bleibt diesmal nicht verschont. So stochern wir diesmal im Nebel über die Mauer.

Diese Mauer bleibt ein Monument, vielleicht

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Tuk Tuk fliegt durch Peking

Photo by W. Stock

Peking, Anfang November 2011

Nach dem Abendessen außerhalb des Zentrums stehen wir an der lärmigen Strasse und versuchen für die Rückfahrt ein Taxi anzuhalten. Schwierig um diese Uhrzeit und an diesem Tag. Und da wir fünf Personen sind, brauchen wir auch gleich zwei Taxen.

Endlich bringen wir zumindest ein Taxi zum Stehen und lassen galant unseren drei Frauen den Vortritt. Wir Männer sehen das Taxi Richtung Hotel in der Dunkelheit entschwinden. Und warten weiter.

Nach ein paar Minuten winkt uns die Fahrerin einer Motor-Rikscha heran. Sie will uns fahren. Mein Sohn und ich schauen uns kurz an – und

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798 – Neue Kunst im neuen China

Photo by W. Stock

Peking, Ende Oktober 2011

Hinter dieser Zahl 798 verbirgt sich das neue Künstlerviertel im Nordosten der chinesischen Hauptstadt.

Ursprünglich eine Ansammlung von Militärfabriken, gebaut in den 50ern mit selbstloser Hilfe der DDR, haben sich heute in den leerstehenden und verfallenden Hallen Künstler der Moderne niedergelassen.

Zahlreiche kleine Bars und trendige Restaurants, die um die Galerien aufgemacht haben, verleihen dem Viertel die nötige

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