München, den 28. September 2011; Photo by W. Stock

Oktoberfest in München. Die Wiesn, wie es in bei den Einheimischen heißt. Oder: Der Himmel der Münchner. Meine Freunde in Südamerika sagen La fiesta de la cerveza. Das Fest des Bieres. Was die Sachlage ziemlich genau trifft.

Denn von Mitte September bis Anfang Oktober huldigen sieben Millionen Menschen selig dem lustig machenden Gerstensaft. Die Frauen ziehen ihr Dirndl an, der Mann seine Lederhose, man macht sich auf hinaus zur Theresienwiese, man schlendert, man trinkt eine Maß, dann noch eine, vielleicht eine dritte, aber irgendwie scheinen die allermeisten die Grenze zu kennen und zu respektieren. Auffallend bleibt, wie gesittet und wohl organisiert der Zuspruch zu den Prozenten seine geordnete Bahn findet.

Doch das Oktoberfest ist nicht nur Feiern bis zum Abwinken, sondern hat sich zunehmend auch als

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mit Johann Philipp von Bethmann, Frankfurt am Main, den 13. März 1991; Photo by Hasso von Bülow

Der Name von Bethmann besitzt in Frankfurt einen guten Klang. Die von Bethmanns sind eine alte Bankiersdynastie, deren berufliche Wurzeln sich bis ins 17. Jahrhundert verfolgen lassen. Und ein Nachkomme der Familie – Johann Philipp von Bethmann – war bei ECON einst mein Autor.

Am Anfang unseres Buches stand eine Idee und am Ende ein netter Brief. Es war der Dank des Autors an seinen Lektor. Der Tenor des Schreibens lautete in etwa: Ich danke Ihnen für die viele Arbeit, die Sie in mein Buch gesteckt haben.

Nun, das mit der vielen Arbeit war diesmal keine höfliche Floskel, sondern die nackte Wahrheit. Bei Lichte betrachtet hatte ich das Buch fast vollständig alleine geschrieben und mir das eine oder andere Wochenende um die Ohren gehauen.

Johann Philipp von Bethmann war einer der bekanntesten Privatbanker Deutschlands. Seine Frankfurter Bank, die er schon

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Schneefall in den TropenAuszug aus Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen:

Es sind nicht die vielen Dollars, die man da lassen muss, welche diesem Platz seine Magie verleihen. Es ist wohl eher umgekehrt: Weil der Platz eine solche Magie besitzt, muss man ihn sich teuer erkaufen. Nein, Geld macht irgendwie nicht den Kitzel dieses Ortes aus.

Wenn man jedoch ein paar Dollar sein eigen nennen kann, dann lässt es sich gut leben in Brasilien. Und viele kamen und kommen. Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts war dieses Rio de Janeiro einer der Fluchthäfen für europäische Juden und andere Verfolgte.

Der prominenteste von ihnen war der Wiener Schriftsteller Stefan Zweig. Er mochte Brasilien und verzweifelte doch: 1942 nahm er sich in Petrópolis, in der Nähe Rios, das Leben.

Brasilien ist ein Land, in dem von vier Bewohnern drei katholischen Glaubens sind. Der Erlöser-Christus auf dem Buckelberg kontrastiert jedoch mit jenem Christus, den die Portugiesen nach Brasilien brachten. Der Christus der Kolonisten war ein

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Den Haag, im Juli 1982; Photo by Volker Wagner

Louis Armstrong, Fats Waller, Artie Shaw, Duke Ellington, und viele andere mehr. Diese Großväter-Generation hat nicht nur den Jazz geprägt, sondern ihn gleichzeitig zu nie gekannter Blüte geführt. Man darf sich als Glückskind fühlen, wenn es einem vergönnt war, einen dieser Titanen des Jazz live erlebt zu haben.

So bleibt der Swing lange im Kopf, wahrscheinlich für ewig, wenn man beispielsweise solch eine historische Grösse wie Benny Goodman hören und sehen darf. Dieser Benny Goodman ist ein ganz formidabler Klarinettist alter Schule. Ein Weltstar, der den Swing in die Wohnzimmer der ganzen Welt gebracht und den Jazz hoffähig gemacht hat. Insofern verkörpert Goodman das Gutbürgerliche im Jazz, das Sittsame, wohl auch das weiß-weichgespülte einer eigentlich schwarzen Musik.

Dieser ältere Herr im cremefarbenen Sakko, der da

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Die Chicago Boys. Weil sie an der University of Chicago bei den Professoren Milton Friedman und Arnold Harberger studiert hatten, nannte man sie kurzerhand so.

Als 1974 nun diese Chicago Boys, die jungen Volkswirte in Santiago de Chile, die Wirtschaft ihres Heimatlandes umzukrempeln begannen, war dies für viele westliche Intellektuelle ein Sündenfall.

Denn die ökonomische Rosskur der Minister Hernán Buechi und Rolf Lüders fand mit dem Segen des Diktators Augusto Pinochet Ugarte statt. General Pinochet war, da gibt es keine zwei Meinungen, einer der abscheulichen und widerwärtigen Diktatoren in der Geschichte Südamerikas. An Pinochets Händen klebte eine Menge Blut.

Ab und an wird nun argumentiert, der Neoliberalismus werde durch autoritäre Strukturen begünstigt. Oder schlimmer: Diktatur und Neoliberalismus seien eigentlich zwei Seiten ein und derselben Medaille.

Jemand, der so redet, das ist

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Madre de Dios, im Januar 1986; Photo by Norbert Böer

Laberinto/Peru, im Januar 1986

Madre de Dios. Die Mutter Gottes. In Anbetracht eines solchen Namens wäre es pietätlos anzumerken, wir befänden uns am Arsch der Welt. Bleiben wir wohlerzogen. Peruanisches Andentiefland, beginnender Amazonasurwald. Keine Menschenseele weit und breit. Also doch, Arsch der Welt.

Von Madre de Dios, der Provinzhauptstadt, geht es nach Laberinto, ein lausiges Fleckchen aus Schlamm und Morast, wo es keine richtigen Strassen und auch keine Häuser gibt und wo man uns an die Gurgel will, nur weil in unserem Ausweis als Berufsbezeichnung Journalist steht.

Von Laberinto geht es eine Bootsstunde den Fluss hinauf, dann noch einem halbstündigen Fussmarsch durch Dschungeldickicht, bis  wir das Lager der Schürfer erreichen. „Da, da hinten im Berg, da ist es drin“, meint Justo Sotelo, ein Veteran unter den Goldsuchern.

Es gebe zwei Möglichkeiten: Entweder

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gefunden in Düsseldorf, Frühjahr 2009; Photo by W. Stock

Jetzt machen wir mal die Feuerzangenbowle. Die hübsche Szene, als der rheinische Lehrer Bömmel den denkfaulen Schülern den Stoff erklären will. Jezz stellen mer uns mal janz dumm.

Also, dann stellen mer uns jezz mal janz dumm: Wat iss ‘n Hairothek?

Diskothek kennen wir. Videothek auch. Der Begriff leitet sich aus dem Altgriechischen und dem Lateinischen her. Thēca bedeutet soviel wie Hülle oder Behältnis.

Als Suffix hat sich -theke bei Räumlichkeiten eingebürgert, so bei der Bibliothek. In der Wortbedeutung steht die Theke also für den Tresen. Bei einer Theke wird dem entsprechend etwas herüber geschoben. Mal ein Video, dort eine Schallplatte, möglicherweise ein Buch.

Kennen Sie aber auch eine Haar-Theke? Eigenhändig so gesehen und mir standen die Haare zu Berg. Denn in der

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Ich liebe die neuen Technologien. Was heutzutage nicht alles möglich ist! Man schreibt Blogs, wo man früher vielleicht eher Bücher schrieb.

Und wenn man will, dann kann man aus Blogs nun auch Bücher machen. Hier meine Probe auf’s Exempel. Der Autor dieses Blogs wandelt bei dem Hamburger Dienstleister Feedfabrik seine bisherigen Posts in ein veritables Buch um.

Feedfabrik ist ein Start-up, das sich auf die Wandlung digitaler Inhalte in analoge Medien spezialisiert hat. Sei’s drum: Aus einem Blog werde ein richtiges Buch.

Das Ergebnis: Aus über 220 Post wird ein dickes Buch von 400 Seiten. Die Qualität? Selbst der Profi hat nichts zu meckern. Druckqualität, Papier, Bindung – alles fein bis oberfein. Der Preis? Etwas über 40 Euro für Losgröße 1. Die Umsetzung: exzellent. Der Service: vorbildlich.

Also hier das Buch: Wolfgang Stock – Notizen von unterwegs. Nur ein

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München, den 10. September 2011; Photo by W. Stock

Die aller schönste Szene fand gleich vor Anfang des Spiels statt. Uli Hoeneß ehrte im Namen der Dominik Brunner-Stiftung ein Dutzend Frauen und Männer für ihre Zivilcourage. Sie alle waren eingeschritten, als Menschen bedroht, verprügelt und missbraucht wurden und haben tapfer geholfen. Auch solch soziales Engagement macht den FC Bayern so sympathisch.

An diesem sonnigen Septembernachmittag sahen die 69.000 Zuschauer in der Münchener Allianz Arena ein Trainingsspiel des FC Bayern München gegen den Sport Club Freiburg. Ein Trainingsspiel, dessen Resultat kurioserweise dann auch noch zur Wertung der diesjährigen Fussball-Meisterschaft gezählt wurde.

Gegen harmlose Freiburger spielte der FCB in der Tat meisterlich: der Ball lief schnell, mit kurzen Kontakten, steil und präzise in die Spitze, mit einem sehr effektiven Spiel über die beiden Flügel. Ein glänzend aufgelegter Franck Ribéry mit Kabinettstücken, ein kühler Knipser Mario Gómez und ein Bastian Schweinsteiger, der sehr sicher die Bälle verteilte. Hinten ließen Jérôme Boateng und Holger Badstuber nichts, aber auch gar nichts anbrennen.

Am Ende der 90 Minuten hatten die Bayern

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Im Jahr 1994 veröffentlichte der amerikanische Trendforscher John Naisbitt ein kluges Buch, das sich mit der Globalisierung befasste. Global Paradox. In diesem Buch beschrieb er genau, wer die Gewinner des globalen Wettbewerbs sein würden (China, Asien, Lateinamerika), welche Kräfte die Globalisierung antreiben (Telekommunikation, Handel, Tourismus) und welche Widersprüche sich in diesem Prozess auftun.

Naisbitt machte aufmerksam auf das Paradox, dass einerseits global gedacht wird, es gleichzeitig aber zu einer Erstarkung der kleineren wendigen Einheiten kommt. Alles ist genau so eingetroffen. Globalisierung, das war John Naisbitts Thema.

Die Globalisierung ist – bedingt durch technischen und technologischen Fortschritt – einer der großen Wohlstandstreiber unserer Tage. Globalisierung steht für eine Art “Weltgesellschaft”, der Begriff beschreibt, wie dieser Globus zusammenwächst. Wirtschaftlich, im Ex- und Import, als Absatzmarkt, in der Arbeitsteilung, als Arbeitsmarkt.

In diesem Zusammenhang stellt sich eine interessante Frage: Who invented Globalization? Wer erfand die Globalisierung?

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