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Reisen & Begegnungen

Seele baumeln lassen beim Storchen

Burg im Spreewald, im November 2012; Photo by W. Stock

Von einer Entdeckung gilt es zu berichten, von einem Kleinod, das man in diesen Gefilden nicht unbedingt vermutet hätte. Das Prachtstück liegt geographisch etwas abseits, man muss aus dem grauen Berlin schon eineinhalb Stunden gen Süden fahren.

Doch wenn – oder falls – der neue Airport Berlin-Brandenburg („Niemand hat die Absicht einen Flughafen zu bauen…“) seine Entrauchungsanlage ans Laufen bekommt, dann ist man in 45 Minuten hier. Hier, außerhalb von Burg, inmitten all des mediokren Gastgewerbes im Spreewald findet sich das Resort Zur Bleiche. Im Zeichen des Storches haben Michael und Christine Clausing über die Jahre hinweg ein unprätentiöses Juwel erschaffen.

Man kommt über eine lange verwinkelte Allee hin zu diesem Gutshof, dessen Großzügigkeit den Gast mit all seinen Sinnen

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Der dämliche Komparativ

unabhängiger1Der Komparativ, wir haben es in der Schule gelernt, ist eine prima Erfindung. Mittels ihn steigern wir Adjektive und Adverbien. Schön, schöner, am schönsten – möchte man da rufen.

Oder gut, besser, am besten. Das lateinische comparare meint in diesen Breiten vergleichen, und so setzt der Komparativ A zu B ins Verhältnis.

Nun gibt es allerdings Adjektive, die sich nicht so recht für die Steigerungsform eignen. Schwanger, beispielsweise. Schwanger, schwangerer, am schwangersten. Das macht recht wenig Sinn. Absolutadjektive nennt der Germanist solche Begriffe, die sich der Steigerungsform entziehen: tot, einmalig, einzigartig.

Die SPD ging in meiner Jugend einmal mit dem hübschen Slogan Wir machen den Frieden sicherer in den Wahlkampf. Auch dies scheint sprachlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn entweder ist der Frieden sicher, dann müsste es auch langen, oder er ist unsicher. Fehlte nur, dass die CDU mit dem Slogan Wir machen den Frieden am sichersten gekontert hätte.

So ist das halt, wenn einem nichts einfällt oder wenn man

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Ein Toter singt am Broadway

New York, im Juni 2010; Photo by W. Stock

Über alles und über nichts werden rund um den Times Square heitere Musicals angeboten. Über Opern-Phantome, über flapsige Kindermädchen, über den Südpazifik oder über Weihnachtsmänner.

Und jetzt hat endlich, endlich der berühmteste Sänger der Stadt, der beste Crooner aller Zeiten, die Stimme des romantischen Jazz seine eigene Show. Frank Sinatra, the boy from Hoboken, singt nun jeden Abend am Broadway.

Nun kommt auch Frank Sinatra an den Broadway. Eine große Show, Tanzeinlagen, eine Liebesstory. Seit März 2010 läuft das Musical Come fly away im Marquis Theatre und für zwei Stunden lebt die Musik von Ol’ Blue Eyes wieder auf.

Eine 19-köpfige Big Band swingt und Frank Sinatra singt seine großen Hits wie Fly me to the moon oder My way. Die Vocals singt er, ja Frank Sinatra, natürlich nicht live, denn er lebt ja schon lange nicht mehr. Die Stimme des Meisters kommt vom

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Axel Springer, Ecke Rudi Dutschke

Dutschke-Strasse

Photo by W. Stock

Dicke Freunde waren sie nicht, die Studentenbewegung von 1968 und die Zeitungen des Axel-Springer-Verlages. In jenen turbulenten Tagen des Protestes lief die Front quer durch Berlin.

Auf Studentenseite mit ihrer Leitfigur Rudi Dutschke lautete die Parole Enteignet Springer!. Und auf Seiten des konservativen Verlagshauses schlug so manche Schlagzeile kräftig gegen die aufmüpfigen jungen Leute.

Ein wenig pikant scheint, dass sich seit einiger Zeit die Zentrale des Axel-Springer-Verlages in Berlin nun an der Rudi-Dutschke-Strasse befindet. Denn im April 2008 wurde ein Teil der Kreuzberger Kochstrasse in Rudi-Dutschke-Strasse umbenannt.

Und eben diese Rudi-Dutschke-Strasse läuft direkt an dem Hochhaus vorbei, in dem BILD und andere Springer-Zeitungen ihre Redaktionsbüros haben. Doch bleibt der Haupteingang des Springer-Verlages in der Axel-Springer-Strasse, so dass zumindest die Postadresse gewahrt bleibt.

Der Treppenwitz der Geschichte jedoch will, dass

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verdammt teure Dekadenz

Jeans

gefunden Berlin, Photo by W. Stock

Weltanschauung kommt, man ahnt es schon, wenn man sich diese Welt anschaut. Und wenn man dies mit wachem Sinn tut, bekommt man so einiges vors Auge, insbesondere in den Ländern der sogenannten Dritten Welt.

Da stolpert man beispielsweise über Väter, die ihren kargen Lohn versaufen. Da erlebt man Mütter, die nur aus Reis und ein paar Bohnen ein Mittagsgericht zaubern.

Und was am meisten weh tut: Man sieht Heerscharen von Kindern mit wenig mehr als ein paar zerfetzten Lumpen am Leib.

Und wenn man solches erlebt hat, dann wird man hier und da nachdenklich, besonders hier.

Man beginnt zu vergleichen. Und man stellt auch ziemlich blöde Fragen. Wie zum Beispiel diese: Wann erweist sich eine Gesellschaft als dekadent?

Nun, nachstehend eine Antwort. Dekadent ist, wenn eine

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Und nun, Frankfurter Rundschau?

Heute, der 13. November 2012, ist ein rabenschwarzer Tag für die Printlandschaft in Deutschland. Eine Negativmeldung jagt die nächste: Am Vormittag meldet die Frankfurter Rundschau beim Amtsgericht Insolvenz an, dann verkündet der Jahreszeiten Verlag die Einstellung seines Veranstaltungsmagazins PRINZ und obendrein will der Bonner Generalanzeiger sein Korrespondenzbüro in Berlin schließen.

Schlimme Nachrichten, die von sinkender Akzeptanz der Zeitungen und Zeitschriften künden. Den Holzmedien muss der Sprung ins digitale Zeitalter gelingen. Doch viele Print-Probleme sind auch hausgemacht. Beispiel Frankfurter Rundschau.

Das Manko der Frankfurter Rundschau war immer ihre unklare Positionierung gewesen. Die FR war sich ihrer Rolle nie klar gewesen. War das Blatt nun eine Zeitung für die Stadt Frankfurt, oder war sie eine Regionalzeitung für Hessen, oder war sie gar eine überregionale Zeitung für ganz Deutschland?

Im Grunde genommen hat dieses unklare Profil der Zeitung der Garaus gemacht. Meist schwankte das Blatt hin und her zwischen Frankfurt und Berlin wie der Besoffene zwischen Laternenpfahl und Litfaßsäule.

Und dummerweise hat die FR in ihrer Ratlosigkeit versucht, alles

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Eintracht Barcelona – Warum es bei Frankfurt so gut läuft

München, den 10. November 2012; Photo by W. Stock

Die Mannschaft aus der Bankenstadt entpuppt sich als die Überraschung der noch jungen Saison. Ansonsten bestenfalls eine graue Maus mit kleinen, hübschen Skandälchen und stets verlässlicher Unsolidität, ein Klub jedenfalls, der in den letzten Jahren zielstrebig zwischen erster und zweiter Liga taumelte.

Doch nun, in dieser Saison, hat sich der Aufsteiger aus dem Hessenland auf die ersten drei Ränge der Tabelle hochgehangelt. Die Eintracht aus Frankfurt spielt in diesem Jahr ein wenig Barcelona für Anfänger, jedenfalls einen für Deutschland viel zu seltenen Hurra-Fussball.

Das System: Schnelle Pässe, rasch nach vorne, rasante Kombinationen im Mittelfeld. Kein trostloser Sicherheitsfussball früherer Tage, sondern kreative Dynamik, gepaart mit einem mitunter leichtsinnigen Zug zum gegnerischen Tor.

Die Personalpolitik, ein Meisterstück von Trainer Armin Veh und Manager Bruno Hübner, bildet die Grundlage des Erfolges. Kevin Trapp, der Torhüter, ein

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So meisterte Irland die Eurokrise

Enda Kenny in Berlin, 8. November 2012; Photo by W. Stock

Am Donnerstagabend höre ich in Berlin den erfrischenden Vortrag des irischen Ministerpräsidenten Enda Kenny, der vom VDZ als Europäer des Jahres geehrt wird. Der 61-Jährige, ein Mann der christlich-konservativen Fine Gael-Partei, lenkt seit März 2011 überaus klug die Geschicke seines Landes.

Irland, das im Jahr 2009 heftig von der Finanzkrise befallen war, ist zugleich jenes Land, das 2010 als erstes unter den europäischen Rettungsschirm geschlüpft war. Dublin musste sich 64 Milliarden Euro in Brüssel leihen.

Dennoch hat Irland in kurzes Zeit etwas geschafft, wovon die Südländer Europas nur zu träumen können. Eurokrise ade. Kenny hat sein Land wieder auf Erfolgskurs gerichtet.

Die irische Politik hat auf die europäische Schuldenkrise mit einem konsequenten Anpassungsprogramm, mit Radikalsparen und Strukturreformen reagiert. Das Rentenalter wurde auf 68 Jahre angehoben, der Beamtenapparat verkleinert, die Gehälter um 14 Prozent gesenkt. Doch, oh Wunder, die Einsicht in der Bevölkerung begleitete die harte Restrukturierung.

Zwischen Dublin und Limerick gab es

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Paul Saffo ist der Stratege des Silicon Valley

Paul Saffo at Stanford University

Paul Saffo at Stanford University, Palo Alto, im Juli 2005; Photo by W. Stock

Wer ist heute das Hirn des Internets? Wer macht griffig klar, worum es bei diesem neuen Medium eigentlich geht?

Na, vielleicht dieser Hochschullehrer. Der Mann in Jeans und weißem Hemd betritt den Hörsaal der Stanford University und geht zuerst an die Tafel und ringelt seine E-Mail-Adresse und die URL seiner Homepage. www.saffo.com.

Professor Paul Saffo. Berufsbezeichnung: Futurist. Hochschullehrer an der Stanford University. Paul Saffo. Merken Sie sich den Namen!

Denn der Mann ist einer der hellsten Köpfe unserer Tage. Kein Hochschullehrer redet intelligenter über neue Medien als er, keiner erklärt die Chancen und die Faszination des Internets verständlicher als er. Paul Saffo gilt als das Brain des Silicon Valley.

Der Mann mit der

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Gerd Gerken reizt nicht nur das Management

Gerd Gerken war ein Star seiner Zunft. Er wohnte in Worpswede, was einerseits passte, anderseits auch nicht. Denn dieses gefällige und etwas spleenige Künstlerdorf passte zu diesem schreibenden Bohemien, andererseits besaß er nicht diese Behäbigkeit und Erdverbundenheit der Niedersachsen rund um das Teufelsmoor.

Stets in schwarz-weißes Seidentuch gekleidet, empfing Gerd Gerken seine Gäste in der umgebauten Remise des Kreativen Hauses, die er von Helmut Weyh gemietet hatte und wo er Hof hielt inmitten von asiatischen Duftwässerchen, exotischem Fingerfood und sphärischer Musik. Ich war jung, ich war modern, doch so richtig beeindrucken vermochte mich solch ein Hokuspokus eigentlich nie.

Inhaltlich war mir dieser Autor eine Spur zu nebelhaft, zu diffus, zu viel Geschwurbel. ECON-Verleger Hero Kind hatte an Gerken einen Narren gefressen und uns 1988 zusammen gebracht. Hero Kind und ich waren – in punkto Autoren, Themen und Inhalte – wohl zu 99 Prozent einer Meinung. Und dieses eine Prozent betraf diesen Autor.

Es gab allerdings eine Sache, die ich an Gerken

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