Beim Päffgen. Eine Verabredung mit Frank Fischer, dem Gründer von ad.cologne im traditionsreichen Brauhaus an der Friesenstrasse zum Mittagessen.
Der Köbes bringt unaufgefordert ein frisch gezapftes Kölsch an den Tisch, so als würde es auf der ganzen weiten Welt kein anderes Getränk geben.
Als Köbes, den kölschen Jakob, bezeichnet man in der Domstadt einen Schankkellner mit seiner typischen blauen Schürze. Einem richtig guten Köbes ist ein ziemlich ruppiger und doch herzlicher Tonfall zu eigen. Widerspruch zwecklos.
Als Passagier des französischen Atlantikdampfers Orita trifft Ernest Hemingway im April 1928 zum ersten Mal in Havanna ein. Als Transitreisender ist er auf dem Weg von La Rochelle zu seinem Haus in Key West.
Es sind jene Jahre, als auf der Zuckerinsel der General Machado das Sagen hat. Der General ist in die Annalen der Geschichte nicht nur deshalb eingegangen, weil er von Zeit zu Zeit einige seiner Landsleute durchlöchern lässt, sondern weil er einmal die Jury des Gesellschaftstanzwettbewerbs im Teatro Nacional anweist, sie möge doch bitte Henry F. Guggenheim mit der Goldmedaille als besten Tänzer auszeichnen. Im Hauptberuf ist Henry F. Guggenheim Botschafter der USA in Kuba.
Doch dieser Tanz auf dem Vulkan interessiert Mister Hemingway damals nicht die Bohne. Ein Hinweis auf Kuba findet sich erst in einem Artikel für die Zeitschrift Esquire im Herbst 1933, in dem Hemingway in hohen Tönen vom Marlin-Angeln vor Kubas Küste schwärmt.
Das Havanna von damals war ein Hort des Lasters, ein Sündenbabel unter Palmen, in dem Korruption und Laster aller Art zur Folklore gehörten. Es wurde gesoffen, gehurt und geschoben, was das Zeug hielt. Das vorrevolutionäre Havanna war voll in der Hand der Mafia und die Halb- und Unterwelt hatte hier ihr sonniges Paradies gefunden.
Dieser Mann ist eine Koryphäe hierzulande. Ein Vordenker, ein Querdenker und manchmal vielleicht auch ein Querkopf. Physiker, Hochschullehrer, dann Beauftragter für Technologie der Landesregierung unter Lothar Späth, Gründer und nun Präsident der Steinbeis-Hochschule, einer formidablen Privatuniversität in Berlin.
Professor Johann Löhn ist sicherlich ein Denker, aber eben auch ein zupackender Macher. Schon in seiner Studentenzeit hat er ein System entwickelt, das in Sachen Selbstmanagement zum überzeugendsten gehört, das auf dem Markt zu haben ist: das Löhn-System. Dieser Methode gelingt die intelligente Vernetzung von Zielen, Projekten und Aktivitäten.
Mit dem Löhn-System bin ich 1988 in Kontakt gekommen, auf Empfehlung meines damaligen Vorgesetzten Hero Kind. Seit nun fast einem Vierteljahrhundert arbeite ich mit dem kleinen schwarzen Planbuch. Mit
Die Show kam in den Anfangsjahren aus New York, später aus Burbank in Kalifornien. Oft bin ich mit ihr ins Bett gegangen. Im Amerika der 80er Jahre setzte Johnny Carson den Schlusspunkt des Tages.
The Tonight Show with Johnny Carson auf NBC. Das war das Vorbild und Muster aller Late-Night-Shows. Unerreicht. Keiner verstand diese schwierige Form der Unterhaltung wie er. Liebenswürdig, umgänglich, beschwingt und auch ein wenig lausbübisch.
Alles sah so leicht und locker aus, war jedoch Kärrnerarbeit. Wenn man eine solche Show macht, vor Millionen Zuschauern, über Jahrzehnte, dann muss man schon der beste sein: Schlagfertig, jede Pointe muss sitzen, man muss informiert sein – und das alles live und ohne doppelten Boden.
Carsons Show lief immer gleich ab. Johnny tritt aus dem langen Vorgang hervor, ausgerufen von seinem Sancho Pansa, dem bulligen Ed McMahon. Der rief zuvor Heeeeeeere’s Johnny. Danach ein stand-up Monolog von einigen Minuten, manche Pointe ließ Carson mit der Handbewegung eines Golfschlags auslaufen.
Die musikalische Dramaturgie oblag der Band von Doc Severinsen. Diese ganz famose Big Band mit superben Solisten spielte Johnny’s Theme, ein melodiöses up-tempo-Stück. Es war das Neu-Arrangement einer Komposition von Paul Anka, die im Ursprung Toot Sweet hieß.
Seine erste Sendung hatte Johnny Carson am 1. Oktober 1962, seine letzte Tonight Show am 21. Mai 1992. Dazwischen lagen fast 5.000 Tonight Shows mit 23.000 Gästen in 30 Jahren. Das reicht zur Legende, zur nationalen Institution.
In Iquitos, inmitten der peruanischen Tropen, gilt die Casa de Hierro nicht als spektakuläres Bauwerk. Das Haus aus Eisen steht einfach da, so wie es die letzten hundert Jahre immer da stand. Das zweigeschossige, abgeflachte Bauwerk findet man an der südöstlichen Ecke der Plaza de Armas und ist nur einen Häuserblock vom wuchtigen Amazonasfluss entfernt.
Im Erdgeschoss residiert ein kleines Reisebüro, das Ausflüge in den Amazonasurwald anbietet. Eine Etage darüber befindet sich eine Wohnung. Alles ganz normal soweit, doch die Geschichte des Eisenhauses ist spektakulär.
Denn dieses Eisenhaus wurde von keinem geringeren als dem Franzosen Gustave Eiffel gefertigt. Der Ingenieur Eiffel erlangte bekanntlich Weltruhm als Vater des Eiffelturms, des sich gen Himmel reckenden Wahrzeichens von Paris.
Düsseldorf, den 21. Mai 1992; Photo by Hasso von Bülow
Ein Riese. Ein ganz Großer. Körperlich groß, sicherlich zwei Meter, und ein ganz Großer der Wirtschaftswissenschaften sowieso. John Kenneth Galbraith und seine Frau steigen aus der Limousine, die das Paar aus Hamburg bringt, und er begrüßt mich freundlich.
Galbraith ist einer der meinungsbildenden Vordenker der klassischen Volkswirtschaftslehre. Und zudem einer, der oft und gerne gegen den Strich bürstet. Unter den großen Volkswirten sticht er durch eine gehörige Portion Eigensinn hervor.
Den Begriff Marktwirtschaft beispielsweise hielt er für eine arglistige Verbrämung der Bezeichnung Kapitalismus, als dieser in den 50er Jahren zum Unwort mutierte. John Kenneth Galbraith gefiel sich in seiner Rolle als Querdenker der Nationalökonomie. Galbraith plädierte für Preiskontrollen, für Staatsinterventionismus, für Rationierung und ähnliche obskure Instrumente aus der Mottenkiste der Linken.
Im akademischen Wettstreit des letzten Jahrhunderts waren die Fronten damit klar abgesteckt. In der orangen Mannschaft spielten
Asunción/Paraguay, im Januar 1988, Photo by W. Stock
El Excelentisimo, der General des Heeres, der Oberkommandierende der Streitkräfte, der Oberste Richter des Landes, der Führer des Partido Colorado und der Präsident auf Lebenszeit, Don Alfredo Stroessner, sieht sich als Friedensengel. In Frieden leben, in Frieden arbeiten, verheißen seine Plakate und Parolen, die straff über Strassen und Plätze gezogen sind.
Doch der Friede des General Stroessner gleicht einer Friedhofsruhe. Das ganze Land gleicht dem. Schon seit 1954 schon regiert der Sohn einer paraguayischen Mutter und eines eingewanderten Brauerei-Buchhalters aus dem fränkischen Hof das Land mit eiserner Faust. Fragt man unabhängige Beobachter über den General, immerhin Jahrgang 1912, so kriegt man über ihn höchst unterschiedliche Einschätzungen zu hören.
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