Die Stadt, die früher Bombay hieß, kommt so erbärmlich daher wie keine andere. Chaotisch, laut, elend, überall riecht es nach Unrat und Fäkalien. Selten habe ich eine Metropole gesehen, der aller Lebensmut und Frohsinn so gründlich ausgetrieben ist, wie diese.
Der architektonische Liebreiz, noch aus der Kolonialzeit stammend, verfällt langsam aber sicher und hat längst vor dem misslichen Alltag kapituliert. Statt eines beherzten Aufbäumens gegen das Elend oder einer Auflehnung gegen das Chaos merkt der Besucher hier nur diesen bräsigen Fatalismus des Hinduismus, der mit Schicksalsglaube und Wiedergeburt zu trösten versucht.
Trotz pittoresker Architektur und der wärmenden Sonne kommt in dieser Stadt keine
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Deutschland wird in Schnee gepudert, der Januar steht vor der Tür. Wie wird dieses Jahr 2013 im Medienbereich aussehen?
Hier zwölf Prognosen, speziell für die Printmedien, nicht wissenschaftlich und auch nicht belegt und belastbar, sondern eine Momentaufnahme aus 30 Jahren Printerfahrung heraus.
1. Der Wandel ist rasend schnell. Wo man früher für die Etablierung eines neuen Titels oder gar Mediums Jahre kalkulierte, bleiben nun Wochen und Monate. Nicht nur die Zeit rast davon, auch die Sicherheit. Was heute als Wahrheit gilt, kann morgen schon wieder falsch sein.
2. Der Wettbewerb ist beinhart. Nicht nur mit Apple, Google oder Facebook. Das sind die Cleveren, die im Internet wirklich Geld verdienen, es sind nicht die Verlage. Die würden es gerne sein. Eigentlich geht es in diesem Wettbewerb weniger um Geld, sondern um die Aufmerksamkeit und um die Zeit des Kunden. Und da sehen wir gegen Facebook & Co. ziemlich alt aus.
3. Umbruch, nicht Abbruch. Die Medienbranche befindet sich mitten drin in einem historischen Strukturwandel, der im neuen Jahr noch an Geschwindigkeit zunehmen wird. Besonders die Tageszeitung leiden: das eine oder andere Objekt wird über die Wupper (oder die Spree) gehen, die gesamte Branche ist verunsichert. Doch Bücher, Zeitungen und Zeitschriften werden nicht verschwinden, sie werden nur anders.
4. Die Anzeigen sind weg. Oder besser: Die Anzeigen sind woanders, und Rubrikanzeigen und Stellenbörse kommen nicht wieder zurück zu Zeitungen und Zeitschriften. Die Markenwerbung wird folgen. Das Internet ist stärker, seine Meßbarkeit zieht die Print-Werbeerlöse ab.
Gestern Abend das letzte Spiel des Jahres 2012 gesehen, der FC Bayern München gegen die Borussia aus Mönchengladbach, Kehraus zur Hinrunde. Ein 1 zu 1.
Danach eine kleine sympathische Weihnachtsshow. Und nun, die kurze Winterpause. Die Gelegenheit, die Bilanz zur Halbzeit der Saison 2012/2013 zu ziehen.
Bayern München dominiert die Liga nach belieben. Das Team besitzt eine spielerische Qualität wie kein anderes. Die Mannschaft hat sich mit Javier Martínez, Mario Mandzukic, Xherdan Shaqiri sowie dem Brasilianer Dante vorzüglich verstärkt. Einerseits bieten sich die Neuzugänge nun endlich als gleichwertiger Ersatz bei Verletzungen innerhalb der Stammformation an, andererseits üben sie gehörigen Druck auf die Kader aus, ein Umstand, der nochmals 5 bis 10 Prozent Zusatzleistung herauskitzeln dürfte.
Der FCB kann nun fast zwei gleichwertige Mannschaften aufbieten. Das hat es lange nicht gegeben, in Deutschland. Real Madrid oder der FC Barcelona haben dies mit Erfolg vorgemacht.
Bayern wird Meister, in dieser Saison, keine Frage. Die Münchner besitzen
Mit jedem Tag werden es mehr Männer, die von Hoffnung und Verzweiflung getrieben, sich in die Täler und Flussläufe von Madre de Dios aufmachen. Madre de Dios heißt ins Deutsche übersetzt Muttergottes, was für einen Landstrich voller Gold in der Erde eigentlich kein schlechter Name ist.
Und so hegen hier viele den Glauben, in den unwegsamen Goldfeldern ihrem geschundenen Leben eine Wende zum guten geben zu können. Dreißigtausend, vielleicht auch vierzigtausend Goldwäscher durchkämmen die steinigen Flussläufe dieser Einöde zwischen Peru und Brasilien.
Laberinto, ein verregnetes Fleckchen am Flussufer des Rio Inambari, sieht aus wie die baufällige Kulissenstadt eines drittklassigen Western, die man vor vielen Jahren vergessen hat, abzubauen. Das Dorf, 60 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Puerto Maldonado, ist der letzte Außenposten der Zivilisation, bevor es zu den Goldfeldern geht. Ab Laberinto gilt das Gesetz des Goldes
Nicht mehr als zweihundert Bewohner zählt Laberinto. Goldwäscher, Schmuggler, Händler, Prostituierte, ein paar zwielichtige Bankiers, die alle auf den Hauptgewinn in dieser Lotterie der Natur
Wer in den letzten Wochen in einem deutschen Fußballstadion ein Spiel besuchte, der erlebte Erstaunliches und auch Erschreckendes. Dort, wo sonst vor dem Spiel und während des Matches die Fans brüllten und sangen, war es nun mucksmäuschenstill.
Denn die Fans hatten einen stillen Protest verabredet. Die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden des Spiels war aus den Fankurven nichts zu hören – nur Stille und Schweigen.
Dann, nach genau 12 Minuten und 12 Sekunden, die letzten 10 Sekunden werden heruntergezählt, bricht das übliche Gebrüll und Getöse aus, die Fans beider Seiten feuern ihre Mannschaften lautstark an. Wer dieses Wechselbad von Ruhe und Radau miterlebt hat, der kennt nun den Unterschied zwischen Oper und Rockkonzert.
Ohne die lautstarke Unterstützung durch die Fans ist
Eine Meldung ist in den letzten Tagen ein wenig untergegangen: Rupert Murdoch, der australische Medien-Tycoon macht seine Internet-Tageszeitung The Daily dicht. Am 15. Dezember ist Schluss.
Mit viel Aplomb war dieses Projekt Anfang 2011 gestartet, es sollte der Siegeszug der ersten rein digitalen Tageszeitung sein. Für die ganze Welt. Pustekuchen.
Murdochs Scheitern ist zweifach interessant. Zum einen zeigt sich, dass die Übertragung einer Printgewohnheit ins Online so einfach nicht funktioniert. Zum anderen, dass selbst der dickste Geldbeutel noch lange keinen Erfolg garantiert.
Das deckt sich auch mit der Erfahrung hierzulande. Wenn deutsche Verlage im Internet Geld verdienen, dann mit nicht-journalistischer Ware. Mit klarem Blick und Verstand bleibt festzuhalten:
Manuel Vázquez Montalbán kannte ich schon, als er hierzulande noch ein unbeschriebenes Blatt war. Andreu Claret Serra, der an der Plaça de Sant Jaume schräg gegenüber dem Palau de la Generalitat als Korrespondent von La Calle die katalanische Politik beobachtete, hatte mich ihm vorgestellt.
Das war 1978, und es war eine Zeit, wo es in Spanien hoch herging. Den General von Gottes Gnaden hatte man glücklich unter die Erde gebracht, Champagner floss, la transición, der Übergang zur Freiheit, wurde besungen, bejubelt. Aufbruchstimmung.
Besonders ein Intellektueller legt sich für die knospende Demokratie mächtig ins Zeug. Einen kleinen, dicken schnauzbärtigen Herrn mit Glatze, Manuel Vázquez Montalbán, kann man in Barcelona jeden Tag von Redaktion zu Redaktion eilen sehen.
Bei Triunfo liefert er eine bissige Satire ab, dem Chefredakteur des El Periódico knallt er eine Fussballkolumne auf den Tisch und in Interviú gibt er Avantgardistisches zum besten. Manuel Vázquez Montalbán, der Peter Pan des Journalismus, heißt es. Ein Geist, ein Phantom. Gibt es den Mann überhaupt?
Wie eine Schlagader schlängelt sich der Rhein durch Westdeutschland. Nun sind vorherige Generationen nicht gerade sorgsam mit ihm umgegangen. Ich kann mich noch an meine Kinderzeit erinnern, wo es amtlich verboten blieb, in dem Fluss zu baden, so verdreckt und verseucht kam er herunter mit den Chemikalien aus Rhein-Main.
Meist eine übelriechende Kloake, bestenfalls ein trüber Strom, nahm man sein Dasein zu selbstverständlich. Man schrieb die boomenden Adenauer-Jahre, die Schlote rauchten kräftig, aber sie stanken ebenso.
Doch in den letzten Jahren gilt es Wunderliches zu berichten. Man hat diesen Schatz namens Rhein wiederentdeckt. Entlang des Flusses sind in den Metropolen neue blühende Stadtviertel entstanden. Dort, wo früher verfallende Industriebaracken und schäbige Gütersilos standen, wurden nun moderne Bürohäuser und attraktive Wohnkomplexe hochgezogen.
Architekten durften sich austoben. In Düsseldorf Frank Gehry mit seinem
Mexiko, in den 20er Jahre, gilt als das Land des großen Umbruchs. Die Bauernrevolte des Emiliano Zapata und des Pancho Villa hat nach blutigen Bürgerkriegsjahren gesiegt. Zusammen mit liberalen Bürgern gelingt es den Revolutionären, das korrupte System des Despoten Porfirio Diaz wegzufegen.
Es herrscht eine Aufbruchstimmung ähnlich jener der russischen Revolution – nur mit sehr viel mehr Sonnenschein. Das Land zieht Schwärmer an, Abenteurer und Idealisten, aber auch Flüchtlinge aus der ganzen Welt.
In Mexiko treffen sich Verfolgte des Stalin-Regimes, später die Opfer der Hitler-Diktatur, aber auch kritische Intellektuelle aus den USA und Europa. Ein Land, wie geschaffen für einen Menschen wie B. Traven.
Denn das Leben dieses B. Traven bleibt nach wie vor im
Gregory ist der jüngste der drei Hemingway-Söhne. Der Sohn aus der Ehe mit Pauline Pfeiffer, seiner zweiten Frau. Gregory, den die Familie Gig oder Gigi gerufen hat.
Und Gregory ist derjenige, der versucht hat, sich so ganz von dem Macho-Gehabe seines berühmten Vaters abzusetzen. Zunächst wird er Arzt, verliert irgendwann seine Approbation, hat sich später geschlechtsumwandeln lassen und nennt sich ab da Gloria.
Im September 2001 haben ihn zwei Polizeibeamte in Key Biscayne wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet. Weil er betrunken, mit Stöckelschuhen in der Hand und offenem Hemd bekleidet, nackt durch die Stadt läuft. Drei Tage später ist Gloria, 69-jährig, im Frauengefängnis von Miami an Herzversagen gestorben. Zelle 3-C2.
Erst da kommt heraus, wer Gloria eigentlich ist. Der Sohn vom berühmten Hemingway. Als mein Vater starb, so hat Gregory einmal gesagt, da hat mich ein Gefühl der Erleichterung befallen. Vorbei die Zeit, da er sich über mich ärgern musste und vorbei die Zeit, da ich ihn enttäuschen konnte.
Allein dieser Name. Gig, Gigi. Die Koseform für Luigi. Ein schillernder Name, jedenfalls kein Name für
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