Dieses Notizbuch ist Kult. Das Büchlein der Intellektuellen und Künstler. Paris in der Westentasche.
In das kleine schwarze Lederbüchlein haben Bruce Chatwin, Pablo Picasso und auch Ernest Hemingway geschrieben. Das ist die Erhebung in den Adelsstand für ein stinknormales Notizbüchlein.
Was steckt hinter dem Erfolg des Moleskine? Die Ausstattung zeigt sich trotz kleinem Preis liebevoll: liniertes Papier, Lesebändchen, kräftiger Kartonumschlag, eine Falttasche am Ende, Fadenheftung und ein Gummiband zum Schließen.
Der Moleskine ist eine Erfolgsgeschichte. In seinem Buch Traumpfade beschreibt Bruce Chatwin 1986, er würde in kleinen
Mit Roland Berger in Köln. Am 13. Juni 1990; Photo by Hasso von Bülow
Wenn die Zunft der deutschen Unternehmensberater unter ihresgleichen einen König oder Kaiser zu wählen hätte, die Wahl wäre von vornherein gelaufen. Die allermeisten Stimmen würde, kein Zweifel, Roland Berger aus München erhalten.
Denn Roland Berger ist nicht nur der bekannteste Berater Deutschlands, er ist zudem der Pionier der Branche in diesem Land. Doch Roland Berger ist mehr als ein Unternehmensberater. Er ist der oberste Netzwerker Deutschlands.
Sein Adressbuch ist dick. Keiner kennt die Wirtschaft dieses Landes so gut wie er, und die Wirtschaft kennt ihn. Roland Berger weiß, wer an den Schalthebeln der Macht sitzt, er hält Kontakt zu allen Akteuren der Großfirmen bis hinein in den breiten Mittelstand. Kennt jeden, weiß alles. Dieser Ruf geht ihm voraus.
So manchen Vortrag habe ich mir während meines Berufslebens anhören dürfen. Den einen und anderen zudem ertragen müssen. Denn die Inhalte vieler Vorträge blieben belanglos und die Redner selbst langweilig, eintönig, ohne jeden Esprit.
Geht es darum, den besten Vortrag, den ich jemals erleben durfte, zu benennen, kommt mir einer rasch in den Sinn. The Art of the Start, eine Präsentation von Guy Kawasaki an der Stanford University im Sommer 2005.
Bei Kawasaki sieht man, was einen guten Redner ausmacht. Er redet nicht, er unterhält sich mit seinem Publikum. Dazu kommt inhaltliche Substanz, da erklärt jemand in einfachen Worten eine anspruchsvolle Strategie. Plus viel Leidenschaft. Hier scheint der richtige Mann zu sein, mit dem richtigen Thema, am richtigen Ort.
Guy Kawasaki ist ein lockerer Typ. Jeans, Polo-Shirt, jugendliche Erscheinung, verschmitztes Lächeln. Der US-Amerikaner japanischer Abstammung hat bei Apple 1984 das Marketing für den Macintosh betreut, bevor er Bücher schrieb und eigene Unternehmen gründete.
Wenn Deutschland und insbesondere Angela Merkel in Sachen Euro-Bonds nicht bald nachgeben, dann wird der Euro Weihnachten nicht überleben. So sprach Jacques Attali, der ehemalige französische Regierungsberater, dem FOCUS Ende November ins Mikrophon. Diese gewagte Prognose ist Wort für Wort nachzulesen in der Ausgabe 49 des Magazins auf der Seite 30.
In den letzten kalten Wochen des vergangenen Jahres hat der düstere Ausblick des Jacques Attali gehörig für Aufsehen gesorgt und bei manch Unkundigem auch Beunruhigung ausgelöst.
Nun, Mitte Januar 2012, die Euro-Bonds gibt es immer noch nicht, die Weihnacht ist längst vorüber und der Euro lebt. Und Monsieur Attali steht da wie ein Narr.
Vielleicht sollte man Jacques Attalis Worte nicht zu schwer wiegen. Er ist allgemein bekannt für seine, sagen wir mal, unorthodoxe Sicht der Dinge. Der Wirtschaftswissenschaftler des Jahrgangs 1943 ist ein typischer Vertreter der französischen Elite: feinste Schulen, gleich mehrere Grandes Écoles, Staatsdienst, Professor, als Krönung dann enger Berater des Präsidenten Francois Mitterrand mit einem Büro im Élysée-Palast. Ein eigenwilliger Kopf, oft ein zahnloser Löwe, der auf den Pariser Soirées Privées impressionieren kann, aber der mit seinem verschwurbelten Denken nicht im und am Geschehen ist.
gefunden in München, im Januar 2012; Photo by C. Stock
Hoch lebe der Anglizismus! Die Welt ist rund und klein, und die Mauern sind weitgehend gefallen. An den Landesgrenzen und in den Köpfen.
Deshalb heißt der Computer auch Computer und nicht Rechner. Insofern ist ein kluger Anglizismus auch ein guter Anglizismus.
Ein neuer Versuch. Mit etwas mehr Differenzierung. Hoch lebe der intelligente Anglizismus! Die Betonung liegt auf intelligent, denn manchmal muss ich dann doch ziemlich schlucken.
Neulich in München stoße ich auf einen Backpoint. Backpoint? What the Hell is a Backpoint?
Back heißt zurück und Point meint den Punkt. Kriegt man in diesem Laden seine Punkte zurück? Aber welche Punkte? Miles & More. Payback. REWE-Pünktchen?
Ich bleibe ratlos. Also muss man schon genauer hinschauen. Was im Alltag natürlich immer ratsam scheint, bei Ladengeschäften aber Blödsinn ist, denn dort sollte man auf den ersten Blick erkennen, um was es hier geht.
Befinden wir uns mitten in der Krise? Oder erst am Anfang? Oder haben wir das Schlimmste schon hinter uns?
Das sind Fragen, die die Menschen in Deutschland zu Beginn dieses Jahres 2012 bewegen. Wie wird dieses 2012 werden? Hier der Versuch eines makroökonomischen Ausblicks in sechs Thesen:
1. Der Euroraum schlittert in die Rezession
Europa steckt mitten in einem Umbruch. Die Party ist vorbei: Ungedeckte Ausgaben werden zurückgedreht, Steuern und Abgaben werden erhöht. Griechenland, Spanien und Italien haben sich – nolens volens – harten Austeritätsprogrammen unterworfen. Die starken Volkswirtschaften des Kontinents versuchen die Meisterung der Schuldenkrise durch sanftere Anpassung.
Die Sparpolitik der Staaten führt Europa zwangsläufig in eine
Ich besitze sie noch, und ich nutze sie noch. Auch nach über 20 Jahren tut sie tapfer ihren Dienst: Die ECON Geldklammer.
ECON Verlag in Düsseldorf, so um 1990: Die Werbeabteilung sucht ein kleines Give-away für eine Neuerscheinung, ein preiswertes Präsent für ein Finanzbuch, wenn ich mich recht entsinne, für Wall Street Poker von Michael Lewis.
Ein kleines Mitbringsel der Vertreter für die Buchhändler, für Großkunden, für Multiplikatoren und auch für Journalisten. Das Geschenk soll zum Thema passen und einen gewissen Nutzen besitzen.
Da kommt den Marketing-Kollegen die zündende Idee. Eine Geldklammer, wie sie in Amerika so verbreitet ist. Nur die nackte Klammer. Ohne Inhalt natürlich. Kosten: ein paar Groschen vielleicht.
Bisweilen geht Marketing so einfach. Und manchmal ist Marketing obendrein auch noch wirksam und verblüffend nachhaltig.
Rein zufällig schielt der bärtige Pionier auf das kleine rote Telefonhäuschen. So sind sie, die Engländer, wenn schon Huldigung, dann bitte mit solch feiner Ironie.
Denn als Alexander Graham Bell 1876 das Telefon erfand, da kam sein Geschäftsmodell etwas ins Straucheln. Und trotzdem gibt es die Firma dieses Mannes aus weißem Granit noch heute. Es ist ein Weltunternehmen, von tadellosem Ruf und mit hoher Innovationskraft.
Und ihr Gründer, ein Deutscher aus dem Hessischen, steht nun hier, in Stein gemeißelt, Mitten im Herzen Londons, nahe der Bank of England. Auf dem idyllischen Platz am Hinterausgang des Royal Exchange Building, haben die Londoner dem Paul Julius Reuter ein drei Meter hohes Denkmal aus weißem Granitstein errichtet.
Paul Julius Reuter – steht da auf Englisch geschrieben – geboren 1816 in Kassel, Germany, gestorben 1899 in Nizza, Frankreich, gründete die Weltnachrichtenagentur, die seinen Namen trägt, in dem No. 1 Royal Exchange Building in der City of London, neben diesem Platz am 14. Oktober 1851.
Reuters einziger Gehilfe beim Start blieb damals ein 12-jähriger Laufbursche namen John Griffith. Eineinhalb Jahrzehnte später war Griffith der erste Geschäftsführer der nun weltweit erfolgreichen Telegraphengesellschaft.
Der Jazz jener Jahre war mehr als eine Musik, er war eine Lebenseinstellung, er war Persönlichkeitsbildung. Nach den schrecklichen Grabenkämpfen des Ersten Weltkriegs, der bigotten Herrschaft der Kaiser und Könige und in der kargen Zeit der Weimarer Republik dürstete den Menschen nach Lockerheit und Weltläufigkeit. Aus den USA kam der Swing, lebensfroh, vital, ausgelassen.
Sicher, die Diktaturen und Spanien, Italien und Deutschland mochten diese Art der Musik nicht. Sie war ihnen zu lebensbejahend und auch zu subversiv. Doch den Schweizer Teddy Stauffer ließ man lange machen. Teddy und seine Original Teddies jedoch waren kein lauwarmes Derivat amerikanischer Synkopen, sondern eine Band, die dem bewunderten Original aus Übersee nacheiferte und auch nur wenig nachstand. Wir hatten damals den Swing, sagte mir Teddy Stauffer stolz im Gespräch.
Aus den USA ließ man sich neuesten Notenblätter kommen und spielte die Originalarrangements dann als eine der ersten Bands in Kontinentaleuropa. Kein Wunder, dass die Band sehr amerikanisch klang. Besonders überzeugten Teddy Stauffer und seine Teddies durch
Nach dem Spiel brannte ein hübsches Feuerwerk der Freude ab. Im letzten Heimspiel des Jahres 2011 schlägt der FC Bayern München am Freitagabend die Elf aus Köln mit 3 zu 0. Und das mit nur zehn Mann, denn der feurige Franck Ribéry war Mitte der ersten Halbzeit gelb-rot vom Platz geflogen.
Doch ohne ihren Star aus Frankreich drehten die Münchner erst recht auf. Die Domstädter waren bis dahin eine disziplinierte Truppe, danach jedoch verloren sie so ziemlich die Ordnung und zeigten sich als sympathische Chaoten, die den Roten aus München in keinster Weise das Wasser reichen konnten.
Es war arg zugig in der Allianz Arena, denn das Orkantief Joachim pfiff seine Windböen durch das Oval. Doch das Spiel der Roten gegen die REWE-Kicker konnte erwärmen. So blieb es ein Genuß, die genialen Pässe eines Toni Kroos zu sehen.
Nun, die halbe Strecke der Saison ist zurück gelegt, der FC Bayern ist Herbstmeister. Es scheint fast so wie immer. Die spannende Frage mit Blick ins Jahr 2012 bleibt: Wie geht es weiter?
Die freien Tage über Weihnachten und Neujahr sollten zum Nachdenken anregen. Denn der Klub, will er sich zukunftsfest machen, steht trotz des sicheren Etappensiegs vor einigen grundsätzlichen Entscheidungen. Hier die Baustellen:
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