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Reisen & Begegnungen

Jack Hemingway, Beruf Sohn

Auf der Frankfurter Buchmesse, es muss so um 1990 herum gewesen sein, zieht mich der Foreign Rights Manager von McGraw-Hill am Ende der Verhandlung zur Seite. Ob ich nicht Lust habe, so fragt er stolz, Jack Hemingway, den Sohn von Ernest Hemingway, kennen zu lernen. Was für eine Frage! Natürlich habe ich.

Jack Hemingway sieht so aus, wie Millionen anderer Amerikaner auch aussehen. Nicht sehr groß, aber auch nicht gerade klein, ein wenig korpulent, aber nicht dick, ein heiterer Blick. Ein Schnauzbart, schüttere Haarpracht. Sollte man Wochen nach dem Treffen ein Phantombild anfertigen müssen, es schiene ein Ding der Unmöglichkeit.

Nice to meet you, schaut mich Jack Hemingway offen an. It’s my pleasure, antworte ich. Do you like Frankfurt? Jack ist zur Buchmesse in die Mainmetropole gekommen, um sein Buch Misadventures of a Fly Fisherman: My life with and without Papa vorzustellen.

Ich verschlinge jede Zeile Ihres Vaters, sage ich. Danke, nickt er kurz, als gelte das Kompliment ihm selbst. Während wir im Gespräch bleiben, wächst in meinem Kopf die Ähnlichkeit des Sohns mit seinem Vater. Der Körperbau, der Gesichtsausdruck, die Bewegung, diese Präsenz.

Trotzdem spürt man irgendwie, dass Jack es

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Der einfache Weg zum Wohlstand

Gottfried Heller, München, Der einfache Weg zum Wohlstand

Gottfried Heller, Der einfache Weg zum Wohlstand

Gottfried Heller hat ein neues Buch geschrieben. Der einfache Weg zum Wohlstand. Hui, das klingt zunächst frech und provokativ. Aber wenn solches ein älterer Herr ausspricht, der keinem mehr etwas beweisen muss, dann sollte man die Zeilen aufmerksam lesen.

Denn Heller These, in der Tradition Ludwig Erhards, stimmt. Es tut gut, wenn in diesen verzwickten und unübersichtlichen Zeiten jemand an die einfachen Regeln guten Wirtschaftens erinnert. Weniger ausgeben als einnehmen, zum Beispiel. Wenn man solch einfache Regeln befolgen würde, hätten wir in Europa keine Wirtschaftskrise.

Erst erwirtschaften, dann ausgeben. Nicht umgekehrt. Sich verschulden nur zum Investieren, nicht für den Konsum. Beim Kauf von Aktien nicht auf den kurzfristigen Ein- und Ausstieg schauen, sondern langfristig anlegen. Time statt Timing nennt Heller das. Auch so eine einfache Regel.

Sich nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern rational auf Geschäftsmodell und Performance schauen. Mit ruhiger Hand anlegen, nicht die

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Tapas in Vietnam?

Viettapas

gefunden in München, im Oktober 2012; Photo by W. Stock

Weil wir ja nicht ganz dumm sind und auch schon einiges von der Welt gesehen haben, müssen wir jetzt mal kurz unsere doch verwirrten Gedanken ordnen.

Tapas, wunderbar und lecker, die gibt es in Spanien. Kleine Appetithäppchen, zum Wein, Bier oder Sherry gereicht. Häppchen für den kleinen Hunger, die man in der Kneipe oder Bodega im Stehen isst.

Schinken, Gemüse, Kartoffeln, Fleischklößchen, Oliven, Nüsse – die Auswahl ist bunt. Und Tapas nennt man sie, weil man sie zum Schutz mit einem Deckel abdeckt. Tapar, Spanisch, zudecken.

Und in Vietnam? Gibt es auch dort Tapas? Nun ja, in Vietnam eigentlich

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Joe, der brave Vize

Joe Biden in New York

New York, den 2. Juni 2010; Photo by W. Stock

Da sitze ich gemütlich in Gaby’s, dem vom Jugendstil inspirierten Restaurant des Sofitel, aus dem man die quirlige 45. Strasse wunderbar im Auge halten kann.

Als plötzlich Sirenen aufheulen, Sicherheitsleute auflaufen und Polizei die Strasse zwischen 5. und 6. Avenue absperrt. Draußen frage ich meinen Nachbarn, einen grauhaarigen älteren Herrn, was denn hier los sei. The Vice President, meint er kurz.

Im feinen Harvard Club, ein paar Schritte von Gaby’s entfernt, hält der Vize-Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vor 125 Personen eine Lunch-Speech zu Gaza, zur Außenpolitik, zur amerikanischen Wirtschaft, zu den sich stabilisierenden Immobilienpreisen und verkündet, dass General Motors wieder Gewinn abwirft.

Bevor der Vize-Präsident dann

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Das Oktoberfest ist der Himmel der Bayern

Der Himmel der Bayern, München, Ende September 2012; Photo by C. Stock

Auch wenn in diesem Jahr die Mass fast 10 Euro kostet, auch wenn heuer die Zelte stets rappelvoll sind und wenn man sich des abends durch torkelnde Menschenmassen schieben muss, das Oktoberfest in München bleibt ein Renner.

Ups, wobei ein waschechter Münchner das Oktoberfest ja niemals das Oktoberfest nennen würde. Für Einheimische ist das Oktoberfest immer die Wiesn, draußen im Westend.

Schon in den Morgenstunden pilgern die Jünger und Jüngerinnen aus allen Himmelsrichtungen gen Theresienwiese, um noch einen der wenigen freien Tische in den Zelten zu ergattern. Am frühen Abend dann, wenn nicht schön längst die Zelttore geschlossen wurden, droht dann alles ins Überfüllungschaos zu gleiten.

Überhaupt die Zelte. Der Bayer geht

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Wenn’s gut duftet…

Duftmarketing1

gefunden im September 2012, in Martinsried bei München; Photo by W. Stock

Eine ganz neue Fachrichtung im Marketing? Hm. Doch wenn man es sich recht überlegt, könnte es Sinn machen.

Nach dem lebensnahen Motto: Wenn es gut riecht, dann wird verkauft. Wenn’s stinkt, kaufen die Leute nicht.

Wäre ich nicht drauf gekommen. Und Duftmarketing heißt wohl, wir helfen beim Geruch etwas nach. Oder?

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Wider die quantitative VWL

RWTH Aachen

Aachen, im Sommer 2010; Foto by C. Stock

Es macht mir immer wieder Freude, meine alte Uni zu besuchen. Die RWTH Aachen, ihre Lehre und Forschung, ich behalte sie in vorzüglicher Erinnerung. Doch unter die Freude mischt sich in den letzten Jahren Wehmut.

Die heutigen VWL-Studenten tun mir ein wenig leid. Denn deren Blickfeld, das zu unserer Studienzeit in den 70ern noch humboldtig weit war, hat sich im Laufe der Zeit beängstigend eingeengt.

Die Gründe sind bekannt. Verschulischung des Lernens, Bachelor-Studiengänge, Turbo-Studium. Bei der VWL und der BWL kommt die zunehmende Dominanz von Rechen- und Statistikmodellen hinzu, so wie es die mathematische oder quantitative Volkswirtschaftslehre halt vorlebt.

Vergessen wird bei diesem Lernen an Modellen, dass die VWL weder

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Der FC Bayern ist deutscher Fussball-Meister

München, im September 2012; Photo by W. Stock

Ein hübsches Riesenplakat gesehen beim letzten Spiel in der Allianz Arena. Der FC Bayern München als deutscher Fussball-Meister. Und alle elf Meisterspieler in Comic-Art gemalt auf einem breiten Mega-Transparent.

Deutscher Meister. Nicht jener von heute, das mag ja noch kommen, sondern jener von vor 80 Jahren.

Den Deutschen Meister von 1932 haben die Fans in der Südkurve vor dem eigentlichen Spiel lautstark gefeiert. Das war in jenem Jahr der FCB.

Darum übrigens mag ich die Bayern. Sie haben

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Europa liegt in Südamerika

Photo by W. Stock

Als ich 1982 nach Mexiko kam, stand das Land am Abgrund. Die Regierung hatte das Land herunter gewirtschaftet, der Präsident, ein hintertriebener Caudillo des PRI namens José López Portillo, verstaatlichte kurzerhand die Banken, Wechselkurse wurden definiert in einen freien und einen kontrollierten Mark. Kurz: Das Land befand sich einen Millimeter vor dem Kollaps.

Bei meiner Einreise im November 1982 stand der Pesos bei 70 zum Dollar. Ein paar Wochen später bei 150 zu 1 Dollar. Ich bekam für mein Geld das Doppelte und konnte leben wie ein Fürst in dem Land. Die Mexikaner allerdings verloren, Außenwert des Peso gerechnet, die Hälfte ihres Vermögens. Am Binnenwert wiederum nagte die galoppierende Inflation.

Ähnliches wiederholte sich später in Argentinien. Freitags schlossen die Banken in Buenos Aires, am Montag waren die Argentinier um die Hälfte ärmer. Man hatte ihre Dollar-Konten in schwindsüchtige Peso-Konten zwangsumgetauscht.

Ich habe schon einige heftige Wirtschaftskrise mitgemacht, mich kann insofern wenig erschüttern. Über manche Parallele von Südamerika und Europa wundere ich mich dann aber doch. In beiden Kontinenten waren, eine zentrale Ursache der Krise, die öffentlichen Haushalte schamlos kreditfinanziert.

Nicht nur

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Eine 8 für 40 Millionen

Javier Martínez, der 40-Millionen-Mann; Photo by W. Stock

Ist ein Fussballer 40 Millionen Euro wert? Soviel jedenfalls soll der FC Bayern für den Basken Javier Martínez Aginaga bezahlt haben.

Nun ist der Euro ja auch nicht mehr das, was er einmal war oder sein sollte, und mit 40 Millionen kann man in Griechenland gerade einmal ein klitzekleines Haushaltslöchlein stopfen. Aber andererseits muss ein altes Mütterchen für 40 Millionen Euro ziemlich lange stricken.

Javier ist der teuerste Transfer des FC Bayern und auch der teuerste der deutschen Bundesliga bis dato. Also, für solche Summen muss selbst Krösus FC Bayern sich gewaltig strecken. Für fünf Jahre hat sich Javi an die Münchner gebunden, ein Kauf mit Perspektive also.

In seinen ersten Einsätzen deutet der Spanier mit der Rückennummer 8 an, was er kann. Mit Schweinsteiger harmoniert er auf der Doppel-Sechs prächtig. Ein ist ruhender Pol im defensiven Mittelfeld, ein Spieler, der gut nach hinten und nach vorne arbeitet.

Der Mann ist

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