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Reisen & Begegnungen

Das neue Wahrzeichen der neuen Metropole

Photo by W. Stock

Berlin, im Februar 2012

Die Kuppel des Reichstags. Wie ein runder, spitzer Hut sitzt die Kuppel auf dem alten Reichstag.

Unten Renaissance, oben Modernität. Unten all das Elend der deutschen Geschichte, die bigotten Kaiser, der Reichstagsbrand, der braune Terror. Oben das neue Deutschland, nach Diktatur braun und rot.

Ein futuristisches Bauwerk – und doch irgendwie in deutscher Tradition. Manches scheint man irgendwo schon gesehen zu haben. In dem futuristischen Stummfilm von Fritz Lang beispielsweise, in Metropolis aus dem Jahr 1927. Hier in Berlin Babelsberg gedreht.

Die Kuppel aus Glas und Spiegeln, das neue Wahrzeichen der neuen Metropole. Der Sieg des Neuen über das Alte, aber irgendwie doch kein Bruch und keine Abrechnung.

Der Blick geht Richtung Himmel, nach oben, ein Wahrzeichen, das über Berlin thront. Aus dem Dach des wuchtigen Reichstags ragt diese Kuppel von 24 Metern. Ein Stahlskelett, dessen Rippen sich wie eine

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Mahnmal des Unvorstellbaren

Photo by W. Stock

Berlin, im Februar 2012

Holocaust. Die systematische Vernichtung der europäischen Juden. Die grausamste Politik, die sich nur denken lässt in der jüngeren Geschichte der Menschheit. Es gilt nicht zu vergessen.

Doch wie kann man die Erinnerung an das Unvorstellbare, an das Nichtbegreifbare wach halten? Das Monument des New Yorker Peter Eisenman, auf 19.000 Quadratmeter, versucht hierauf eine Antwort.

Seit 2005 steht das Monument, unweit des Brandenburger Tors. Ein Mahnmal, inmitten in der Stadt, von der das Verbrechen ausging. Die Ausrottung der Juden in Deutschland und Europa in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Verbrechen, unbegreiflich: Der Wahn von Wahnsinnigen.

Quader an Quader. Grau an grau. Ein Labyrinth aus Beton. Steinblock an Steinblock. Manche flach wie der Boden, andere bis zu fünf Metern hoch. Dazwischen Gassen, eng und massiv, die einen zu erdrücken scheinen.

Das Holocaust-Mahnmal ist in seiner Nüchternheit, auch in seiner Bedrängnis, ein Monument, das einschüchtert. Wie ein

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Meine Fotos im Museum

Akademie der Künste, Berlin; Photo by C. Stock

Berlin, den 19. Februar 2012

Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin, direkt neben dem Hotel Adlon. Hier läuft seit kurzem für zwei Monate bis 15. April die Ausstellung über den Schauspieler Mario Adorf …böse kann ich auch.

Zahlreiche Fotos, Manuskripte, Notizzettel und Dokumente, die sich im Laufe von Adorfs reicher Karriere angesammelt haben, werden dem Publikum zugänglich gemacht. Mario Adorf hat diesen Nachlass der Berliner Akademie vermacht. Da der Schauspieler ja glücklicherweise noch lebt, sehen wir hier also seinen Vorlass. Kurator Torsten Musial hat eine spannende Ausstellung zusammengetragen.

Neben all den Erinnerungsstücken von Adorf sind da auch zwei Fotos, die nicht aus dem Fundus des 81-jährigen Schaupielers stammen. Ein Foto, das ihn bei den Dreharbeiten zu Fitzcarraldo zusammen mit Mick Jagger zeigt. Auf dem anderen sieht man den Regisseur Werner Herzog bei den Dreharbeiten im Urwald. Beide Fotos aufgenommen 1981 im peruanischen Amazonasdschungel. Meine Fotos. Ich war dabei. Ich habe damals

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Otto muss es hinbiegen

Samstag, den 18. Februar 2012; Photo by W. Stock

Berlin, den 18. Februar 2012

Heute das Bundesliga-Match Hertha BSC Berlin gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund. 74.000 Zuschauer im Olympiastadion.

Die Berliner taumeln dem Tabellenkeller entgegen, entlassen den guten Trainer Markus Babbel, dann nach fünf Partien dessen Nachfolger Michael Skibbe. Ab nächste Woche wird Veteran Otto Rehhagel, gut über siebzig, neben dem Spielfeldrand stehen. Es ist Karneval.

Da kommt der deutsche Fussballmeister aus dem Ruhrpott gerade unrecht. Gegen die Zauberkünstler aus Dortmund gibt es eh keinen Blumentopf zu gewinnen. Sollte man meinen. Jedoch, weit gefehlt.

Die Mannschaft, die in Berlin enttäuschte, waren

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Marcel Reif vertippt sich

Samstag, den 18. Februar 2012, Foto by R. Stock

Samstag, der Mittagsflug von München nach Berlin. In der Lufthansa-Maschine fliegt auch der Fussball-Journalist Marcel Reif.

Für den Fernsehsender sky ist er auf den Weg ins Berliner Olympiastadion, um die nachmittägliche Bundesliga-Partie der Hertha gegen Borussia Dortmund zu kommentieren.

Ob er einen Tipp für das Match wage, frage ich ihn. 2 zu 0 für die Berliner, antwortet er heiter. Ich stimme zu. Sicher wird die Hertha es dem geschassten Trainer Michael Skibbe zeigen wollen. Auch ich tippe ein 2 zu 0.

Sie sind der intelligenteste Fussball-Kommentator, sage ich noch zu ihm. Marcel Reif strahlt. Aber irgendwie weiß er dies schon. Aber es freut ihn, die

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Bernard Stanley Bilk nennt sich Acker

London, im Sommer 1976

Als Schüler, als Sechszehn- oder Siebzehnjähriger, habe ich die Band von Acker Bilk in London einige Male gehört. Im 100 Club, im Holland Park oder den kleinen Jazzkneipen in der britischen Hauptstadt.

Diese bodenständige Musik war sozusagen mein Entree in den wunderbaren Kosmos des Jazz. Mr. Acker Bild and his Paramount Jazz Band hieß seine Gruppe, damals wie heute, alle Bandmitglieder in gestreiften Westen und Acker Bilk mit Bowler und Ziegenbärtchen. Traditional Jazz als Markenzeichen.

Acker Bilk ist ein einfühlsamer Klarinettist alter Schule. Er liebt die tiefen, warmen Töne und ein vibratoreiches Spiel. Seine Paramount Jazz Band zelebriert ein kompaktes, temporeiches Spiel, mit dem einen oder anderen Showelement. Schließlich soll die Musik auch Freude machen.

Bernard Stanley Bilk, Jahrgang 1929, nennt sich Acker, was nicht nur in seiner südwestenglischen Heimatregion Somerset so etwas wie Kumpel bedeutet. Auch Gerhard Schröders Spitzname als junger Kerl war Acker, weil er so rasant über den Fussballplatz fegte.

Angefangen hat Acker Bilk

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Alfonso Barrantes verschenkt ein Glas Milch

Lima, im Januar 1986; Photo by Norbert Böer

Im Rathaus zu Lima empfängt uns, Anfang Januar 1986, der Bürgermeister der peruanischen Metropole. Doch der barocke, angestaubte Pomp des Rathauses, durch das noch ein Hauch spanischer Großmannssucht weht, mag zu diesem Oberbürgermeister irgendwie nicht so recht passen.

Obwohl er der marxistischen Linkspartei angehört, ist Alfonso Barrantes ein Pragmatiker, dem die kruden Ideen und das üblichen Revoluzzer-Pathos so ganz abgehen. Im Gegenteil, sein Name ist verbunden mit einem menschenfreundlichen Lebenswerk: Er war und ist der Vater des Vaso de leche.

Alfonso Barrantes hat dafür gesorgt, dass jedes

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Die Löhn Methode macht weniger Stress

Ich hebe sie sorgsam auf wie einen Schatz. Obwohl ich sonst auf Papiere wenig gebe und less paper, more pepper predige. Doch meine Urkunde vom Löhn Grundkurs ist mir wichtig. Zumal sie vom Meister himself unterschrieben wurde, Professor Johann Löhn.

Ich habe selten etwas besseres gesehen und erlebt als diese Methode der Selbstorganisation. Zumal dieser Methode nicht das Dogma anhaftet, das andere Methoden wie eine Monstranz vor sich hertragen. Diese Löhn Methode ist eine einfache und doch geniale Verdichtung von Zielen, Projekten und Aktivitäten.

Seit fast einem Vierteljahrhundert organisiere ich mich mit Löhn, und es hat mir ein paar graue Haare erspart und ein paar Lorbeeren mehr beschert. Man muss ein wenig Disziplin aufbringen und trägt ein kleines schwarzes Planbuch mit sich. Da steht dann alles drin, was man nicht im Hirn haben muss.

Und zu Hause stehen zwei, drei Ordner. Unter deren Mithilfe kann ich in weniger als 20 Sekunden herausfinden, mit wem ich, sagen wir mal, am

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Der Politthriller, in dem ich mitspiele

Die Mauer steht am Rhein, das inzwischen sowohl als Hardcover als auch als Taschenbuch erschien, ist ein nettes Buch. Oder genauer: Zumindest die Grundidee des Buches – Untertitel Deutschland nach dem Sieg des Sozialismus – besitzt Charme. Hier wird nämlich die Geschichte von DDR und BRD als spiegelverkehrtes Gedankenspiel nachvollzogen.

Nicht der kapitalistische Westen hat Ende der 80er Jahre den Kampf der Systeme gewonnen, nein, umgekehrt. Die kommunistische DDR hat obsiegt, die alte kapitalistische Bundesrepublik siecht dahin, Erich Honecker wird der neue Chef vom wiedervereinigten Deutschland und der Alltag findet unter kommunistischen Vorzeichen statt.

Ein paar Aufrichtige wandern aus in die Schweiz, nach Zürich, wo eine Exil-Regierung gebildet wird. Diejenigen, die da bleiben, passen sich an, wenden sich schneller, als ein Trabi seine Runden zieht. Also, nette Idee, und zudem eine gute Gelegenheit, dem einen oder anderen eine Kopfnuss zu verpassen, zum Beispiel den Opportunisten von Erichs Gnaden.

Autor dieses Politthrillers ist der

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Louis Armstrong befriedet Amerika mit „What a wonderful World“

What a wonderful world, Louis Armstrongs Hit aus dem Jahr 1967, wird noch heute rauf und runter gespielt. Zurecht, denn diese Hymne an die Schönheit des Lebens wirkt selbst nach fast einem halben Jahrhundert alterslos.

Auf manche Ohren mag dieser Popsong kitschig wirken, in der rechten Stimmung jedoch, entfaltet er mit seiner einfachen Botschaft eine reizvolle Poesie. Am besten gefällt mir die Version, in der Armstrongs rauchiger Bariton von dem hellen Sopransaxophon des Kenny G. untermalt wird.

Der Song, von George David Weiss und Bob Thiele komponiert, muss auch aus der damaligen Zeit heraus verstanden werden. Mitte der 60er Jahre ist dieses What a wonderful World das Kontrastprogramm zu all den schlechten Nachrichten: der bärtige Fidel Castro ärgert

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