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Reisen & Begegnungen

Google, das Leistungsschutzrecht und ich

Mountain View/Kalifornien, im Oktober 2009; Photo by W. Stock

Gut 60 Prozent der mittlerweile 4.000 Besucher dieses Blogs kommen über die Suchmaschinen von Google. Wenn Sie beim googeln zum Beispiel den Namen Hemingway eingeben und Fossalta (der Ort, wo Ernest Hemingway im Ersten Weltkrieg schwer verwundet wurde), dann schauen Sie einmal, was die Websuche bei Google und auch die Bild-Suche ergeben.

Ohne Google wäre stockpress.de ein Nichts, ein Vogelschiss in der weiten digitalen Landschaft. Positiv formuliert: Ein kleiner, unbedeutender Blogger kann mittels Google – ganz ohne Geld und Einfluss – seine Rolle im Web finden. Es gibt wunderbare Beispiele dafür. Schauen Sie auf die regimekritischen Blogger auf Kuba, da schafft sich die Demokratie Gehör, trotz Gleichschaltung aller Presseorgane.

Google bringt Traffic. Dafür sollten wir der Firma aus Mountain View dankbar sein. Das müsste eigentlich auch für Verlage gelten. Die Verleger und ihre digitalen Angebote könnten ohne Google nicht mehr leben. Aber, möchte man kurz hinweisen, Google könnte ohne die Verleger leben.

Deshalb gilt es, die Diskussion nach Verabschiedung des Leistungsschutzrechtes wieder

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Blaues Auge für den FC Bayern München

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München, den 13. März 2013; Photo by W. Stock

Eine Niederlage des FC Bayern in der Champions League vor heimischer Kulisse. Ein hilfloses Gekicke gegen einen effizienten Gegner wie Arsenal London. Wann gab es das schon mal in der Münchener Allianz Arena?

Nun, das ist gar nicht so lange her, da braucht man nur ein knappes Jahr zurück zu denken. Das 0 zu 1 gegen den FC Chelsea. Und wieder London. Der FC Bayern tut sich schwer mit der cleveren Spielweise der Engländer, das war gestern Abend nicht anders.

Wenn der FC Bayern einen mittelprächtigen Tag erwischt, wenn Antreiber und Künstler wie Bastian Schweinsteiger und Franck Ribéry fehlen, das kommt die Bayern-Maschinerie ins Stottern. Gestern konnte man es wieder beobachten. Kein Tempo im Spiel, keine Struktur und wohl auch kein Konzept.

Jupp Heynckes hatte die Mannschaft zudem

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Der sozialdemokratische Komparativ

Deutschland besser und gerechter regieren | Sozialdemokratische

Am Montag dieser Woche hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands in Berlin mit großen Tamtam den Entwurf ihres Wahlprogramms vorgestellt. Deutschland besser und gerechter regieren, steht da als Überschrift.

Ich will hier nicht auf die Inhalte dieses Programms eingehen, darüber kann man trefflich streiten. Ob Mindestlohn, Vermögenssteuer oder eine höhere Einkommensteuer – da mag es gute Gründe dafür geben oder auch dagegen. Geschenkt, geschenkt!

Mir geht es um etwas ganz anderes. Nämlich um die Sprache. Und die Sprache ist bei der SPD verräterisch, ja, man könnte fast sagen, die Sprache der SPD kommt einer Kapitulation gleich. Einer Kapitulation vor dem Gegner CDU oder vielleicht auch einer Kapitulation vor der eigenen Ideenlosigkeit und dem eigenen Unvermögen.

Deutschland besser und gerechter regieren. Leute, obacht, das ist der Komparativ! Besser ist die Steigerungsform zu gut und gerecht wird zu gerechter gesteigert. Wenn ich nun sage, rein sprachlich gesehen, Deutschland sollte besser und gerechter regiert werden, impliziert dies, dass Deutschland heute schon gut und gerecht regiert wird.

Der Slogan hätte richtig formuliert also heißen müssen:

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AlpspiX – der Blick ins Höllental

Alpspix2

Garmisch, im März 2013; Photo by W. Stock

Östlich der Zugspitze, oberhalb der Bergstation des Osterfelderkopfes, bekommt man den Premium-Blick auf die Alpen. Über 13 Meter hängt ein Stahlsteg über den Alpengipfel hinaus in Richtung nördliches Voralpenland.

Diese AlpspiX genannte neue Konstruktion ist eine Brücke, die ins nichts ragt. Von dem wuchtigen Stahlträger blickt man hinab ins 1.000 Meter unter einem liegenden Höllental bei Garmisch. Freischwebend lässt man sich die imposante Welt der Alpen um die Ohren sausen, und wer keine Höhenangst hat, der sollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Von der Bodenstation Alpspitz fährt man entweder mit der großen Gondel direkt zum Osterfelderkopf oder man nimmt die kleinere Gondel der Kreuzeckbahn zur Mittelstation und geht dann einen wunderschönen halbstündigen Fußmarsch hinauf zur Hochalm.

Das ganze Panorama lässt sich natürlich auch

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Go, Bärchen, go!

Gummibärchen

gefunden in Weilheim, Oberbayern, im März 2013; Photo by W. Stock

Der Leser dieses Blogs weiß, ich mag Anglizismen. Sie sind eine Art universale Bezeichnung für die Dinge des modernen Lebens. Aber, auch dies sollte gesagt werden, ein wenig Intelligenz bei ihrer Nutzung hier und da wäre schon angebracht.

Gummibärchen to go!, hoppladihopp, da setzen Aug und Hirn doch gleich zum doppelten Purzelbaum an.

Ein Anglizismus beim urdeutschen Gummibärchen, in Kombination mit dem sichtbaren Umlaut, all dies birgt eine gewisse Komik, jedenfalls wenn man sich eine gewisse sprachliche  Jungfräulichkeit bewahren durfte. Und dann dieses to go.

Denn sprachlich dient das to go im Deutschen dem Ausdruck zum Mitnehmen als Entsprechung. Ein Coffee to go ist ein Becher Kaffee, den man nicht im Café am Tisch trinken muss, sondern als ein Schnell-Kaffee im Pappbecher für unterwegs verkauft wird.

Bei Bears & Friends, ein wirklich hübscher Ladenname, geht es also eigentlich um Gummibärchen, die man

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Bunga Bunga in Roma

clowns2Zwei Clowns hätten die Wahlen vor einer Woche in Italien gewonnen, so polterte Peer Steinbrück von der SPD. Sogleich fängt der Kanzlerkandidat sich dann eine Watschn vom italienischen Präsidenten Napolitano.

Doch wo der Problem-Peer recht hat, da hat er recht. Die zwei Komiker Grillo und Berlusconi haben verdammt viele Stimmen bekommen, ich darf es so sagen, denn ich bin nicht Kanzlerkandidat der SPD. Und auch mein Lieblingsblatt The Economist nimmt sich des Themas an unter dem Manegen-Ruf eines amerikanischen Schlagers Send in the clowns.

Wegen dieses ganzen Zirkus sieht das Londoner Wirtschaftsmagazin gar den Euro und mit ihm gleich ganz Europa am Abgrund. Die Italiener hätte die Wirklichkeit einfach nicht zur Kenntnis  genommen. Und wenn man diesen Weg weiterginge, dann sei die ökonomische Lähmung und der politische Abstieg des Kontinents nah.

In der Tat wirkt das Ergebnis der Wahlen auf den ersten Blick desaströs: Die Kräfte des Zentrums – der Sozialdemokrat Bersani und der Wirtschaftsprofessor Monti – blieben kräftig hinter den Erwartungen zurück. Interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass der

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Die alte Kamelle Arbeitszeitverkürzung

Immer wieder trifft man auf Anhänger der Arbeitszeitverkürzung. Im Augenblick geistert der aparte Vorschlag von linken Intellektuellen durch die Blätter, man möge die wöchentliche Arbeitszeit auf 30 Stunden für alle reduzieren, das gleiche Gehalt wie für 35 oder 40 Stunden zahlen und alle Probleme dieser Welt hätte man vom Tisch. Die Arbeitslosen wäre in Lohn und Brot, die Produktivität würde steigen.

Man muss sich an den Kopf fassen vor soviel ökonomischen Unverstand. Nach dieser hübschen Theorie müsste man die Arbeitszeit wohl auf 10 Stunden pro Woche senken, und man befände sich im Paradies.

Lassen wir rein pragmatische Argumente mal beiseite, ich will ja nicht mit Logik langweilen. Aber was hilft es einem Hilfsarbeiter, wenn der Ingenieur seine Arbeitszeit kappt, wo kommen die Altenpfleger her, die das reduzierte Zeitvolumen auffangen sollen? Mir geht es um etwas anderes: Die Befürworter solch wirklichkeitsfremder Ideen haben die Funktionsweise der Globalisierung nicht verstanden.

Arbeitszeit kann man nach Belieben senken,

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Der König spricht nur einen Satz

Juan Carlos IAn einem Abend im Februar 1981, so wird berichtet, ließen die Putschisten dem spanischen König eine unmissverständliche Botschaft zukommen. Majestät, so wurde ihm per Telephon gesagt, Sie haben 24 Stunden Zeit, das Land zu verlassen. An diesem 23. Februar 1981 verkündete der General Jaime Milans del Bosch zusammen mit Spießgesellen wie dem Oberstleutnant Antonio Tejero von der Guardia Civil den Ausnahmezustand und beorderte die Truppen aus den Kasernen.

Doch was antwortete König Juan Carlos I auf das Ultimatum der Putschisten? Er sagte nur einen Satz: Wenn Ihr mich weghaben wollt, dann müsst Ihr mich schon erschießen. Dies war der Satz, der Spaniens wackelige Demokratie gerettet hat.

Anschließend wandte sich der König, jahrelang als Weichei und Zögling von Diktator Franco verschrieen, per Fernsehen in seiner Uniform als Oberbefehlshaber der Streitkräfte an seine Landsleute und

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Hemingway kommt einmal nach Cabo Blanco

Colán Cabo Blanco

Colán, im Jahr 1983; Photo by W. Stock

im Norden Perus, Anfang 1983

Einmal in seinem Leben ist Ernest Hemingway in Peru gewesen. Nicht in der Hauptstadt Lima oder in Cuzco, im Andenhochland, sondern an der wilden Pazifikküste des Nordens, dort wo die Sonne und das Salz des Meeres die Haut des Menschen so zersetzen, dass man abends nur mit Schmerzen in den Schlaf findet. Und dort, wo durch den kalten Humboldtstrom die reichsten Fischgewässer weit und breit zu entdecken sind. Das war eine Landschaft ganz nach Hemingways Geschmack.

Dieser Norden Perus, eine trockene Wüstenlandschaft, fügt sich den vielfältigen Launen der Naturgewalt. Die Nacht über hat es in Strömen gegossen. Nach Süden geht es nicht weiter. Hinter Bocapan ist die Brücke unten. Der Weg zurück nach Tumbes ist unpassierbar, bei Corrales liegt die Straße unter metertiefem Wasser. Die Panamericana vor mir sieht aus wie eine zerquetschte Marzipanrolle. Es geht weder vor noch zurück.

Entlang der Pazifikküste hier, zwischen Tumbes und Cabo Blanco, liegen Perus Seebäder. Ein beißender, salziger Wind fegt über die kleinen Dörfer, die von der kraftstrotzenden Sonne gegrillt werden. Vor uns liegt endlich Cabo Blanco, das neben Mancora, Punta Sal und Colán eines der kleinen Seebäder an der Nordküste Perus ist. Hier ist das Klima rau und das Meer unbändig. An Kilometer 1.137 der Panamericana liegt dieses Cabo Blanco, das in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ein bekannter Treffpunkt der Hochseefischer war, und nun etwas verfallen und heruntergekommen wirkt, wie das ganze Land.

Der US-Amerikaner Alfred C. Glassell hält bis heute den Weltrekord im

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Ricardo und die Globalisierung

Pilotprodukt des wirtschaftlichen Fortschritts im 20. Jahrhundert war das Automobil. Ermög­lichte dieses merkwürdige Vehikel doch, Menschen und Waren von München nach Hamburg in weniger als 10 Stunden zu bewegen. Der Grundstein für Mobilität war gelegt, eine Explosion wirt­schaftlichen Wachstums folgte.

Als Leitprodukt des jungen 21. Jahrhunderts gilt nicht mehr das Automobil, sondern die Telekommunikation. Über 10 Stunden München-Hamburg wird da nur milde ge­lächelt. Der Computer und das Glasfaserkabel schaffen München-New York in einem Wimpernschlag. In Millisekundenschnelle erreicht das Mirakel Internet jeden Punkt des Erdballs.

Dieser freie und hyperschnelle Fluss von Informationen, Wissen und Know-how führt dazu, dass Grenzen, Sprachbarrieren, nationale Gesetze und Regelungen nicht mehr zäh­len. Das Internet sorgt für das Zusammenrücken der Welt, für die Angleichung der Lebensver­hältnisse. Die Welt bleibt 24 Stunden geöffnet und Arbeit kann theoretisch im hintersten Winkel der entlegensten Wüste erledigt werden.

Wenn Arbeit nun global geleistet werden kann, dann bedeutet dies auch, dass Wettbewerb fortan global stattfindet. Jahrzehnte auf­gebaute Trutzburgen und Schutzmechanismen bröckeln nach und nach. Musste bis vor einigen Jahren ein Produkt oder eine Dienstleistung nur regional oder national wettbewerbsfähig sein, so müssen diese heute auch weltweit bestehen können.

So unangenehm dieser

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