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Reisen & Begegnungen

Champions League: Mia san Vize

München, den 19. Mai 2012; Photo by W. Stock

Der Abend beginnt wunderbar. Schon vor 18 Uhr sind wir im Stadion, das an diesem Abend nicht Allianz Arena, sondern albernerweise nur Fussball-Arena heißen darf. Weil die Allianz das Namens-Sponsoring nur für die Bundesliga gebucht hat. Trotzdem sagt alle Welt auch heutigen sonnigen Abend Allianz Arena.

Ein wahres Fest kündigt sich an. FC Bayern München gegen Chelsea FC. Die Tickets, seit Wochen ausverkauft und so rar, dass der Schwarzmarkt in Tausender rechnet. Das Public Viewing, im Olympiastadion und auf der Theresienwiese, ebenso ausverkauft und übervoll. Der S- und U-Bahnverkehr in München kommt an diesem Abend an seine Grenzen.

München, den 19. Mai 2012; Photo by W. Stock

Über der Allianz Arena kreist während des ganzen Spiels ein brummender Hubschrauber. Terroristen? Nein, die Heli-Kamera von sky. Ein Riesen-Spektakel, Champions League dahoam, daheim in der eigenen guten Stube, Endspiel dahoam!

Und der FC Bayern legt dann gleich auch kräftig los. Überlegenheit von der ersten Minute an. Zur Halbzeit steht das Eckenverhältnis 8 zu 0 für die Roten. Die Blauen vom Chelsea FC verlassen sich fast nur auf Konter.

Der FCB wirbelt, auch im Sturm, mit einem spritzigen Robben, einem aktiven Thomas Müller, die Abwehr um Boateng steht fest, eigentlich, ja eigentlich müsste es drei, vier zu null für die Münchner stehen.

Doch zu Ende der 90 Minuten zeigt

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München freut sich auf das Finale der Champions League

München, den 17. Mai 2012; Photo by W. Stock

Wer in diesen schönen Frühlingstagen durch das schöne München bummelt, der wird von einem Thema sprichwörtlich überrollt. Keiner kommt an diesem Thema vorbei, ob klein oder groß, ob Männlein oder Weiblein, alle sind wie elektrisiert.

Überdimensionale Bälle am Stachus, die Fassaden der Häuser in rot und weiß geschmückt, in der Kaufinger Strasse, vor dem Modehaus Hirmer, werden Eiskugeln, in rot, weiß oder blau, kostenlos verteilt, riesige Plakatwände mit den Kickern prangen an unzähligen Ecken. Und vor dem Bayerischen Hof und anderen Fünf-Sterne-Hotels der Stadt steht die automobile Flotte der UEFA-Funktionäre, alles blaue Autos der Marke Ford mit dem hübschen Enblem der Champions League.

München, den 17. Mai 2012; Photo by W. Stock

Der überschwappende Taumel und dieser massenhafte Rausch um den runden Ball lassen Griechenland, die Schuldenkrise, die steigenden Mieten und all den anderen Mist für ein paar Tage vergessen und zweitrangig erscheinen.

Zumal diese ungekünstelte und ehrlich empfundene Tollheit auf ein großes ausgelassenes Fest hindeutet: Hier in München, in dem Kolosseum, das die Neuzeit Allianz Arena nennt, just an diesem Samstagabend, wird das Finale der Champions League ausgespielt. Mindestens 90 Minuten, vielleicht auch mehr, die über den Status als beste Vereinsmannschaft Europas entscheiden werden.

Der FC Chelsea oder der FC Bayern München. Am Samstag, in den späten Abendstunden werden wir alle wissen, wem Europas Fussball-Krone

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John und Doris Naisbitt: Innovation in China

Ich liebe erste Sätze. Oder anders, der erste Satz muss sitzen. Er gibt Aufschluss darüber, ob ein Buch gelungen ist oder eben nicht. Der erste Satz dient als Eingangspforte ins Thema. Er ist der erste Eindruck, für den es keine zweite Chance gibt.

There is no place in the world that is more dynamic than China. So fangen John und Doris Naisbitt ihr neues Buch Innovation in China – The Chengdu Triangle an. Kein Platz auf der Welt ist so dynamisch wie China. Ein Satz wie ein Kung Fu-Schlag. Innovation in China. Ein bemerkenswertes Werk. Erschienen bei der Jilin Publishing Group in Peking.

Am Beispiel der Boomstadt Chengdu, der 14 Millionen-Metropole von Sichuan, zeigen die Autoren auf, wie und unter welchen Voraussetzungen schnelles Wachstum für Entwicklungsregionen möglich ist. Welche Wege aus der Unterentwicklung hin zu mittelklassischem Wohlstand möglich sind.

Wobei John und Doris Naisbitt hauptsächlich zwei Problemfelder unter die Lupe nehmen. Die Landflucht und das ungebremste Wachstum der Städte, aber auch das Thema der sich öffnenden Schere zwischen Arm und Reich.

Ihre Analyse verdichten beide China-Kenner auf das

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Lester Thurow, der soziale Globalist

Photo by Hasso von Bülow

Düsseldorf, den 27. April 1993

Ich hole Lester vom Flughafen ab. Er ist etwas wortkarg nach dem langen Transatlantikflug. Am nächsten Tag werde ich einen Vortrag von ihm moderieren, im Düsseldorfer Messezentrum.

Lester Thurow eilt der Ruf voraus, er sei ein Volkswirt, der überaus anschaulich und gründlich zu formulieren vermag. Er durfte den feinen und flüssigen Kommentar in besten Kreisen üben und pflegen. Über 10 Jahre lang schrieb er eine Kolumne für Newsweek und für die New York Times. Diese Elitemedien gelten als harte Schule, dies schützt vor intellektuellem Überflug.

Dann fahre ich Lester ins Hotel. Er ist ein sympathischer, natürlicher Typ. Ein Professor, dessen Arm und Einfluss weit über das akademische Terrain hinaus reicht, und der trotzdem nicht viel Aufhebens um seine Person macht. Da sitzt in meinem Auto ein ruhiger und zurückhaltender Mann, dem man gerne zuhört.

Thurow, Jahrgang 1938, war viele Jahre

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Tony Bennett, der Letzte

Eine großartige Stimme. Gestern und auch heute noch. Tony Bennett. Der letzte Crooner. Der Übriggebliebene.

Die anderen, alle nicht mehr da. Kein Frankieboy, kein Dean Martin, nicht Nat Cole, den alle Welt King nannte. Nur er ist noch da, und er singt. Bis auch er umfällt.

Die Jazzhistorie wird dann richten und die Gazetten werden schreiben: Der Beste nach Sinatra.

I left my heart in San Francisco macht ihn weltberühmt. 17 Grammys. 50 Millionen verkaufte Platten. Eine klare, swingende Stimme, die besonders bei Balladen zum Tragen kommt.

Anthony Dominick Benedetto, der sich auf der Bühne der Musik Tony Bennett nennt. Der

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Der Fussball-Gott kann nur Barcelona

Photo by FC Barcelona/Departament de Premsa

In der Primera División hat Lionell Messi einen neuen Rekord aufgestellt. 50 Tore in einer Saison. Das gab es noch nie, noch nie in Spanien, noch nie in einer anderen europäischen Liga. 50 Tore in 37 Spielen. Und am letzten Spieltag am Samstag bei Betis Sevilla kann Leo die Latte nochmals höher legen.

Einen Spieler wie Lionel Messi hat es im europäischen Fussball noch nicht gegeben. Diese Ballführung, dieser Spielwitz, seine Soli, die Torgefährlichkeit, diese zielgerichtete Kreativität und Intelligenz, diese technische Leichtigkeit und diese Freude am Spiel. Der FC Barcelona darf sich glücklich schätzen, einen solchen Spieler in seinen zu besitzen. Aber auch Leo Messi darf sich glücklich wähnen, bei solch einen Verein zu spielen.

Denn Messi, der Fusball-Gott, kann nur hier seine Wirkung entfalten, hier in der katalanischen Hafenstadt, hier in diesem Verein. In der argentinischen Nationalmannschaft kriegt er kein Bein auf den Rasen. Und wahrscheinlich würde Messi auch in keinem anderen Verein, sagen wir mal Manchester City, funktionieren.

Die Antwort, warum das so ist, erklärt sich durch drei Umstände. Ein Grund liegt in der Biografie des Leo Messi. Mit 13 Jahren wanderten die Eltern mit Leo nach Spanien aus, der Junge litt unter Wachstums- und Hormonstörungen, in Argentinien konnten die Eltern, einfache Leute, die Medizin nicht zahlen.

In Barcelona übernahm der Verein

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Karten für das Finale der Champions League in München

I need tickets, ruft der Geschäftskollege aus London flehentlich an. Er braucht gar nicht weiter reden, ich weiß, welche Tickets er meint.

Karten für den 19. Mai 2012. FC Bayern München gegen FC Chelsea. The Road to Munich. München. In der Allianz Arena.

Man kann in diesen Tagen nicht durch München gehen ohne diese eine Frage gestellt zu bekommen. Und auch in den Büros befragt man sich gegenseitig. Haben Sie Karten? Wo kann man noch kaufen? Gibt es einen Kniff? Die Antwort ist meist die gleiche:

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Wo ist der Arsch der Welt?

gefunden in Berlin, Februar 2012; Photo by W. Stock

Ein hübsches Schild. Hier sei der Arsch der Welt, wird man knallig in der edlen Einkaufspassage hingewiesen.

Aber, gute Frage, wo befindet sich denn wirklich der Arsch der Welt? Wo sind die Umstände so, dass man sich nur mit Grausen abwenden kann und so schnell wie möglich das Weite sucht?

Aus eigener Anschauung hätte ich schon ein paar Vorschläge: Mumbai, das Viertel um die Elephant Road, wo mehr Ratten als Menschen durch die Strassen streunen. Lima, der Rimac-Bezirk, wo es bestialisch zum Himmel stinkt, weil all der menschliche und industrielle Unrat in den verdreckten Fluss geworfen wird. Oder Rio de Janeiro, die Favelas, am Hang über der Altstadt, wo man sich nur unter Polizeischutz hineintraut.

Also eine Menge Ärsche der Welt, die zu finden sind, jeder Arsch nach individuellem Gusto. Aber, dass man ein solches Arsch der Welt-Plakat in

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Gottfried Heller, lassen Sie uns über André Kostolany reden

München, den 30. April 2012

Wohl kein Deutscher kennt den Börsen-Altmeister André Kostolany so gut wie Gottfried Heller. Über drei Jahrzehnte verband beide eine erfolgreiche berufliche Partnerschaft. Zusammen haben sie die private Vermögensverwaltung FIDUKA gross gemacht und haben bei zahllosen Vorträgen und auf Hunderten Veranstaltungen das Publikum informiert und amüsiert.

Wie er Kosto kennengelernt habe, frage ich den Münchner. Im Sommer 1969, auf einer Investmentkonferenz der Hypobank in der Prannerstrasse. Deutschland öffnete sich gerade für ausländische Fonds. Wilde Zeiten damals, IOS und andere Rattenfänger verdarben den Markt. Wenn die Aktie ein Auto sei, so sagte der Referent, dann sei der Fonds ein Bus. Da meldete sich aus dem Auditorium ein kleiner Mann, sein Gesicht kannte ich aus den Capital-Kolumnen, und stellte dem Referenten die bissige Fragen: Sind Sie sicher, dass der ausländische Busfahrer einen Führerschein hat?

Nach der Veranstaltung ging Gottfried Heller, gerade aus sechs Jahren New York zurück, auf den kleinen Mann zu und bot ihm eine Partnerschaft zum Aufbau einer Fondsgesellschaft an. Die Partnerschaft mit André Kostolany hielt dreißig Jahre, bis zu Kostos Tod 1999.

Wie sein Charakter gewesen sei, frage ich Gottfried Heller. Er besaß einen wunderbaren jüdischen Humor, und er war Optimist. Diese positive Lebenseinstellung hatte er von seinem Vater geerbt, einem Likörfabrikanten in Budapest, der selbst in heiklen Situation stets ausrief: Kein Malheur, kein Malheur.

Aber Kosto konnte auch anders. Wie so mancher reiche Mensch war er, nun ja, ein ziemlicher

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Google besitzt Spirit und Leidenschaft

Photo by W. Stock

Mountain View, im Oktober 2009

Bestes Firma von Welt? Schwierige Frage, leichte Antwort.

Selten hat mich der Besuch eines Unternehmens so fasziniert und elektrisiert, wie dieser Besuch bei Google in Kalifornien unter schönstem blauen Himmel.

Die alte Industrie sieht hier noch älter aus. Nestlé, Daimler-Benz, Henkel – kenne ich auch, Spitzen-Unternehmen, auch die habe ich von innen gesehen. Alles kein Vergleich zu Google. Einen besseren Laden als die Firma aus Kalifornien gibt es nicht. Nirgends. Nicht zwischen Alaska und Argentinien, nicht zwischen Tokio und London.

Bei Google in Mountain View wie bei Tante Käthchen mal kurz zum Nachmittagskaffee vorbeizuschauen, das geht so einfach nicht. Doch den

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