I need tickets, ruft der Geschäftskollege aus London flehentlich an. Er braucht gar nicht weiter reden, ich weiß, welche Tickets er meint.
Karten für den 19. Mai 2012. FC Bayern München gegen FC Chelsea. The Road to Munich. München. In der Allianz Arena.
Man kann in diesen Tagen nicht durch München gehen ohne diese eine Frage gestellt zu bekommen. Und auch in den Büros befragt man sich gegenseitig. Haben Sie Karten? Wo kann man noch kaufen? Gibt es einen Kniff? Die Antwort ist meist die gleiche:
gefunden in Berlin, Februar 2012; Photo by W. Stock
Ein hübsches Schild. Hier sei der Arsch der Welt, wird man knallig in der edlen Einkaufspassage hingewiesen.
Aber, gute Frage, wo befindet sich denn wirklich der Arsch der Welt? Wo sind die Umstände so, dass man sich nur mit Grausen abwenden kann und so schnell wie möglich das Weite sucht?
Aus eigener Anschauung hätte ich schon ein paar Vorschläge: Mumbai, das Viertel um die Elephant Road, wo mehr Ratten als Menschen durch die Strassen streunen. Lima, der Rimac-Bezirk, wo es bestialisch zum Himmel stinkt, weil all der menschliche und industrielle Unrat in den verdreckten Fluss geworfen wird. Oder Rio de Janeiro, die Favelas, am Hang über der Altstadt, wo man sich nur unter Polizeischutz hineintraut.
Also eine Menge Ärsche der Welt, die zu finden sind, jeder Arsch nach individuellem Gusto. Aber, dass man ein solches Arsch der Welt-Plakat in
Wohl kein Deutscher kennt den Börsen-Altmeister André Kostolany so gut wie Gottfried Heller. Über drei Jahrzehnte verband beide eine erfolgreiche berufliche Partnerschaft. Zusammen haben sie die private Vermögensverwaltung FIDUKA gross gemacht und haben bei zahllosen Vorträgen und auf Hunderten Veranstaltungen das Publikum informiert und amüsiert.
Wie er Kosto kennengelernt habe, frage ich den Münchner. Im Sommer 1969, auf einer Investmentkonferenz der Hypobank in der Prannerstrasse. Deutschland öffnete sich gerade für ausländische Fonds. Wilde Zeiten damals, IOS und andere Rattenfänger verdarben den Markt. Wenn die Aktie ein Auto sei, so sagte der Referent, dann sei der Fonds ein Bus. Da meldete sich aus dem Auditorium ein kleiner Mann, sein Gesicht kannte ich aus den Capital-Kolumnen, und stellte dem Referenten die bissige Fragen: Sind Sie sicher, dass der ausländische Busfahrer einen Führerschein hat?
Nach der Veranstaltung ging Gottfried Heller, gerade aus sechs Jahren New York zurück, auf den kleinen Mann zu und bot ihm eine Partnerschaft zum Aufbau einer Fondsgesellschaft an. Die Partnerschaft mit André Kostolany hielt dreißig Jahre, bis zu Kostos Tod 1999.
Wie sein Charakter gewesen sei, frage ich Gottfried Heller. Er besaß einen wunderbaren jüdischen Humor, und er war Optimist. Diese positive Lebenseinstellung hatte er von seinem Vater geerbt, einem Likörfabrikanten in Budapest, der selbst in heiklen Situation stets ausrief: Kein Malheur, kein Malheur.
Aber Kosto konnte auch anders. Wie so mancher reiche Mensch war er, nun ja, ein ziemlicher
Bestes Firma von Welt? Schwierige Frage, leichte Antwort.
Selten hat mich der Besuch eines Unternehmens so fasziniert und elektrisiert, wie dieser Besuch bei Google in Kalifornien unter schönstem blauen Himmel.
Die alte Industrie sieht hier noch älter aus. Nestlé, Daimler-Benz, Henkel – kenne ich auch, Spitzen-Unternehmen, auch die habe ich von innen gesehen. Alles kein Vergleich zu Google. Einen besseren Laden als die Firma aus Kalifornien gibt es nicht. Nirgends. Nicht zwischen Alaska und Argentinien, nicht zwischen Tokio und London.
Bei Google in Mountain View wie bei Tante Käthchen mal kurz zum Nachmittagskaffee vorbeizuschauen, das geht so einfach nicht. Doch den
Wahlkampf an Rhein und Ruhr. Und wieder Dutzende mehr oder weniger kluge Plakate und Äußerungen, die erklären oder verschleiern sollen, warum NRW wirtschaftlich so abgehängt scheint.
In solchen Wahlkampfreden ist viel von dem kleinen Mann die Rede. Ja, manchmal gewinnt man den Eindruck, insbesondere wenn man linken und grünen Politikern zuhört, Nordrhein-Westfalen werde überwiegend bevölkert von diesem kleinen Mann. Gar eine ganze Partei hat sich auf ihn ausgerichtet, denn die SPD ist per definitionem die Partei des kleinen Mannes.
Jedoch ist dieser kleine Mann ein seltsames Phänomen. Sprachlich jedenfalls, und nur darum geht es. Denn es gibt nur
Bei Ogilvy an der 11. Avenue, am Hudson River. Eine der größten und wohl auch besten Werbeagenturen der Welt. In Parterre, direkt neben den Fahrstühlen lacht mich der Firmengründer an. Von einer mannshohen Plakatwand. Der Besucher muss neben diesem lebensgroßen David Ogilvy auf den Aufzug warten.
Ein hübsches Portrait. David Ogilvy lehnt nonchalant im Türrahmen, im sympathischen Country-Look, farbenprächtig, ein altes Fahrrad an die Wand gelehnt. Das Foto ist wohl in den späten 80er Jahren aufgenommen, auf seinem Schloss in Frankreich.
Der verehrte Patriarch der modernen Werbung blickt so lebensfroh und quietschfidel drein, so als wolle er jeden Augenblick aus dem Bilderrahmen hüpfen. Man merkt
Mit schnöseligem „C“. Damit man’s nicht mit dem Oeuvre des bärtigen Karl verwechselt. Die Zeitschrift Capital feiert in diesen Tagen ihren 50. Geburtstag. Den Jüngeren muss man erzählen und den Älteren in Erinnerung rufen, dass diese Zeitschrift aus dem Hause Gruner + Jahr einst an deutschen Kiosken das Glanzstück der Wirtschaftspublizistik war.
In ihren Hochzeiten, so in den 70er und 80er Jahren, verkaufte man schon mal locker 300.000 Exemplare und inhaltlich war das Monatsheft vom Allerfeinsten. Die Rolex unter den Magazinen, wenn man so will. Ein bißchen großspurig vielleicht, aber im Grunde doch ziemlich nobel.
Der Markenkern der Zeitschrift war beim Lesen der exquisiten Stücke wie Parfümduft zwischen all der Druckerschwärze gut zu erriechen. Elitär, immer ein Stück über den Dingen schwebend, mit der nötigen Distanz, die feine Ironie des Überlegenen hier und da spürbar – das war Capital in einem guten Monat. Und davon gab es genug.
Nun feiert sich das Heft selbst, und beim Lesen der Geburtstagsstrecke wird man das Gefühl nicht los, Capital scheine nach einem halben Jahrhundert seinen eigenen
Zeitlebens macht der mysteriöse Schriftsteller B. Traven um seine Biografie ein ziemliches Verwirrspiel. Die halbe literarische Welt fragt sich, wer zum Teufel ist dieser Deutsche, der in Mexiko Romane von Weltruhm schreibt? Wer steckt hinter dem Verfasser von Der Schatz der Sierra Madre? Gibt es diesen B. Traven, den niemand zu Gesicht bekommt, überhaupt?
Das Rätsel um die Person B. Traven ist nun endgültig gelöst. Jan-Christoph Hauschild hat in einer 700 Seiten Fleißarbeit die frühen Jahre des enigmatischen Autors akribisch recherchiert. B. Traven – Die unbekannten Jahre, vor ein paar Tagen erschienen, folgt der Fährte B. Travens in Deutschland und England.
Nachdem bereits vor über 30 Jahren der englische BBC-Journalist Will Wyatt in einer TV-Dokumentation die Familie des Autors in Schwiebus, dem heutigen Świebodzin in Westpolen, fand, hat Hauschild in den Archiven weitere Spuren entdeckt, die die damalige Hypothese Wyatts untermauern.
Der unter dem Pseudonym B. Traven schreibende Autor wird 1882 als
Im Jahr 1959 prägte ein amerikanischer Autor den Begriff des knowledge workers. Der Wissensarbeiter. Diese Sicht der Dinge war neu.
Peter F. Drucker wies in jenem Jahr in seinen Buch Landmarks of Tomorrow (dt. Das Fundament für morgen) darauf hin, wie stark Wissen, das Know-how, zum zentralen Erfolgsfaktor im industriellen Wettbewerb werden würde. Und nicht mehr die Arbeit auf dem Feld oder an der Maschine.
Analysten, Programmierer, Dozenten, Forscher – sie alle würden das neue Bild der Gesellschaft bestimmen. We know now that the source of wealth is something specifically human: knowledge. If we apply knowledge to tasks we already know how to do, we call it productivity. If we apply knowledge to tasks that are new and different we call it innovation. Only knowledge allows us to achieve these two goals. Die Quelle unseres Wohlstandes und der Motor des Fortschrittes ist Wissen.
Wissen, Kenntnis und Bildung – dies sei der Rohstoff der Neuzeit. Das menschliche Wissen sei die wichtigste Ressource in Wirtschaft und Gesellschaft. Heute ist uns das sehr bewusst, Mitte des letzten Jahrhunderts haben das wenige so klar gesehen.
Ein wahrer Glückstag! Es gibt solche Tage. Tage, an denen es einfach läuft. Dieser 24. Mai 2005 in New York war ein solch wunderbarer Tag für mich.
Im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria als Redner auf der Bühne. Dort, im dritten Stockwerk des altehrwürdigen Hotels, auf jener Bühne, auf der schon Louis Armstrong und John F. Kennedy gestanden haben. Ein Traum für einen Vortragsredner! Und hoffentlich kein Albtraum.
FIPP, dieser 1925 von französischen und spanischen Verlegern gegründete Verband, lud zum Weltkongress, den man alle zwei Jahre zelebriert. Und über 1.000 Zeitschriftenverleger aus aller Welt folgten dem Ruf der Federation Internationale de la Presse Periodique.
Das Event war hoch professionell vorbereitet. Drei
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