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Reisen & Begegnungen

Der kleine Mann und die breiten Schultern

Wahlkampf an Rhein und Ruhr. Und wieder Dutzende mehr oder weniger kluge Plakate und Äußerungen, die erklären oder verschleiern sollen, warum NRW wirtschaftlich so abgehängt scheint.

In solchen Wahlkampfreden ist viel von dem kleinen Mann die Rede. Ja, manchmal gewinnt man den Eindruck, insbesondere wenn man linken und grünen Politikern zuhört, Nordrhein-Westfalen werde überwiegend bevölkert von diesem kleinen Mann. Gar eine ganze Partei hat sich auf ihn ausgerichtet, denn die SPD ist per definitionem die Partei des kleinen Mannes.

Jedoch ist dieser kleine Mann ein seltsames Phänomen. Sprachlich jedenfalls, und nur darum geht es. Denn es gibt nur

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David Ogilvys kreative Enkel

Photo by W. Stock

New York, im Oktober 2009

Bei Ogilvy an der 11. Avenue, am Hudson River. Eine der größten und wohl auch besten Werbeagenturen der Welt. In Parterre, direkt neben den Fahrstühlen lacht mich der Firmengründer an. Von einer mannshohen Plakatwand. Der Besucher muss neben diesem lebensgroßen David Ogilvy auf den Aufzug warten.

Ein hübsches Portrait. David Ogilvy lehnt nonchalant im Türrahmen, im sympathischen Country-Look, farbenprächtig, ein altes Fahrrad an die Wand gelehnt. Das Foto ist wohl in den späten 80er Jahren aufgenommen, auf seinem Schloss in Frankreich.

Der verehrte Patriarch der modernen Werbung blickt so lebensfroh und quietschfidel drein, so als wolle er jeden Augenblick aus dem Bilderrahmen hüpfen. Man merkt

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Capital ohne Sinn und Seele

Mit schnöseligem „C“. Damit man’s nicht mit dem Oeuvre des bärtigen Karl verwechselt. Die Zeitschrift Capital feiert in diesen Tagen ihren 50. Geburtstag. Den Jüngeren muss man erzählen und den Älteren in Erinnerung rufen, dass diese Zeitschrift aus dem Hause Gruner + Jahr einst an deutschen Kiosken das Glanzstück der Wirtschaftspublizistik war.

In ihren Hochzeiten, so in den 70er und 80er Jahren, verkaufte man schon mal locker 300.000 Exemplare und inhaltlich war das Monatsheft vom Allerfeinsten. Die Rolex unter den Magazinen, wenn man so will. Ein bißchen großspurig vielleicht, aber im Grunde doch ziemlich nobel.

Der Markenkern der Zeitschrift war beim Lesen der exquisiten Stücke wie Parfümduft zwischen all der Druckerschwärze gut zu erriechen. Elitär, immer ein Stück über den Dingen schwebend, mit der nötigen Distanz, die feine Ironie des Überlegenen hier und da spürbar – das war Capital in einem guten Monat. Und davon gab es genug.

Nun feiert sich das Heft selbst, und beim Lesen der Geburtstagsstrecke wird man das Gefühl nicht los, Capital scheine nach einem halben Jahrhundert seinen eigenen

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Feige, Marut, Traven – das Rätsel ist gelöst

Zeitlebens macht der mysteriöse Schriftsteller B. Traven um seine Biografie ein ziemliches Verwirrspiel. Die halbe literarische Welt fragt sich, wer zum Teufel ist dieser Deutsche, der in Mexiko Romane von Weltruhm schreibt? Wer steckt hinter dem Verfasser von Der Schatz der Sierra Madre? Gibt es diesen B. Traven, den niemand zu Gesicht bekommt, überhaupt?

Das Rätsel um die Person B. Traven ist nun endgültig gelöst. Jan-Christoph Hauschild hat in einer 700 Seiten Fleißarbeit die frühen Jahre des enigmatischen Autors akribisch recherchiert. B. Traven – Die unbekannten Jahre, vor ein paar Tagen erschienen, folgt der Fährte B. Travens in Deutschland und England.

Nachdem bereits vor über 30 Jahren der englische BBC-Journalist Will Wyatt in einer TV-Dokumentation die Familie des Autors in Schwiebus, dem heutigen Świebodzin in Westpolen, fand, hat Hauschild in den Archiven weitere Spuren entdeckt, die die damalige Hypothese Wyatts untermauern.

Der unter dem Pseudonym B. Traven schreibende Autor wird 1882 als

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Peter Drucker: Wissen schafft Erfolg

Im Jahr 1959 prägte ein amerikanischer Autor den Begriff des knowledge workers. Der Wissensarbeiter. Diese Sicht der Dinge war neu.

Peter F. Drucker wies in jenem Jahr in seinen Buch Landmarks of Tomorrow (dt. Das Fundament für morgen) darauf hin, wie stark Wissen, das Know-how, zum zentralen Erfolgsfaktor im industriellen Wettbewerb werden würde. Und nicht mehr die Arbeit auf dem Feld oder an der Maschine.

Analysten, Programmierer, Dozenten, Forscher – sie alle würden das neue Bild der Gesellschaft bestimmen. We know now that the source of wealth is something specifically human: knowledge. If we apply knowledge to tasks we already know how to do, we call it productivity. If we apply knowledge to tasks that are new and different we call it innovation. Only knowledge allows us to achieve these two goals. Die Quelle unseres Wohlstandes und der Motor des Fortschrittes ist Wissen.

Wissen, Kenntnis und Bildung – dies sei der Rohstoff der Neuzeit. Das menschliche Wissen sei die wichtigste Ressource in Wirtschaft und Gesellschaft. Heute ist uns das sehr bewusst, Mitte des letzten Jahrhunderts haben das wenige so klar gesehen.

Das Wissen entscheidet über

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Auftritt im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria

Ein wahrer Glückstag! Es gibt solche Tage. Tage, an denen es einfach läuft. Dieser 24. Mai 2005 in New York war ein solch wunderbarer Tag für mich.

Im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria als Redner auf der Bühne. Dort, im dritten Stockwerk des altehrwürdigen Hotels, auf jener Bühne, auf der schon Louis Armstrong und John F. Kennedy gestanden haben. Ein Traum für einen Vortragsredner! Und hoffentlich kein Albtraum.

FIPP, dieser 1925 von französischen und spanischen Verlegern gegründete Verband, lud zum Weltkongress, den man alle zwei Jahre zelebriert. Und über 1.000 Zeitschriftenverleger aus aller Welt folgten dem Ruf der Federation Internationale de la Presse Periodique.

Das Event war hoch professionell vorbereitet. Drei

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Wenn Schuhe denken…

gefunden in München, im März 2012; Photo by W. Stock

Think! Denke nach! Wer will da widersprechen?

Ein kluger Ratschlag. Hirn einschalten! Nachdenken, bevor man den Mund aufmacht.

Klug sein im Beruf, im Privaten. Ein hehres Ziel. Napoleon Hill hat mal ein Buch veröffentlicht: Denke nach und werde reich. Ja, das macht Sinn.

Was aber hat Think! mit Schuhen zu tun? Oder können Schuhe gar denken?

Oder soll man nachdenken, bevor man gute Schuhe kauft. Wobei hier ja eher die Weisheit gilt, wer nicht hören will, muss fühlen.

Wie auch immer, ich denke nach, ich

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Der Todeskampf der Gockel

Photo by Norbert Böer

Lima/Peru, im Dezember 1985

Pelea de Gallos. Der Kampf der Gockel. Dieser Hahnenkampf ist ein volkstümliches Spektakel in Peru.

Einen ganzen Abend beobachten Hunderte von Zuschauern wie sich mit scharfen Klingen präparierte Federviecher gegenseitig die Hälse abhacken. Auf den Sieger werden Wetten geschlossen, Bierflaschen geleert und gegrölt, so laut es heisere Kehlen eben hergeben.

Der siegreiche Gockel wird in Lima verehrt wie hierzulande ein Torknipser. Für den Erfolg beim Hahnenkampf sind neben der Rasse auch das Training, Glück und vor allem die Präparation der Klinge ausschlaggebend.

Der Sporn des linken Fußes, das natürliche Verteidigungsinstrument der Tiere, wird abgeschnitten, weil beim Kampf die Klinge an dessen Stelle tritt und wie eine Verlängerung der Hinterkralle wirkt. Die aus Spezialstahl in Handarbeit gefertigte acht Zentimeter lange, leicht mondförmig gekrümmte Klinge wird

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Wackere Augsburger, wackelige Münchner

Photo by W.Stock

Ostersamstag in der Allianz Arena. Das Meisterschaftsspiel des FC Bayern München gegen den FC Augsburg. Der Meisterschaftsanwärter gegen den Aufsteiger. Die Ouvertüre für das Match gegen Dortmund und das Champions League Halbfinale gegen Real Madrid. Ist der FCB gerüstet für beide Spitzenspiele?

Zunächst muss man den Augsburger ein Riesenkompliment machen. Die Mannschaft hat einen rasanten Weg nach oben hinter sich. 2002 Aufstieg in die Regionalliga, 2006 Aufstieg in die 2. Bundesliga und 2011 dann der Aufstieg in die erste Liga.

Trainer Jos Luhukay hat aus einer Truppe der Nobodys eine schlagkräftige Elf zusammengestellt. Die Mannschaft, ohne jeden Star, spielt sehr kompakt, überaus mannschaftsdienlich, sie schaltet schnell zwischen Abwehr und Angriff um, und spielt einen sympathischen und unaufgeregten Fussball.

Gegen den FC Bayern kamen

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Avi Perrys elektronische Jungfrauen

Neulich auf dem Lufthansa-Flug von München nach New York sitzt neben mir zufällig der amerikanische Schriftsteller Avi Perry. Wir kommen schnell ins Gespräch.

Avi Perry kann auch ein buntes Leben zurückblicken. In Israel geboren, wandert er später in die USA aus, wo er für die Technologie-Firmen Bell und Lucent arbeitet. Er geht als Professor an der Northwestern University nach Chicago, wo er lehrt und forscht. Der Perry Algorithmus, ein Software-gestütztes Optimierungsprogramm, geht auf ihn zurück.

Das Thema seines Lebens jedoch bleibt Israel. In Kolumnen, Zeitungsartikeln und Radiokommentaren tritt er als wortstarker und meinungsmutiger Botschafter seiner Sache auf. Die Gefährdung seines Volkes schmerzt ihn, der arabisch-israelische Konflikt treibt ihn um.

Neben seiner politischen Arbeit schreibt er Bücher. Wissenschaftliche Werke, aber auch

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