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Reisen & Begegnungen

Lukull auf dem Oktoberfest

München, Ende September 2013 Photo by W. Stock

München, Ende September 2013
Photo by W. Stock

Das Münchner Oktoberfest, in Bayern sagt man die Wiesn, ist für sein Bier gerühmt. Hier kann man eine Maß nach der anderen kippen, grölen, schunkeln und auch auf den Tischen tanzen. Alles wunderbar bis großartig.

Doch findet sich auch Kulinarisches auf der Wiesn. Vor allem in der Käferschänke, die dezent am südlichen Ende der Theresienwiese ihren angestammten Platz hält. Beim Münchner Edelgastronom wird mehr auf Qualität denn auf Quantität gesetzt. Bei unserem Besuch überrascht Michael Käfer und seine Truppe mit einem durchaus ausgefallenen Menü.

Als Vorspeise gibt es ausgelöste Flusskrebse in Dillschaum auf Reis. Als Hauptgang dann Pinzgauer Ochsenkotelett, nicht auf einem Teller, sondern für jeden auf heißem Stein. Das war brillant, denn so blieb das zarte Fleisch auch über die Zeit wohltemperiert. Dazu Pommes und buntes Gemüse.

Und wieder ist Käfer der harmonische Mix zwischen bayerischer Traditionsküche und Moderne gelungen. Man kriegt hier etwas, das man kennt, in dieser Komposition aber noch nie essen durfte. Als Nachtisch, bei Käfer stets ein kleiner Höhepunkt, gab es den Himbeertraum, süße Speisen rund um die mundige Beere.

Uns fiel zum wiederholten Mal auf, dass

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Viel Pep beim FC Bayern

München, im September 2013 Photo by C. Stock

München, im September 2013
Photo by C. Stock

Nun sind die ersten Spiele der Saison gespielt, die Champions League ist gestartet, und man mag ein erstes Urteil fällen, wo denn dieser FC Bayern in der Saison 2013/2014 steht. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Bayern spielt einen reifen und abgeklärten Fußball. Die Handschrift des neuen Trainers – Pep Guardiola, als Messias vom FC Barcelona gekommen – wird mehr und mehr erkennbar. Das Spiel ist schneller und variantenreicher geworden als noch unter Jupp Heynckes.

Der kluge Katalane Josep Guardiola denkt fußballtaktisch im Dreieck. Das haben Teile der Bayern-Mannschaft bereits gut verinnerlicht. Ich konnte gegen CSKA Moskau beobachten, wie das Dreieck Alaba-Kroos-Ribéry schon prima funktioniert. Ein zweites Dreieck deutete sich beim Spiel auf Schalke an: Schweinsteiger-Lahm-Kroos.

Einige Personalentscheidungen jedoch kann ich nicht ganz nachvollziehen: Lahm ins defensive Mittelfeld abzustellen, finde ich suboptimal. Dort braucht es einen robusten Typen. Gómez abzugeben war Blödsinn. Doch die Breite des Kaders ist beeindruckend. Auch wenn viele Topkräfte verletzt oder angeschlagen sind – Schweinsteiger, Martínez, Götze – , es steht immer eine großartige Mannschaft auf dem Rasen.

Trotzdem hat

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So geht die Bundestagswahl aus

Photo by W. Stock

Photo by W. Stock

Welch ein langweiliger Wahlkampf! Kein Kampf, eher Krampf. Denn keine Partei traut sich richtig was, alles staatstragend, bis auf den Stinkefinger von Peer Steinbrück.

Da es dem Land jedoch – alles in allem – gut geht, zeigt sich die Politik mittig. Es fehlten einfach die kontroversen Themen.

Kein Wunder, der Anteil der Unentschlossenen bleibt bei dieser Bundestagswahl hoch. Viele wissen noch nicht, so auch ich, wo sie ihr Kreuzchen machen werden. Zumindest dies sorgt für ein wenig Spannung.

Hier meine ganz persönliche Prognose für den Ausgang der Bundestagswahl. So könnte es denn am Sonntagabend aussehen:

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Die Partei des schönen Bayern

ErwinHuberStock

Wolfgang Stock, Erwin Huber
München, im Oktober 2003

Als ich vor 20 Jahren aus dem Rheinland nach Bayern zog, da nahm ich auch einen Koffer voller Vorurteile mit. Eines dieser Vorurteile lautete: Die CSU, das wäre doch ein ziemlich bornierter Haufen, eine Amigo-Ansammlung, rabenschwarz und meist alkoholisiert. Kurz: Ewig-Gestrige, nicht von dieser modernen Welt. So jedenfalls hatten uns das die SPD und der WDR jahrelang gesagt.

Doch im Laufe der Zeit durfte sich das Vorurteil an der Wirklichkeit messen. Die Wahrheit vor Ort sah dann doch ein wenig anders aus.

Über all die Jahre kam ich ins Gespräch mit Bürgermeistern, mit Abgeordneten, mit der Staatsregierung und mit Ministerialräten. Schnell merkte ich, in Bayern regiert nicht die Borniertheit, sondern ein frischer Geist, der Tradition und Moderne klug miteinander zu vereinen weiß. Laptop und Lederhose eben.

Ich lernte den Staatsminister Erwin Huber kennen, der um die Jahrhundertwende für Medienpolitik zuständig war, ebenso wie ich mit seinen Nachfolgern in Kontakt kam. Die meisten waren nicht nur sympathische Zeitgenossen, sondern auch kompetente “Kümmerer”. Ich erlebte bayerische Politiker, die sich engagieren, die Wert auf den Rat von Fachleuten legen und Menschen, die dann auch anpacken.

Zwischen dem persönlichen Bild von

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Betten-Maut in Hamburg

Matrazen-Maut in HamburgEine Nacht im Grand Elysee Hotel in Hamburg. Ein schönes, ruhiges und zweckmäßiges Hotel, es gibt nicht viel zu meckern.

Doch bei der Bezahlung, dann eine neue Überraschung. Neben dem Übernachtungspreis soll ich nun auch eine Kultur- und Tourismustaxe zahlen. Nur ein paar Euro, aber immerhin.

Diese Taxe ist mir in Deutschland nicht geläufig. Und auch für Hamburg gilt sie erst seit ein paar Wochen. Ich ärgere mich ein wenig.

Doch zunächst bewundere ich die Politik, wie einfallsreich diese im Erfinden neuer Steuern und Abgaben ist. Kulturtaxe. Wer möchte sich schon gegen ein solch hehre Abgabe sträuben?

Ob meine Euros wirklich der Kultur zugute kommen oder nicht doch zur Linderung der kommunalen Haushaltslöcher Hamburgs dienen werden? Ich erinnere mich an den Kaiser Wilhelm Zwo, der hat 1902 zur Finanzierung der deutschen Kriegsflotte die Sektsteuer eingeführt. Nun, den Kaiser gibt es nicht mehr, die Marine ist aufgebaut, aber die Sektsteuer wird noch immer kassiert.

Der freundliche Rezeptionist klärt mich auf, dass jede privat veranlasste Übernachtung dieser neuen Abgabe unterliege. Berufsbedingte Übernachter müssen einen Fragebogen ausfüllen, dann kommt man daran vorbei. Aha, denke ich, nicht nur eine neue Abgabe, sondern gleich auch noch eine ziemliche Bürokratie.

Übrigens, auf die

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All you can eat für 3,99 Euro?

gefunden in Berlin, Ende August 2013
Photo by W. Stock

Dieses Berlin bleibt mir ein ziemliches Rätsel. Die deutsche Hauptstadt ist – wir wissen es vom dortigen SPD-Bürgermeister – arm, dafür aber sexy.

Wenn man durch diese Metropole fährt, wird man an manchen Ecken an dieses „arm“ erinnert. Ob es dort dann auch „sexy“ ist, nun, da bin ich mir nicht so sicher.

Apart und sympathisch finde ich übrigens, dass es in Berlin noch die Kaugummi-Automaten meiner Jugend – und die liegt ein paar Monate zurück – zu finden sind. Doch zum Fokus.

All you can eat. Was hier auf Deutsch beworben wird.  Essen soviel man will! Internationale Küche – von 11 bis 16 Uhr. So weit, so gut.

Aber All you can eat für 3,99 Euro? Geht so etwas überhaupt? Wer bleibt

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Auch in 50 Jahren wird es noch Zeitschriften geben

cigarBridgesAn vielen Ecken erklingt ein wehmütiger und weinerliche Abgesang auf Print. Die Markterosion unserer Tage ist allerdings keine Auslöschung der Printmedien, sondern ihre Ergänzung. Ich bin mir sicher, auch in 50 Jahren wird es noch Zeitschriften geben.

Hier zehn Gründe für das Überleben von Zeitschriften:

1. Eine Zeitschrift kann ich erfühlen. Man hält etwas in Händen. Es raschelt und knistert. Man spürt das gute Papier. Die Haptik einer gut gedruckten Zeitschrift, das Anfassen und Berühren, wirkt als ein sensitives Erleben. Eine gute Zeitschrift ist ein Kunstwerk.

2. Eine Zeitschrift riecht gut. Meistens, jedenfalls. Ich liebe Zeitschriften, die frisch aus der Druckwalze kommen. Sie riechen, so wie eine neue Wohnung riecht. Nach Erschaffen, nach Schöpfung, nach Aufbruch.

3. Das Lesen einer Zeitschrift ist komfortabel. Kein leerer Akku, kein Absturz, keine Ladezeit. Stattdessen schnelles aufschlagen und blättern.

4. Das Lesen einer Zeitschrift ist flexibel. Ich kann mir Ort und Zeit ohne Einschränkung aussuchen. Am Strand, im Flugzeug, in der Badewanne, im Bett. Wo auch immer.

5. Eine gute Zeitschrift ist

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Eis vom König

München, im August 2013
Photo by W. Stock

Neulich, an einem sonnigen Abend am Münchner Airport und kurz vor dem Flug, bietet man mir freundlicherweise in der Lufthansa-Lounge zur Erfrischung ein Eis an. Kein normales Speiseeis, nein, weit gefehlt, sondern ein königliches Eis.

König Ludwig – Glace Royale. Auf dem kleinen Eisbecher in königlichem Blau prangt der Charakterkopf dieses wunderbaren Königs.

Unser bayerischer König. Der Kini. Der Erbauer von Neuschwanstein. Der Freund der schönen Künste.

Ich mag diesen durchgeknallten und fantasievollen König, ich mag Bayern, ich mag Eis. Also, dann nichts wie ran.

Aber merkwürdigerweise, mir

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Geräuschlos im Nissan Leaf

List/Sylt, im August 2013 Photo by W. Stock

List/Sylt, im August 2013
Photo by W. Stock

Ob ich nicht Lust habe, ein Elektroauto zu testen? Für eine Stunde dürfe ich mit dem Auto kreuz und quer über die Insel fahren. Nun ja, warum nicht? Also dann, Nissan Leaf.

Eigentlich bin ich überzeugter, aber auch entspannter PS-Junkie, viele Pferdestärke, am liebsten SUV, man sollte etwas unter dem Hintern spüren. Und nun das Auto aus der Steckdose, eine ganz andere Welt.

Man steigt ein in dieses Elektroauto und hört und fühlt nichts. Ein Unterschied wie zwischen Schwebebahn und knatternder Tram. Das Automatikgetriebe ist geräuschlos, innen und außen, das Fahrzeug rollt an, leise und fast unmerklich, ein ganz neues Fahrgefühl.

Dies ist dies kein Auto für lange Strecken, nach 200 Kilometern macht der Akku schlapp. Und auch wer kräftig aufdrehen will, ist hier falsch am Platze. Irgendwo bei 150 Kilometern ist in der Spitze Schluss. Jedoch ist dies in ein überaus angenehmes, sehr komfortables Auto für die kurze Strecke oder für die Stadt.

Die Japaner mit Nissan sind sehr weit. Die Ausstattung ist für die Kompaktklasse superb. Fünf Sitze, großer Kofferraum, feines Controllsystem. Die Akkus sind im Fahrzeugboden eingebaut, daher viel Platz. Um die 30.000 Euro muss man, wenn man die richtige Ausstattung möchte, schon hinlegen.

Wenn der aus mehreren Modulen bestehende Lithium-Ionen-Akku leer ist, kommt er an

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Panna Cotta bei Gosch

Sylt, im August 2013 Photo by W. Stock

Sylt, im August 2013
Photo by W. Stock

Sylt, Anfang August 2013

Seit einem knappen Jahr gibt es einen neuen Gosch auf Sylt. In Wenningstedt, direkt am Kliff, in der Dünenstrasse. Man hat einen wunderbaren Blick auf die Nordsee, Sonnenuntergang inklusive und der Inselwind pfeift einem herrlich um die Ohren.

Es ist dies das elfte Restaurant des Jürgen Gosch auf Sylt – und wahrscheinlich auch der Spektakulärste. Schon aus dem Flugzeug, beim Landeanflug auf Westerland, lässt sich das neu erbaute Gebäude sofort ausmachen. Wie eine Düne erhebt es sich wellenförmig am Kliff von Wenningstedt.

Es gab natürlich, wie immer, auch die üblichen Proteste. Ziemlich dummes Gezeter, aus der Rücksicht betrachtet. Denn wenn man sich das Ergebnis anschaut, so bestaunt man, wie imposant und doch harmonisch sich das Restaurant in die Natur der Insel einfügt. Das Leben beim Gosch spielt sich im Freien ab. Nur 100 Innenplätze, aber mehr als doppelt so viele Außenplätze stehen den Gästen zur Verfügung.

Die Gastronomie, wie immer bei Gosch, zeigt sich vom Feinsten. An der langen Theke wird bestellt, hinter Glas kann man stets einen Blick in die Küche werfen. Der Fisch schmeckt frisch und alles wird angeboten, was das maritime Herz begehrt: Vom einfachen Hering und Matjes über Scampi bis hin zu Zander und Barsch. Der Fisch wird raffiniert dargereicht, mit heimischer Note, hier und da auch mit asiatischem Flair. Ein guter Chardonnay oder Spätburgunder runden das kulinarische Erlebnis ab.

Am meisten überrascht hat mich

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