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Notizen und Anmerkungen von unterwegs

Kategorie: U.S.A.

Peter Drucker: Wissen schafft Erfolg

Im Jahr 1959 prägte ein amerikanischer Autor den Begriff des knowledge workers. Der Wissensarbeiter. Diese Sicht der Dinge war neu.

Peter F. Drucker wies in jenem Jahr in seinen Buch Landmarks of Tomorrow (dt. Das Fundament für morgen) darauf hin, wie stark Wissen, das Know-how, zum zentralen Erfolgsfaktor im industriellen Wettbewerb werden würde. Und nicht mehr die Arbeit auf dem Feld oder an der Maschine.

Analysten, Programmierer, Dozenten, Forscher – sie alle würden das neue Bild der Gesellschaft bestimmen. We know now that the source of wealth is something specifically human: knowledge. If we apply knowledge to tasks we already know how to do, we call it productivity. If we apply knowledge to tasks that are new and different we call it innovation. Only knowledge allows us to achieve these two goals. Die Quelle unseres Wohlstandes und der Motor des Fortschrittes ist Wissen.

Wissen, Kenntnis und Bildung – dies sei der Rohstoff der Neuzeit. Das menschliche Wissen sei die wichtigste Ressource in Wirtschaft und Gesellschaft. Heute ist uns das sehr bewusst, Mitte des letzten Jahrhunderts haben das wenige so klar gesehen.

Das Wissen entscheidet über

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Auftritt im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria

Ein wahrer Glückstag! Es gibt solche Tage. Tage, an denen es einfach läuft. Dieser 24. Mai 2005 in New York war ein solch wunderbarer Tag für mich.

Im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria als Redner auf der Bühne. Dort, im dritten Stockwerk des altehrwürdigen Hotels, auf jener Bühne, auf der schon Louis Armstrong und John F. Kennedy gestanden haben. Ein Traum für einen Vortragsredner! Und hoffentlich kein Albtraum.

FIPP, dieser 1925 von französischen und spanischen Verlegern gegründete Verband, lud zum Weltkongress, den man alle zwei Jahre zelebriert. Und über 1.000 Zeitschriftenverleger aus aller Welt folgten dem Ruf der Federation Internationale de la Presse Periodique.

Das Event war hoch professionell vorbereitet. Drei

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Avi Perrys elektronische Jungfrauen

Neulich auf dem Lufthansa-Flug von München nach New York sitzt neben mir zufällig der amerikanische Schriftsteller Avi Perry. Wir kommen schnell ins Gespräch.

Avi Perry kann auch ein buntes Leben zurückblicken. In Israel geboren, wandert er später in die USA aus, wo er für die Technologie-Firmen Bell und Lucent arbeitet. Er geht als Professor an der Northwestern University nach Chicago, wo er lehrt und forscht. Der Perry Algorithmus, ein Software-gestütztes Optimierungsprogramm, geht auf ihn zurück.

Das Thema seines Lebens jedoch bleibt Israel. In Kolumnen, Zeitungsartikeln und Radiokommentaren tritt er als wortstarker und meinungsmutiger Botschafter seiner Sache auf. Die Gefährdung seines Volkes schmerzt ihn, der arabisch-israelische Konflikt treibt ihn um.

Neben seiner politischen Arbeit schreibt er Bücher. Wissenschaftliche Werke, aber auch

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Rustikale Einreise ins gelobte Land

Photo by W. Stock

Wer in dieses großartige Land einreist, der muss leiden können. Denn als erstes erwartet in Person eines Zollbeamten am JFK-Airport die ruppigen Wirklichkeit.

Die Einreise in die USA gestaltet sich bisweilen, nun ja, sagen wir, etwas mühevoll. Man könnte jedoch auch den Eindruck gewinnen, dass man hier an der Grenze zunächst wie ein durchtriebener Schwerverbrecher oder als ein gerissener Drogenschmuggler gesehen wird.

Besonders wenn man am John F. Kennedy-Airport den ersten Schritt auf New Yorker Boden tut, zeigen sich Zollinspektion und Einreisebehörde schroff und barsch.

Doch man sollte wissen warum. Die Vereinigten Staaten von Amerika, dort wo

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Louis Armstrong befriedet Amerika mit “What a wonderful World”

What a wonderful world, Louis Armstrongs Hit aus dem Jahr 1967, wird noch heute rauf und runter gespielt. Zurecht, denn diese Hymne an die Schönheit des Lebens wirkt selbst nach fast einem halben Jahrhundert alterslos.

Auf manche Ohren mag dieser Popsong kitschig wirken, in der rechten Stimmung jedoch, entfaltet er mit seiner einfachen Botschaft eine reizvolle Poesie. Am besten gefällt mir die Version, in der Armstrongs rauchiger Bariton von dem hellen Sopransaxophon des Kenny G. untermalt wird.

Der Song, von George David Weiss und Bob Thiele komponiert, muss auch aus der damaligen Zeit heraus verstanden werden. Mitte der 60er Jahre ist dieses What a wonderful World das Kontrastprogramm zu all den schlechten Nachrichten: der bärtige Fidel Castro ärgert

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John Diebold ist Mister Automation

mit John Diebold, Düsseldorf, den 22. August 1991; Foto: Hasso v. Bülow

Ingenieure und Manager kannten ihn unter seinem Spitznamen. Mr. Automation wurde er genannt. Denn John Diebold, von ihm ist die Rede, hatte in einem aufsehenerregenden Buch die Automatisierung und Technisierung der Industrie vorhergesagt und analysiert. Das war 1952, also zu einer Zeit als man gerade lernte, mit Messer und Gabel zu essen.

Wie die moderne Technik unser Berufs- und Alltagsleben verändert, das war das Thema des Ostküsten-Amerikaners vom Jahrgang 1926. Wie beispielsweise Transistoren, Laser oder Faseroptik unsere Zeit revolutionieren. Diebold schrieb in seinen Büchern aber nicht nur über neue Technologien, sondern auch über Menschen, über Erfinder und Pioniere, über Ideen, Träume und Enttäuschungen. Er war einer der Pioniere der amerikanischen Computerindustrie, er war ein Vordenker von IT.

John Diebold betrachtet den Produktivitätsgewinn zuerst von Kundenseite. Wie bei

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Henry Kissinger: Die Macht verschiebt sich vom Atlantik zum Pazifik

Photo by W. Stock

Berlin, den 17. November 2011

Eine kurze, aber prägnante Rede von Henry Kissinger gestern Abend auf der Publishers’ Night des VDZ. Die eine oder andere unangenehme Wahrheit sagte der von den Nazis vertriebene Heinz Alfred Kissinger aus Fürth seinen Zuhörern denn auch auf Deutsch.

Zunächst machte der ehemalige amerikanische Außenminister deutlich, wie brüchig es um das europäische Haus bestellt ist. Der Grundwiderspruch unserer Tage: Die Wirtschaft funktioniere heute nach globalen Regeln, während der Westen noch in den Denkmustern der Nationalstaaten verharre. Die EU sei ein technokratischer Torso.

Dies gehe einher mit einem Souveränitätsverlust der Staaten und der Politik. Deshalb seien andere davon gezogen, es mache keinen Sinn, sich über die Spielregeln zu beschweren. Die Gewinner des Wettbewerbes amüsiere dies nur.

Der Friedensnobelpreisträger von 1973 wies auf den Paradigmenwechsel hin: In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sei es um Sicherheit gegangen, hochgerüstete Weltmächte standen sich damals gegenüber.

Heute gebe es glücklicherweise kein Feindbild mehr. Die Herausforderung liege auf wirtschaftlichen Gebiet. Nun komme es darauf an, die Globalisierung zu einem

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Art Laffer und seine buckelige Kurve

Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der Monetaristen und Neoliberalen. Deren Credo lautete kurz gefasst: Der gierige Staat sollte sich das der Wirtschaft heraushalten. Gefräßig zeigte sich der damalige Staat besonders bei den Steuersätzen. Spitzensteuersätze über 50 Prozent waren nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Lehrmeinung der Politikermeinung bis hinein in die 80er Jahre war: je höher ein Steuersatz, desto höher auch das Steueraufkommen. Der Steuerertrag der Einkommensteuer wurde über Jahrzehnte als linear angesehen. Man brauche nur am Steuersatz drehen, und schon würde die Steuerquelle mehr und mehr sprudeln.

Zwei Männer haben diesen Irrglauben immer höherer Steuersätze verblüffend einfach widerlegt. Arthur Laffer und Ronald Reagan.

Der erste mit einem simplen Diagramm. An zwei Stellen ist das Steueraufkommen gleich null. Bei einem Steuersatz von

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Das Waldorf=Astoria, die betagte Stube goldener Jahre

New York, im Mai 2005; Photo by W. Stock

Vorab: Dies ist nicht mein Lieblingshotel in New York. Irgendwie nicht, und dann irgendwie doch.

Einerseits ist das Waldorf=Astoria ein alter Schuppen, merklich in die Jahre gekommen. Die Zimmer sind ergraut und strahlen den Charme der 60er Jahre aus. Die Rolltreppen knarren und rumpeln und tun nur noch altersgemäß ihren Dienst. Und auch der alte Fahrstuhl schnaubt sich die 42 Etagen nach oben. Alles brav und bieder. Einerseits.

Anderseits mag man nicht darauf wetten, es sei nur das Alter, unter dem das Waldorf ächzt. Vielleicht ist es nicht Patina, sondern Tradition, an der man so schwer trägt. Denn auch  wenn es sich redlich müht, dem Hotel bleibt die Welt der Moderne irgendwie verschlossen. Aber vielleicht ist dies auch gut so.

Denn das Waldorf=Astoria ist kein Hotel, sondern zu allererst

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Johnny Carson, der Sandmann Amerikas

Die Show kam in den Anfangsjahren aus New York, später aus Burbank in Kalifornien. Oft bin ich mit ihr ins Bett gegangen. Im Amerika der 80er Jahre setzte Johnny Carson den Schlusspunkt des Tages.

The Tonight Show with Johnny Carson auf NBC. Das war das Vorbild und Muster aller Late-Night-Shows. Unerreicht. Keiner verstand diese schwierige Form der Unterhaltung wie er. Liebenswürdig, umgänglich, beschwingt und auch ein wenig lausbübisch.

Alles sah so leicht und locker aus, war jedoch Kärrnerarbeit. Wenn man eine solche Show macht, vor Millionen Zuschauern, über Jahrzehnte, dann muss man schon der beste sein: Schlagfertig, jede Pointe muss sitzen, man muss informiert sein – und das alles live und ohne doppelten Boden.

Carsons Show lief immer gleich ab. Johnny tritt aus dem langen Vorgang hervor, ausgerufen von seinem Sancho Pansa, dem bulligen Ed McMahon. Der rief zuvor Heeeeeeere’s Johnny. Danach ein stand-up Monolog von einigen Minuten, manche Pointe ließ Carson mit der Handbewegung eines Golfschlags auslaufen.

Die musikalische Dramaturgie oblag der Band von Doc Severinsen. Diese ganz famose Big Band mit superben Solisten spielte Johnny’s Theme, ein melodiöses up-tempo-Stück. Es war das Neu-Arrangement einer Komposition von Paul Anka, die im Ursprung Toot Sweet hieß.

Seine erste Sendung hatte Johnny Carson am 1. Oktober 1962, seine letzte Tonight Show am 21. Mai 1992. Dazwischen lagen fast 5.000 Tonight Shows mit 23.000 Gästen in 30 Jahren. Das reicht zur Legende, zur nationalen Institution.

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